Hoffnung für Europas Amazonas?

Erstes Schutzgebiet über fünf Ländergrenzen geplant

 

Presseinformation vom 28. März 2011


Radolfzell.  Nägel mit Köpfen machten am 25. März die zuständigen Umweltminister der Länder Österreich, Kroatien, Ungarn, Serbien und Slowenien. Sie unterzeichneten in Budapest auf Einladung des EU-Ratspräsidenten Ungarn eine gemeinsame Absichtserklärung. Darin verankert ist das Ziel, das weltweit erste UNESCO-Biosphärenreservat zu schaffen, das über fünf Ländergrenzen hinweg reicht. Das neue Schutzgebiet am Grünen Band Europa soll die artenreichen und ursprünglichen Auen- und Flusslandschaften von Donau, Drau und Mur dauerhaft sichern. „An Drau und Mur können wir heute noch Auwälder erleben, wie sie vor 100 Jahren in Deutschland an Rhein oder Donau zu finden waren. Diese Flusslandschaften sind so etwas wie der Amazonas Europas“, sagt EuroNatur-Geschäftsführer Gabriel Schwaderer.

Die Vision eines Fünf-Länder-Biosphärenreservates zwischen Kroatien, Serbien, Slowenien, Österreich und Ungarn hatte EuroNatur gemeinsam mit dem WWF, der Drava Liga und zahlreichen Partnern vor über 15 Jahren entwickelt und über die Jahre am Leben erhalten. Doch lange hatten die einzelnen Länder nicht mitgezogen, und die Umsetzung der vielversprechenden Vision lag auf Eis. Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung war das Signal, das Ungarn und Kroatien im Jahr 2009 setzten. Die Premierminister der beiden Länder unterschrieben eine Deklaration zur Schaffung eines grenzüberschreitenden Biosphärenreservates zwischen Ungarn und Kroatien.

„EuroNatur bemüht sich seit den 1990er Jahren intensiv um eine länderübergreifende Zusammenarbeit zum Schutz der ursprünglichen Flusslandschaft an Donau, Drau und Mur. Wir freuen uns, dass die fünf Anrainerstaaten mit ihrer gemeinsamen Absichtserklärung den Weg für das Fünf-Länder-Biosphärenreservat ebnen. Der Schutz der Flussauen ist der richtige Schritt in Richtung einer grenzüberschreitenden Regionalentwicklung. Die Länder werden vom Schutz der Natur profitieren“, sagt EuroNatur-Projektleiter Dr. Martin Schneider-Jacoby. 

Das neue, fünf Länder einschließende Auenschutzgebiet wäre 800.000 Hektar groß und damit das größte in ganz Europa. Der internationale Schutzstatus wird bei der Entwicklung eines naturverträglichen Tourismus und bei der Kooperation zwischen den Kulturstädten helfen.

 

Hintergrundinformationen:

  • Gemeinsame Vision von EuroNatur und WWF Österreich für den nachhaltigen Schutz der einzigartigen Flusslandschaften von Drau und Mur.
  • Mehr über die Arbeit von EuroNatur zum Schutz der Flusslandschaften von Drau und Mur und am Grünen Band Europa.
  • Link zum Amazonas Kroatiens bei youtube


    Interviewpartner und Fotomaterial:

    EuroNatur
    Konstanzer Straße 22
    78315 Radolfzell
    Tel.: 07732 - 92 72 10
    Fax: 07732 - 92 72 22
    E-Mail: info@euronatur.org
    Internet: www.euronatur.org
    Ansprechpartner: Dr. Martin Schneider-Jacoby
    Pressekontakt: Katharina Grund

Mitmachen und dabei sein - werden Sie aktiv

Spende

Zukunft braucht Natur. Wir setzen uns für sie ein. Bitte nutzen Sie Ihre Möglichkeiten, um zu helfen. Ihre Spende ist ein wirkungsvoller Beitrag für eine lebenswerte Umwelt.

Fördermitgliedschaft

EuroNatur setzt auf langfristig angelegte Naturschutzprojekte statt Schnellschüsse. Mit Ihren regelmäßigen Spendenbeiträgen geben Sie uns die dafür nötige Planungssicherheit.

Aktuelles

Flamingos oder Flugzeuge: Proteste gegen Flughafen in Albanien

++ Weltfeuchtgebietstag lenkt Aufmerksamkeit auf globale Zerstörung von Flüssen, Seen, Mooren und Küsten ++ Große Protestaktion in Albanien gegen…

Schwaderer in Steinmeiers Delegation

Große Ehre für Gabriel Schwaderer: Der EuroNatur-Geschäftsführer war bei Bundespräsident Frank-Walter Steinmeiers Staatsbesuch in Albanien und…

Vjosa-Wildfluss-Nationalpark: Expertenteam legt Machbarkeitsstudie vor

Die Vjosa, einer der letzten großen Wildflüsse Europas, ist ihrer Unterschutzstellung heute einen großen Schritt nähergekommen. Das Projektteam aus…

Rechtliche Schritte gegen den Vlora-Flughafen in Albanien

Neue Entwicklungen zum geplanten Flughafenbau in der Narta-Lagune: Die von unseren Partnern eingereichte Klage gegen das Projekt wurde in erster…

Düstere Aussichten für Svydovets

Im ukrainischen Bergmassiv Svydovets soll ein gigantisches Skiresort entstehen. Gegen diese Pläne hat die Umweltbewegung Free Svydovets geklagt. Nun…

Jahresrückblick 2022

Ukraine-Krieg und Energiekrise, Vogelgrippe und Fischsterben, dazu noch immer die Corona-Pandemie und ihre Folgen. 2022 war ein kompliziertes Jahr,…

Vielfalt der Natur im Fokus

++ Internationaler EuroNatur-Fotowettbewerb 2023 startet ++ Runder Geburtstag für die „Naturschätze Europas“ ++

Weiterer Widerstand gegen albanischen Flughafenbau

Europäische Regierungen fordern die albanische Regierung auf, den Bau des Flughafens in der Narta-Lagune auszusetzen. Das Hauptargument: die…

Forderung nach Beschleunigung des Solarausbaus

Führende Umwelt-, Klima- und Naturverbände fordern gemeinsam mit der Solarbranche eine nachhaltige Beschleunigung der Solarenergie.

Berner Konvention fordert Bosnien-Herzegowina auf, alle Staudammprojekte am Fluss Neretva zu stoppen

Am 2. Dezember beschloss der Ständige Ausschuss der Berner Konvention (Übereinkommen über die Erhaltung der europäischen wildlebenden Pflanzen und…

Illegaler Flughafenbau: Umweltgruppen verklagen die albanischen Behörden

++ Klage gegen Bau des internationalen Flughafens Vlora wegen Unregelmäßigkeiten und Gesetzesverstößen ++ Flughafen stellt eine massive Bedrohung für…

Polnische Ausbaupläne könnten der Oder den Rest geben

++ Regierung in Warschau plant Ausbau des deutsch-polnischen Grenzflusses ++ Naturschutzorganisationen reichen Beschwerde bei EU ein ++…

Projekt BESTbelt bietet neue Möglichkeiten am Grünen Band Europa

Vor 33 Jahren ist die Berliner Mauer gefallen und es begann eine neue Zeitrechnung. Nicht nur für die deutsche Wiedervereinigung, sondern auch für die…

"Destruktiv, undemokratisch und wahrscheinlich illegal"

Kritik an durchgesickerten EU-Maßnahmen für erneuerbare Energien: Die EU-Pläne für eine Dringlichkeitsmaßnahme, um die Entwicklung erneuerbarer…