Spaniens Wasserplan liegt auf Eis

Regierungswechsel in Spanien verhindert Vergeudung deutscher Steuermilliarden

Presseinformation vom 19. März 2004

Radolfzell. Der Regierungswechsel in Spanien verhindert jetzt vermutlich einen der folgenschwersten Eingriffe in Europas Umwelt, falls der spanische Wasserplan noch gestoppt werden kann, hofft man jetzt bei der internationalen Umweltstiftung EuroNatur.

Nach dem Willen der bisherigen spanischen Regierung sollten 23 Milliarden Euro in den Neubau von über 100 Staudämmen und den Bau einer knapp 1.000 Kilometer langen Pipeline vom Unterlauf des Ebro in den trockenen Süden des Landes investiert werden. Ein Drittel der Kosten sollte aus EU-Mitteln finanziert werden, was allein den deutschen Steuerzahler 1,6 Milliarden Euro gekostet hätte. Nun aber steht das Mammutprojekt vor dem Aus. "Sowohl von Seiten der Europäischen Union, als auch von Seiten der neugewählten Regierung Spaniens wird der Plan abgelehnt", erklärt Gabriel Schwaderer, Geschäftsführer bei der internationalen Umweltstiftung EuroNatur, die sich mit einer Protest-Kampagne gegen die massiven Umweltzerstörungen gewandt hatte.

Der "Nationale Wasserplan", der bereits im Jahr 2001 von der konservativen Regierungspartei Partido Popular im spanischen Parlament verabschiedet wurde, hatte europaweit heftige Proteste hervorgerufen. Kritiker befürchteten massive Naturzerstörungen und ein Trockenfallen des riesigen Ebro-Deltas. Die Generaldirektion Umwelt der Europäischen Union hatte noch im Februar ernsthafte Zweifel an der Kosten-Nutzen-Rechnung und der Umweltverträglichkeitsprüfung der spanischen Regierung geäußert.

"Dieser Plan hätte letztendlich nur den beteiligten großen Baufirmen und extrem wasserintensiven Wirtschaftszweigen wie dem Massentourismus und dem intensiven Obst- und Gemüseanbau genutzt. Wir hoffen nun, dass ein Konzept entwickelt wird, das mehr Wert auf die Möglichkeiten zur Wassereinsparung und auf umweltverträglichere Wirtschaftsweisen legt" erläutert Gabriel Schwaderer von EuroNatur.

Währenddessen entbrennt in Spanien ein Streit um die bereits laufenden oder kurz vor dem Abschluss stehenden Aufträge und Bestellungen für die geplante Ebro-Pipeline. Elvira Rodríguez Herrer, die noch bis in die erste Aprilhälfte amtierende Umweltministerin kündigte an, dass sie alles daran setzen werde, die Verträge für die geplanten Baumaßnahmen im Wert mehrerer Hundert Millionen Euro noch vor dem Regierungswechsel abzuschließen.

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