Erfolg für den Naturschutz: Saline Ulcinj zum Naturpark erklärt

++ Salzgarten in Montenegro wird endlich geschützt ++ Über 15 Jahre hat die Stiftung EuroNatur für das wichtige Zugvogelgebiet gekämpft ++

Flamingos in der Saline Ulcinj

Profitieren von der Naturparkausweisung: Flamingos in der Saline Ulcinj.

© Peter Sackl

Radolfzell, Ulcinj.  Gute Nachrichten für Zugvögel: Die Saline Ulcinj im Süden Montenegros wurde zum Naturpark erklärt und erhält nun erstmals einen Schutzstatus. Auf dieses Ziel hatte die in Radolfzell ansässige Stiftung EuroNatur seit inzwischen 15 Jahren hingearbeitet. „Hartnäckigkeit zahlt sich also doch aus“, sagt EuroNatur-Geschäftsführer Gabriel Schwaderer. „Die Entscheidung der Kommune eröffnet die Möglichkeit, die Saline tatsächlich zu erhalten und wiederzubeleben. Es war ein langer Kampf bis zu diesem Tag."

Das Lokalparlament der Gemeinde Ulcinj hatte nach monatelangen Diskussionen am Montag, 24. Juni, die Saline zu einem Naturpark erklärt. Entscheidend eingewirkt hatten vor Ort die lokalen EuroNatur-Partner CZIP und die Martin Schneider-Jacoby Gesellschaft (MSJA), benannt nach einem ehemaligen EuroNatur-Mitarbeiter. 

„Dieser Sieg für die Natur ist ein einzigartiges Beispiel dafür, wie Menschen für Vögel kämpfen, diese unglaublichen und zerbrechlichen Kreaturen. Gegen alle Widerstände, gegen Raumplanung, gegen Investorenwünsche, gegen die Wirtschaft, gegen nackte Zahlen. Uns ist jedoch bewusst, dass dies nur ein formeller Schutz ist und der wirkliche noch sehr weit entfernt ist“, sagt Jovana Janjušević von CZIP über den Etappensieg.

Vor einem Jahr hatten EuroNatur, BirdLife Europe and Central Asia, CZIP und MSJA eine internationale Petition gestartet, nachdem die montenegrinische Regierung über Jahre hinweg keine der immer wieder zugesagten Maßnahmen zum Schutz der Saline umgesetzt hatte. Über 110.000 Menschen hatten die Petition unterzeichnet - der öffentliche Druck auf die montenegrinische Regierung wurde immer größer. 

Der dauerhafte Schutz des Salzgartens an der Adria ist außerdem Bedingung für den EU-Beitritt des Balkanstaats - auch ein Ergebnis der langjährigen Arbeit der Naturschutzorganisationen. „Wir werden den weiteren Prozess genau verfolgen“, betont Gabriel Schwaderer. „Das Naturpark-Siegel darf nicht zum Feigenblatt für die Regierung werden. Jetzt geht es darum, die Weichen für die Revitalisierung der Saline zu stellen. In den vergangenen Jahren ist schon sehr viel zerstört worden. Zudem ist ein Managementplan aufzustellen, um das Gebiet dauerhaft zu sichern.“

Die Saline Ulcinj ist eines der bedeutendsten Feuchtgebiete an der Adriaküste und stellt für Zehntausende Wasservögel ein überlebenswichtiges Rastgebiet auf ihrem Zugweg dar - aber nur, wenn der Salinenbetrieb auch funktioniert. 
 

Hintergrundinformationen:

  • Das Salinenareal von Ulcinj in Montenegro, das zum Bojana-Buna-Delta gehört, ist mit 1.500 Hektar eine der größten Salinen im Mittelmeerraum – und eines der wichtigsten Rast-, Brut- und Überwinterungsgebiete für Zugvögel an der östlichen Adriaküste. Sehen Sie hier einen kurzen Dokumentarfilm zum Gebiet.

Rückfragen:
EuroNatur: Anja Arning, anja.arning(at)euronatur.org, Tel. +49 7732 927213
CZIP: Jovana Janjušević, jovana.czip(at)gmail.com, Tel. +382 20 272 051

 

 

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