Klimaschutz nichts für Monarchen und Regierungschefs?

Umweltstiftung EuroNatur kritisiert Richtlinienentwurf der EU-Kommission

 

Presseinformation vom 17. März 2007

 

Radolfzell. Auf groteske Pläne für Ausnahmeregelungen beim geplanten flugzeugbezogenen Emissionshandel hat jetzt die internationale Umweltstiftung EuroNatur aufmerksam gemacht. So sollen nach den Planungen der EU-Kommission die Flüge von Monarchen, Staats- und Regierungschefs sowie der Minister der EU-Mitgliedstaaten nicht in den Emissionshandel einbezogen werden. EuroNatur forderte Bundeskanzlerin Merkel und Bundesumweltminister Gabriel auf, im Rahmen der EU-Präsidentschaft Deutschlands für eine Streichung dieser Ausnahmeregelung zu sorgen, "weil sonst völlig falsche Signale in die Gesellschaft gesendet werden", sagte EuroNatur Präsident Claus-Peter Hutter.

Die Europäische Kommission hat einen Vorschlag für eine neue Richtlinie veröffentlicht, wonach ab 2011 alle Flüge, die auf einem Flughafen innerhalb der EU starten oder landen, in das Handelssystem mit  Emissionszertifikaten aufgenommen werden sollen. Damit wird das bestehende Handelssystem, das sich bislang auf stationäre Anlagen wie Kraftwerke oder große Industrieanlagen beschränkt, erweitert. Dieser Ansatz wird von der Umweltstiftung EuroNatur ausdrücklich begrüßt, obwohl dadurch das rasante Wachstum des Flugverkehrs kaum gebremst werden könne. Es würde aber ein hilfreicher Mechanismus ausgelöst, der die Emissionsrechte weiter verknappe und damit für mehr Klimaschutz sorge, sagte EuroNatur-Präsident Hutter.

Die geplanten Ausnahmeregelungen im Zitat aus dem Entwurfspapier der Kommission (S. 25): "Flüge, die ausschließlich zur Beförderung von in offizieller Mission befindlichen regierenden Monarchen und ihren unmittelbaren Familienangehörigen, sowie Staatschefs, Regierungschefs und von zur Regierung gehörenden Ministern durchgeführt werden". Außerdem sollen auch Militär-, Zoll- und Polizeiflüge von der Regelung ausgenommen werden.

"Für das Klima und den Umweltschutz ist es egal, ob das Abgas aus einem Billigflieger oder einem Monarchenjet stammt", betont man bei EuroNatur. Es sei völlig inakzeptabel, hier Ausnahmen zu machen. Vielmehr müssten gerade die Staats- und Regierungschefs mit gutem Beispiel voran gehen und der Öffentlichkeit als Vorbild dienen.

 

Direkter Link zum Entwurfspapier der Kommission (pdf-Datei, 308 kb)

 

Für Rückfragen, auch am Wochenende:

Lutz Ribbe, 0170 - 4125767

 

Stiftung Europäisches Naturerbe (EuroNatur)

Konstanzer Str. 22,

78315 Radolfzell

Tel.  07732 – 92 72 0

Fax  07732 – 92 72 22

E-mail info(at)euronatur.org

www.euronatur.org

 

 

Mitmachen und dabei sein - werden Sie aktiv

Spende

Zukunft braucht Natur. Wir setzen uns für sie ein. Bitte nutzen Sie Ihre Möglichkeiten, um zu helfen. Ihre Spende ist ein wirkungsvoller Beitrag für eine lebenswerte Umwelt.

Fördermitgliedschaft

EuroNatur setzt auf langfristig angelegte Naturschutzprojekte statt Schnellschüsse. Mit Ihren regelmäßigen Spendenbeiträgen geben Sie uns die dafür nötige Planungssicherheit.

Aktuelles

Enttäuschende Kompromisse nach Abstimmung im EU-Parlament

Nach der Abstimmung in Straßburg über die Erneuerbare-Energie-Richtlinie (RED) überwiegt die Enttäuschung. Die Abgeordneten haben es versäumt,…

Letzte Geier in Bulgarien ausgewildert

++ Zwei weibliche Mönchsgeier im bulgarischen Balkangebirge ausgewildert ++ Erfolgreiches Projekt ist nach sieben Jahren ausgelaufen ++ Am 3.…

Umweltverbände legen Kernforderungen für ein Aktionsprogramm Oder vor

Oder-Katastrophe als Chance für eine ökologische Revitalisierung nutzen.

Oder-Katastrophe: Ursachen lückenlos aufklären und Sanierung der Oder sicherstellen

Das Fischsterben in der Oder ist menschengemacht, so viel steht fest. Entschiedene Schritte sind jetzt gefragt.

Dürre in der Saline Ulcinj

Trockenheit und unzureichendes Wassermanagement haben die Saline Ulcinj in Montenegro nahezu austrocknen lassen. Dennoch können Naturschützer der…

Vorläufiger Bericht der Neretva-Wissenschaftswoche

Die ersten Ergebnisse der Wissenschaftswoche an der Neretva liegen vor und wurden in einem Bericht zusammengefasst. Er liefert erste Eindrücke,…

Storchendorftreffen im serbischen Taraš

Endlich wieder persönlich zusammenkommen: Nach zwei Jahren Covid-Zwangspause haben sich Vertreter aus sieben Europäischen Storchendörfern in Taraš…

Hohes Risiko bei Investionen in Wasserkraft auf dem Balkan

Große Wasserkraft-Neubauprojekte in Südosteuropa (1) sind mit massiven Investitionsrisiken behaftet und haben niedrige Realisierungsraten. Das zeigt…

Auszeichnung für Waldschützer und Waldschützerinnen aus Deutschland und der Ukraine

++ EuroNatur-Preis 2022 geht an Antje Grothus, Fedir Hamor und die Organisation Free Svydovets ++ Europas letzte Urwälder stehen unter enormen Druck…

Einzigartige Flusslandschaft am Südrand Mitteleuropas

Mit dem neuen EuroNatur-WWF-Reiseführer „Mur, Drau und Donau – Leben durch Flussdynamik“ lernen Natururlauber den Südosten Mitteleuropas von seiner…

Saline Ulcinj als Staatseigentum eingetragen

Der Salzgarten im Süden Montenegros ist als Staatsland ins Kataster der Stadt Ulcinj eingetragen worden. Damit ist die Eigentumsfrage, um die es…

Die Erforschung der Unbekannten: Wissenschaftswoche am Oberlauf der Neretva

Rund 50 internationale Wissenschaftlerinnen und Flussschützer haben eine Woche lang die obere Neretva untersucht. Die Daten sollen dabei helfen,…

Aufmerksamkeit für RED4Nature-Kampagne

Mit gleich zwei öffentlichkeitswirksamen Aktionen haben Künstlerinnen und EuroNatur-Mitarbeiterinnen am 22. und 23. Juni in Brüssel für Aufmerksamkeit…

Albanische Regierung unterzeichnet Erklärung zur Errichtung eines Vjosa-Wildflussnationalparks

++ Albanien markiert wichtigen Schritt für den Schutz der Vjosa ++ Regierung signiert Absichtserklärung für Europas ersten Wildfluss-Nationalpark ++

EU-Wiederaufbauplan – eine Gefahr für die Natur

++ Die 672 Milliarden Euro schwere Aufbau- und Resilienzfazilität (RRF) wird zwar von der EU-Kommission als Hauptwerkzeug des „grünen Wiederaufbaus“…