Polnische Wölfe bei Treibjagd erschossen

Wilder Westen in Polen: Am vergangenen Samstag erschossen belgische Jäger bei einer Treibjagd auf Rehe nahe des Drawa Nationalparks in Nordwestpolen auch zwei Wölfe. Polnische Naturschützer wie EuroNatur-Partner Wilk protestierten heftig. Wölfe sind in Polen streng geschützt.

Haben die belgischen Jäger die Wölfe absichtlich erschossen? Die polnischen Behörden ermitteln.

© Joachim Flachs

Die zwei getöteten Tiere gehörten zu einem Rudel, das aus drei adulten Wölfen und zwei bis drei Welpen bestand. Vermutlich waren das getötete Wolfsmännchen und -weibchen die Eltern der jungen Wölfe. Der Tod der beiden Wölfe stellt nach Ansicht von Wilk eine ernsthafte Bedrohung für das Überleben des Rudels dar. 

Die belgischen Jäger gaben an, die Tiere mit Marderhunden verwechselt zu haben. Wilk hält diese Erklärung jedoch für unglaubwürdig: Zwischen Wölfen und Marderhunden bestehen sowohl hinsichtlich der Größe als auch des Aussehens deutliche Unterschiede. Die polnischen Behörden untersuchen nun die Hintergründe der Tat. 

EuroNatur engagiert sich gemeinsam mit Wilk bereits seit Ende der 1990er Jahre für den Schutz der polnischen Wölfe. Die positive Bestandsentwicklung belegt den Erfolg der Schutzmaßnahmen: Derzeit leben in lange unbesiedelten Bereichen in Westpolen wieder 95 bis 100 Wölfe in 20 Rudeln. Dennoch kann von einer stabilen Population nach wie vor nicht die Rede sein. Wilderei, Unfalltod an Straßen und Parasiten bedrohen die Wolfsbestände. 



Zur Meldung von Wilk vom 14. Dezember 2011 (englisch)

Mehr über die Arbeit von EuroNatur zum Schutz der Wölfe in Europa


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