Artenvielfalt weggespritzt

Die Ergebnisse einer europaweiten Studie unter Federführung der Universität Göttingen sind eindeutig: die in der Landwirtschaft eingesetzten Spritzmittel sind der Hauptgrund für einen drastischen Rückgang der Artenvielfalt auf Ackerböden und deren Umgebung. Im Vergleich zum ökologisch bewirtschafteten Acker finden sich auf einem mit Pestiziden behandelten Feld nur rund die Hälfte der Arten.

Der Acker als Lebensraum: Mohnblume im Gerstenfeld

© Kerstin Sauer

Für die Studie untersuchten die Agrarwissenschaftler 150 Weizenfelder in acht europäischen Ländern, darunter auch in Deutschland. Sie wollten herausfinden, welche Wirkung verschiedene Einflussfaktoren wie die Bodenbeschaffenheit oder die Art des Landbaus auf die Vielfalt von Pflanzen und Tieren haben. Dabei stellten sie fest, dass Laufkäfer und Pflanzen schon von relativ kleinflächigen ökologisch bewirtschafteten Feldern profitierten. Vögel, Tagfalter und Bienen benötigten dagegen großräumige Flächen ohne Pestizideinsatz für eine positive Bestandsentwicklung.

Als Koordinator einer Plattform von Verbänden aus Natur-, Tier- , Verbraucherschutz und bäuerlicher Landwirtschaft setzt sich EuroNatur seit Jahren für eine ökologisch verträgliche Landwirtschaft ein. Die Plattform begleitet den derzeitigen Reformprozess der EU-Agrarpolitik mit Stellungnahmen und politischer Lobbyarbeit, um eine Neuausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach dem Jahr 2014 zu bewirken. Die Verbände fordern von der EU-Kommission, neue gesellschaftliche Herausforderungen wie Biodiversitäts- und Klimaschutz hinreichend aufzunehmen und für deren Umsetzung zu sorgen.

Zur Pressemitteilung der Georg-August-Universität Göttingen

Link zur Verbändeplattform

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