Verbraucher, Landwirte und Politiker verantwortlich für rapiden Artenschwund

Sechs goldene Verbrauchertipps von EuroNatur

 

Presseinfo vom 29. September 2006

 

Radolfzell. Anlässlich des "Europäischen Tages der biologischen Vielfalt in landwirtschaftlichen Gebieten" (European Agrobiodiversity Day, Samstag, 30.9.2006) hat die internationale Umweltstiftung EuroNatur auf die zunehmende Gefährdung vieler Tier und Pflanzenarten in den Kulturlandschaften Europas hingewiesen. Schmetterlinge, Vögel, Hase, Hamster und Co. finden auch in Deutschland immer weniger geeigneten Lebensraum. So leben nach einer Untersuchung der EU-Kommission heute 32% weniger Vögel in den landwirtschaftlichen Gebieten der EU als noch 1980. Hauptgrund für diesen rapiden Schwund sei die Intensivierung der Landwirtschaft.

Nach Ansicht von EuroNatur tragen Verbraucher, Landwirte und Politiker dafür gleichermaßen Verantwortung. Zum einen würden sich der Deutsche Bauernverband und viele Politiker vehement dagegen wehren, dass ein größerer Teil der EU-Agrarsubventionen in Deutschland in naturverträgliche Landwirtschaft und nachhaltige Regionalentwicklung investiert wird, obwohl die Vorgaben der EU-Kommission dies zulassen würden. Zum Anderen würden auch die Verbraucher die Verödung der Landschaft mit verursachen, indem sie immer noch viel zu wenig auf Qualität und Herkunft ihrer Lebensmittel achten. Das Konsumverhalten von uns Verbrauchern entscheide welche Art von Landwirtschaft und damit auch welche Art von Landschaft wir in Zukunft haben werden, betont man bei EuroNatur. "Wer bunt blühende Wiesen und Kühe auf der Weide sehen möchte, der sollte das nicht nur fordern, sondern beim Einkauf auch zur Biomilch greifen. Daran hängen Tausende Arbeitsplätze auf dem Land und die Zukunft vieler heimischer Tier - und Pflanzenarten", gibt EuroNatur-Präsident Claus-Peter Hutter zu bedenken.

Im Rahmen der Aktion "Gourmets for Nature" hat EuroNatur einige grundsätzliche Verbrauchertipps zusammengestellt, die nicht nur eine gesündere und schmackhaftere Ernährung, sondern auch eine vielfältigere und artenreichere Landschaft zur Folge hätten.

 

Sechs goldene Verbrauchertipps von EuroNatur:

Regionalität: Gehen Sie wenn möglich auf dem Markt oder direkt beim Erzeuger einkaufen. Achten Sie ansonsten auf möglichst kurze Transportwege.

Saisonalität: Genießen Sie vorwiegend die Früchte der Saison. Dann sind sie nicht nur frisch und schmackhaft, sondern meist auch preisgünstig. Wer mitten im Winter auf Erdbeeren und Spargel nicht verzichten mag, nimmt nicht nur Schäden für Natur und Umwelt in Kauf, sondern muss auch mit hohen Preisen und starker Pestizidbelastung rechnen.

Zeit und Geld: Werten Sie das Essen auf. Nahrungsaufnahme ist kein notwendiges Übel, sondern kann zu einem Genuss für alle Sinne werden. Auch mit vergleichsweise wenig Aufwand an Zeit und Geld.

Bio: Nutzen Sie Bioprodukte wann immer Sie können. Für die Mehrkosten bekommen Sie auch gesündere und oftmals schmackhaftere Lebensmittel. Das ökologisch produzierte Steak eines Tieres, das sein Leben auf der Weide verbracht hat und schonend geschlachtet wurde, schmeckt einfach besser als das billige Steak aus dem Supermarkt.

Keine Gentechnik: Die Agro-Gentechnik bringt unkalkulierbare Verbreitungsrisiken mit sich, sie verstärkt den Trend zur hochindustrialisierten Landwirtschaft unter hohem Chemieeinsatz, schadet der Sortenvielfalt mit wenigen in Monokultur angebauten Pflanzensorten und bringt international viele ehemals selbständige Kleinbauern in eine verhängnisvolle Abhängigkeit von den großen Agrochemie-Konzernen. Mit der vorhandenen Sortenvielfalt wäre es ein Leichtes die Weltbevölkerung zu ernähren. Niemand braucht die Agro-Gentechnik außer der Agrar-Industrie selbst. Achten Sie deshalb auf gentechnikfreie Lebensmittel und fordern Sie das auch von ihren Volksvertretern.

Information: Informieren Sie sich! Sprechen Sie mit Ihrem Metzger, der Frau an der Käsetheke oder den Angestellten im Supermarkt. Fragen Sie nach, wo die Produkte herkommen und wie sie hergestellt wurden.

 

Mehr zur Aktion "Gourmets for Nature", zu den politischen Hintergründen und den EuroNatur-Forderungen lesen Sie unter www.euronatur.org

Gourmets for Nature: www.euronatur.org

Agrarpolitik: www.euronatur.org

 

Bei Rückfragen:

Stiftung Europäisches Naturerbe (EuroNatur)

Konstanzer Str. 22

78315 Radolfzell

Tel. 07732 - 92 72 0

Fax 07732 - 92 72 22

E-mail info(at)euronatur.org

Internet www.euronatur.org

 

 

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