Abschlusskonferenz des Sava TIES-Projekts

Die letzte Konferenz des Projekts Sava TIES, die am 12. Mai 2021 um 10 Uhr online stattfand, bot die Gelegenheit, die Ergebnisse der dreijährigen internationalen Zusammenarbeit zu präsentieren. Das Sava TIES- Projekt hatte das Ziel, ein effektives Management von invasiven gebietsfremden Arten im Flussgebiet der Save zu erreichen. Die Konferenz wurde von EuroNatur, den öffentlichen Einrichtungen des Naturparks Lonjsko Polje, bzw. Zeleni Prsten und ihren Partnern des SavaParks-Netzwerks organisiert.

Mit schwerem Gerät wurde in manchen Gebieten den Neophyten zu Leibe gerückt - oftmals die einzige Möglichkeit, die ungeliebten Pflanzen wieder loszuwerden.

© Goran Safarek

Die Doku „Die Blaue und die Grüne Welt der Save“ zeigt die ganze Schönheit im Save-Einzugsgebiet.

Das Sava TIES- Projekt läuft seit drei Jahren mit dem Ziel, eine wirksame Lösung für die dauerhafte Beseitigung invasiver gebietsfremder Arten zu entwickeln, also aller Organismen, die in einem bestimmten Ökosystem nicht heimisch sind, sondern durch menschliche Aktivitäten eingeschleppt wurden. Invasive gebietsfremde Arten lassen sich nur schwer managen und haben negative Auswirkungen auf die natürlichen Lebensräume in Europa. Die Verluste, die durch ihre Anwesenheit entstehen, sind beträchtlich, da sie nicht nur die Umwelt, sondern auch die Wirtschaft und die Gesundheit beeinträchtigen.
Das Sava TIES- Projekt beinhaltete auch Kurse über die Methoden zur dauerhaften Entfernung von invasiven Neophyten, die sich als vorteilhaft für alle Projektpartner erwiesen haben und ihnen eine wertvolle Gelegenheit boten, ihre spezifischen Erfahrungen und das Know-how im Umgang mit invasiven Arten zu teilen. Die disziplinübergreifende internationale Zusammenarbeit hat dazu beigetragen, eine stärkere und engere Verbindung innerhalb des gesamten transnationalen Save-Korridors aufzubauen. Das Budget des dreijährigen Projekts beträgt 1.604.137 Euro.

Die Konferenz wurde von EuroNatur-Geschäftsführer Gabriel Schwaderer und Marija Kušmiš, Direktorin der Lonjsko Polje Nature Park Public Institution eröffnet. „Neben dem Klimawandel, dem Verlust von Lebensraum und der direkten Ausbeutung von Pflanzen stellen invasive gebietsfremde Arten eine der größten Bedrohungen für die biologische Vielfalt dar", sagte Kušmiš. Wenn es um die Erhaltung der Biodiversität im Flussgebiet der Save geht, sind die gefährlichsten Neophyten der aus Nordamerika stammende Bastardindigo, das Drüsige Springkraut, das durch Mulchen effektiv beseitigt werden kann sowie der Japanische Staudenknöterich, eine aus Ostasien importierte Art. 
Aljoša Duplić, Leiter des Instituts für Umwelt und Naturschutz des kroatischen Ministeriums für Wirtschaft und nachhaltige Entwicklung betonte die Bedeutung gemeinsamer Anstrengungen bei der Bewältigung dieser Herausforderungen. Er drückte die Hoffnung aus, dass die Partner aus den verschiedenen Ländern weiterhin zusammenarbeiten werden, um alle negativen Auswirkungen auf die Umwelt zu beseitigen und eine gute Koexistenz an der Save zu entwickeln.

An der Podiumsdiskussion nahmen Partner aus Deutschland, Kroatien, Slowenien, Serbien und Bosnien und Herzegowina teil. Sie alle trugen zum Erfolg der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit bei, die für eine zeitnahe und erfolgreiche Bewältigung der Neophyten-Problematik unerlässlich ist. Darüber hinaus beinhaltete die Konferenz u.a. die Präsentation des Gesamtkonzepts des Projekts sowie die Aktivitäten der Öffentlichkeitsarbeit. „Die Menschen sind sich immer noch nicht bewusst, wie ernst die Situation ist und wie verheerend die Auswirkungen von eingeschleppten Arten sein können“, sagte Luka Basrek von Zeleni prsten Public Institution of Zagreb Country. „Deshalb versuchen wir, wenn wir dieses Thema öffentlich ansprechen, immer mit den eindringlichsten Beispielen und Fakten aufzuwarten, um die Menschen mit dem Problem vertraut zu machen."
Diskutiert wurden auch die Ergebnisse des Projekts, die künftige Zusammenarbeit und die Rolle, die Nichtregierungsorganisationen bei der politischen Entwicklung spielen können. „In mehreren Ländern gibt es gewisse Defizite in Bezug darauf, wie schnell auf die Frühwarnzeichen einer Invasion reagiert wird", sagte Jana Kus vom slowenischen Symbiosis-Institut und wies darauf hin, dass „eine Frühwarnung entscheidend ist, um einer weiteren Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten entgegen wirken zu können." Die Wissenschaftlerin Ana-Christina Cardoso und ihr Vertreter des Interreg Donauprogramms Gustzav Csomor, die als externe Mitarbeiter an diesem Projekt beteiligt waren, betonten die Bedeutung der transnationalen Zusammenarbeit und stellten heraus, wie wichtig es ist, das Wissen in Bezug auf Neophyten im Save-Einzugsgebiet zu teilen.

Im Rahmen der Konferenz wurde auch der Dokumentarfilm „Die Blaue und die Grüne Welt der Save“ (The Blue and Green World of the Sava River) von Goran Šafarek gezeigt. Der viertelstündige Film stellt die Projektgebiete vor, befasst sich mit dem Problem der invasiven gebietsfremden Arten und konzentriert sich auf einige von ihnen, sowie auf die Methoden, die helfen könnten, sie zu managen.

Mitmachen und dabei sein - werden Sie aktiv

Spende

Zukunft braucht Natur. Wir setzen uns für sie ein. Bitte nutzen Sie Ihre Möglichkeiten, um zu helfen. Ihre Spende ist ein wirkungsvoller Beitrag für eine lebenswerte Umwelt.

Fördermitgliedschaft

EuroNatur setzt auf langfristig angelegte Naturschutzprojekte statt Schnellschüsse. Mit Ihren regelmäßigen Spendenbeiträgen geben Sie uns die dafür nötige Planungssicherheit.

Aktuelles

EuroNatur-Preis lenkt den Fokus auf Waldzerstörung und den Ukraine-Krieg

++ Waldschützerinnen und Waldschützer erhalten den EuroNatur-Preis 2022 ++ Krieg gegen die Ukraine und dessen Folgen erschweren die Arbeit von…

Enttäuschende Kompromisse nach Abstimmung im EU-Parlament

Nach der Abstimmung in Straßburg über die Erneuerbare-Energie-Richtlinie (RED) überwiegt die Enttäuschung. Die Abgeordneten haben es versäumt,…

Letzte Geier in Bulgarien ausgewildert

++ Zwei weibliche Mönchsgeier im bulgarischen Balkangebirge ausgewildert ++ Erfolgreiches Projekt ist nach sieben Jahren ausgelaufen ++ Am 3.…

Umweltverbände legen Kernforderungen für ein Aktionsprogramm Oder vor

Oder-Katastrophe als Chance für eine ökologische Revitalisierung nutzen.

Oder-Katastrophe: Ursachen lückenlos aufklären und Sanierung der Oder sicherstellen

Das Fischsterben in der Oder ist menschengemacht, so viel steht fest. Entschiedene Schritte sind jetzt gefragt.

Dürre in der Saline Ulcinj

Trockenheit und unzureichendes Wassermanagement haben die Saline Ulcinj in Montenegro nahezu austrocknen lassen. Dennoch können Naturschützer der…

Vorläufiger Bericht der Neretva-Wissenschaftswoche

Die ersten Ergebnisse der Wissenschaftswoche an der Neretva liegen vor und wurden in einem Bericht zusammengefasst. Er liefert erste Eindrücke,…

Storchendorftreffen im serbischen Taraš

Endlich wieder persönlich zusammenkommen: Nach zwei Jahren Covid-Zwangspause haben sich Vertreter aus sieben Europäischen Storchendörfern in Taraš…

Hohes Risiko bei Investionen in Wasserkraft auf dem Balkan

Große Wasserkraft-Neubauprojekte in Südosteuropa (1) sind mit massiven Investitionsrisiken behaftet und haben niedrige Realisierungsraten. Das zeigt…

Auszeichnung für Waldschützer und Waldschützerinnen aus Deutschland und der Ukraine

++ EuroNatur-Preis 2022 geht an Antje Grothus, Fedir Hamor und die Organisation Free Svydovets ++ Europas letzte Urwälder stehen unter enormen Druck…

Einzigartige Flusslandschaft am Südrand Mitteleuropas

Mit dem neuen EuroNatur-WWF-Reiseführer „Mur, Drau und Donau – Leben durch Flussdynamik“ lernen Natururlauber den Südosten Mitteleuropas von seiner…

Saline Ulcinj als Staatseigentum eingetragen

Der Salzgarten im Süden Montenegros ist als Staatsland ins Kataster der Stadt Ulcinj eingetragen worden. Damit ist die Eigentumsfrage, um die es…

Die Erforschung der Unbekannten: Wissenschaftswoche am Oberlauf der Neretva

Rund 50 internationale Wissenschaftlerinnen und Flussschützer haben eine Woche lang die obere Neretva untersucht. Die Daten sollen dabei helfen,…

Aufmerksamkeit für RED4Nature-Kampagne

Mit gleich zwei öffentlichkeitswirksamen Aktionen haben Künstlerinnen und EuroNatur-Mitarbeiterinnen am 22. und 23. Juni in Brüssel für Aufmerksamkeit…

Albanische Regierung unterzeichnet Erklärung zur Errichtung eines Vjosa-Wildflussnationalparks

++ Albanien markiert wichtigen Schritt für den Schutz der Vjosa ++ Regierung signiert Absichtserklärung für Europas ersten Wildfluss-Nationalpark ++