Senne: Ausgezeichnete Heidschnucken

Am 6. Juni erhielt die Biologische Station Kreis Paderborn-Senne für den Erhalt der größten zusammenhängenden Heideflächen in Nordrhein-Westfalen den Deutschen Landschaftspflegepreis 2013. In der Kategorie „Vorbildliche Projekte“ wurde der langjährige EuroNatur-Partner für „25 Jahre Heidepflege auf dem Truppenübungsplatz Senne“ ausgezeichnet.

EuroNatur setzt sich für ein Netzwerk aus Jagdbanngebieten entlang der östlichen Adria ein.

© Joachim Mahrholdt

Wollige Landschaftspfleger: Heidschnuckenherde auf dem Truppenübungsplatz Senne.

© Markus Laabs

Auf dem durch britische Streitkräfte verwalteten Gelände ist großflächig die alte westfälische Heidelandschaft erhalten geblieben - eine historische Kulturlandschaft, die von Menschen geformt wurde. Die Pflegemaßnahmen tragen erheblich dazu bei, diesen Kultur- und Naturschatz für kommende Generationen zu erhalten. „Da EuroNatur die Heidepflege in Form einer regelmäßigen, traditionellen Schafbeweidung seit vielen Jahren unterstützt, ist dieser Preis auch ein Preis für die ausdauernde Förderung von Naturschutz-Projekten durch die Stiftung. Gemeinsam mit der Biologischen Station Kreis-Paderborn-Senne, unserer Partnerin vor Ort, sind wir stolz auf diese Auszeichnung“, sagt EuroNatur-Präsidentin Christel Schroeder.

Mit der Beweidung durch Heidschnucken wurde eine der traditionellen Formen der Heidebewirtschaftung wiederbelebt. Betreut von einem Schäfer und einigen Hütehunden weidet die Herde außerhalb der Schießzeiten auf dem Truppenübungsplatz und hält die Heideflächen von aufkommenden Sträuchern, Büschen und Bäumen frei. Seit 2001 ist das knapp über 10.000 Hektar große Gelände als FFH-Gebiet ausgewiesen. Ganz entscheidend dazu beigetragen haben die wertvollen Offenlebensräume wie Sandtrockenrasen und Zwergstrauchheiden, die auf dem Truppenübungsplatz Senne dank der Pflegemaßnahmen heute noch zu finden sind. Diese bergen ein beeindruckendes Inventar an bedrohten Tier- und Pflanzenarten, darunter Neuntöter, Wendehals, Haar-Ginster, Zauneidechse und das Kleine Nachtpfauenauge. 

Aus der Hand des ehemaligen Bundesumweltministers Klaus Töpfer nahmen Vertreter der Biologischen Station gemeinsam mit Forstdirektor Jürgen Rost, Leiter des Bundesforstbetriebes Rhein-Weser, am 6. Juni in Berlin den 2. Preis des Deutschen Verbandes für Landschaftspflege für herausragende Projekte entgegen.


Lesen Sie mehr über die EuroNatur-Projekte zum Schutz der Senne 


Link zur Biologischen Station Kreis Paderborn-Senne mit Impressionen der Wanderschäferei


Link zur Pressemitteilung der Biologischen Station Kreis Paderborn-Senne vom 10.6. 2013

Mitmachen und dabei sein - werden Sie aktiv

Spende

Zukunft braucht Natur. Wir setzen uns für sie ein. Bitte nutzen Sie Ihre Möglichkeiten, um zu helfen. Ihre Spende ist ein wirkungsvoller Beitrag für eine lebenswerte Umwelt.

Fördermitgliedschaft

EuroNatur setzt auf langfristig angelegte Naturschutzprojekte statt Schnellschüsse. Mit Ihren regelmäßigen Spendenbeiträgen geben Sie uns die dafür nötige Planungssicherheit.

Aktuelles

Neues Braunbärenprojekt gestartet

Ein wichtiger Schritt für den Schutz der Dinariden-Pindos-Bärenpopulation: In enger Zusammenarbeit mit unseren Partnern auf dem Balkan und der…

Putins Angriffskrieg und die europäische Energiekrise

Russland ist in die Ukraine einmarschiert. Unsere Blog-Autorin Bruna Campos ist unverändert schockiert über das, was dort passiert. Krieg ist…

Vogelschützer streiten für sichere Adria-Zugroute

++ Der Vogelzug ist in vollem Gange ++ Jedes Jahr werden Tausende Zugvögel auf dem Balkan illegal getötet ++ 4. Adriatic Flyway-Konferenz tagt in…

Weltwassertag 2022: Grundwasser: „die Leber“ unserer Flüsse

In diesem Jahr steht der Weltwassertag unter dem Motto „das Unsichtbare sichtbar machen“ und legt besonderes Augenmerk auf die Bedeutung des…

Wasserkraft als Klimaretter? Ein längst überholter Mythos

Flusstäler sind fruchtbare Lebensräume für Mensch und Tier. Ihre Zerstörung – um vermeintlich klimafreundliche Wasserkraftenergie zu erzeugen – hat…

Vier Mönchsgeier in Bulgarien vergiftet

Tragödie für den Naturschutz in Bulgarien: Mehrere ausgewilderte Mönchsgeier wurden in der Nähe des Dorfes Ticha vergiftet. Ein herber Rückschlag für…

Vogelgrippe am griechischen Prespa-See

Die Vogelgrippe H5N1 grassiert in diesem Winter besonders stark. Überregionale Aufmerksamkeit erregte das tausendfache Sterben der Kraniche im…

Wälder – Eierlegende Wollmilchsäue?

Die Erwartungen an das, was Wälder leisten sollen, sind hoch. Sie sollen vielfältige Lebensräume bieten, wild-romantische Sehnsüchte erfüllen,…

Illegaler Holzeinschlag in Rumäniens Naturwäldern nimmt trotz Gerichtsdrohung zu

Neue Daten belegen, dass die Zerstörung der letzten großen verbliebenen Ur- und Naturwälder der EU in Rumänien unvermindert anhält.

BESTbelt – Mehr Energie für das Grüne Band Europa

++ Start zur Einreichung von Projektvorschlägen für EU-gefördertes Projekt "BESTbelt" ++ Initiative soll lokalen Naturschutzorganisationen den Zugang…

Letztes Webinar zu Weißstörchen

Die vierteilige Webinarreihe zum Thema „Menschliche Einflüsse auf die Ökologie der Weißstörche“ nähert sich ihrem Ende. Am Samstag, 19. Februar von…

EuroNatur startet Meinungsbeiträge zur Energiewende

Sind Atomkraft und Erdgas nachhaltige Energiequellen? Was die EU-Kommission am Silvesterabend verkündet hat, tritt nun in Kraft: Atom und Gas werden…

Flughafenbau in Albanien droht bedeutendes Feuchtgebiet zu zerstören

++ Albanische Regierung plant Flughafenbau in der Narta-Lagune ++ Mögliche Korrektur der Schutzgebietsgrenze Vjosa-Narta ++ Am 2. Februar ist…

Deutsche KfW-Bank zieht sich aus Staudammprojekt in Bosnien-Herzegowina zurück

Die deutsche Entwicklungsbank KfW hat heute bestätigt, dass sie ihre Pläne zur Finanzierung des umstrittenen Janjići-Wasserkraftwerks am Fluss Bosna…

Gestiegene Fledermauszahlen im Winterquartier

Fledermausfreunde und -schützerinnen haben die kalte Jahreszeit genutzt, um die Winterbestände von Großem Mausohr und Co. zu erfassen. Es war die…