Tatort Adria: Erfolg gegen Vogeljagd

Infolge der Rangerkontrollen war die seltene Moorente im Januar 2014 wieder auf dem Svitava-See zu beobachten.

© Andreas Hafen

Gute Nachrichten zum Weltzugvogeltag am 10. und 11. Mai

 

Presseinformation vom 7. Mai 2014

Radolfzell.   „Wir haben eine Chance gegen die Vogeljagd auf dem Balkan“, sagt Gabriel Schwaderer, Geschäftsführer der international tätigen Naturschutzorganisation EuroNatur anlässlich des Weltzugvogeltages am 10. und 11. Mai 2014, der unter dem Motto „Flugrouten als Reiseziel: Zugvögel und Tourismus“ steht. „Entscheidend ist, dass die Einhaltung bestehender Jagdverbote zuverlässig kontrolliert wird. Wenn die Vogeljagd in den wertvollen Rast- und Brutgebieten an der östlichen Adria aufhört, erholen sich die Vogelbestände dort sehr schnell.“ Das belegen Zahlen aus einem der Hauptbrennpunkte der Vogeljagd auf dem Balkan: dem Naturpark Hutovo Blato im bosnischen Teil des Neretva-Deltas. Bei der Internationalen Winterwasservogelzählung im Januar 2014 zeigte sich dort seit Jahren das erste Mal ein Bild der Hoffnung: Das Zählteam registrierte auf dem Svitava-See fast 17.000 Vögel. Das waren mehr als zehn Mal so viele Individuen als im Vorjahr. EuroNatur hatte im Jahr 2013 in Zusammenarbeit mit der Naturparkverwaltung regelmäßige Kontrollen durch Park-Ranger sicher gestellt.


Doch Entwarnung gibt es nicht: „Jährlich fallen mehrere Millionen Zugvögel an der östlichen Adria Vogeljägern zum Opfer. Im Naturpark Hutovo Blato war die Vogeljagd bislang katastrophal. Um die Verhältnisse für die Zugvögel dort dauerhaft zu verbessern, brauchen wir einen langen Atem“, so Gabriel Schwaderer. In der Feuchtgebietslandschaft von Hutovo Blato gilt ein grundsätzliches Jagdverbot. Doch bislang bestand dieses nur auf dem Papier. Die Menschen in Bosnien-Herzegowina sind seit dem Zerfall Jugoslawiens stark mit den politischen und wirtschaftlichen Problemen beschäftigt. Entsprechend wenig Aufmerksamkeit erfährt der Naturschutz. Dem Naturpark fehlte das nötige Geld, um Ranger auszubilden und sie angemessen für ihre Arbeit zu bezahlen. Entsprechend schlecht wurde die Einhaltung des Jagdverbots im Naturpark kontrolliert. Während des Herbstzuges in die Überwinterungsgebiete haben Vogeljäger den Naturpark regelmäßig nahezu leer geschossen. Unter den Opfern waren Arten, die in anderen Ländern Europas aufwändig geschützt werden wie Knäk- und Moorenten.


„Die wirklich nachhaltige Perspektive für den Naturpark Hutovo Blato und die Menschen in der Region heißt: Vogelbeobachtung statt Vogeljagd“, sagt Gabriel Schwaderer. Derzeit wird parallel zu den Jagdkontrollen das Wanderwegenetz ausgeweitet und Infrastruktur für die Vogelbeobachtung geschaffen.



Hintergrundinformationen:

  • Der Naturpark Hutovo Blato und das gesamte Neretva-Delta zählen zu den wichtigsten Rastgebieten für Zugvögel entlang der Adria-Zugroute:
  • Mehr zum Thema Vogeljagd auf dem Balkan
  • Ein Erfolg versprechendes Mittel im Kampf gegen die Vogeljagd ist der Naturtourismus. Er bietet den Menschen vor Ort neue Perspektiven. Der EuroNatur-Reiseführer "Adria-Ostküste" leistet dazu einen Beitrag.
  • Mehr über den Weltzugvogeltag



Rückfragen: EuroNatur, Konstanzer Str. 22, 78315 Radolfzell, Tel.: 07732 - 92 72 24,
Fax: 07732 - 92 72 22, E-Mail: info@euronatur.org, Internet: www.euronatur.org,
Ansprechpartner: Gabriel Schwaderer, Pressekontakt: Angie Rother



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