Tod durch Gift

Auf dünnem Eis - in Ungarn werden immer mehr Greifvögel vergiftet aufgefunden. Darunter auch Kaiser- und Seeadler.

© Dieter Mahlke

Innerhalb der letzten zwei bis drei Jahre ist die Zahl der vergifteten Greifvögel in Ungarn dramatisch angestiegen. Seit 2006 bis zum März 2008 wurden hier allein 29 Kaiseradler und 26 Seeadler aufgefunden, die durch Giftköder umgekommen sind. Die Dunkelziffer dürfte noch deutlich höher sein. Angesichts der ohnehin geringen Bestandsgrößen eine Besorgnis erregende Entwicklung. Derzeit leben in Ungarn nur insgesamt 70 bis 80 Brutpaare der weltweit als bedroht eingestuften Kaiseradler. In Bulgarien sind es sogar nur 25 bis 30 Paare.

Jeder Verlust eines Einzeltieres bedeutet somit eine Gefahr für den Fortbestand der Art. Doch das Problem ist nicht auf Ungarn beschränkt. In ganz Europa sterben immer wieder Adler, Geier, Wölfe, Bären, Luchse und andere Wildtiere an illegal ausgelegten Giftködern, die meist von Viehhaltern zum Schutz ihrer Herden vor streunenden Hunden oder Wölfen ausgebracht werden. Im April 2007 etwa fand ein mazedonischer Jäger 18 verendete Gänsegeier in der Mariovo-Bergregion im Süden Mazedoniens. Sehr wahrscheinlich waren die seltenen Tiere durch vergiftetes Aas getötet worden.

EuroNatur fordert deshalb, dass das Problem der Giftköder in der Landschaft von den nationalen Regierungen und auch von der Europäischen Kommission ernst genommen und konsequent nach Lösungsmöglichkeiten gesucht wird.

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