Westfälische Gemeinde erhält EuroNatur-Auszeichnung

Petershagen als "Vorbildliche Storchengemeinde" gewürdigt

Presseinformation vom 31. März 2003

Dank langjährigem Einsatz wieder mehr Störche

Petershagen. Die besonderen Verdienste der westfälischen Gemeinde Petershagen, Kreis Minden-Lübbecke, beim Schutz der letzten Weißstorchenpaare sind nun von der Stiftung Europäisches Naturerbe (EURONATUR) honoriert worden. Bei der zweiten überregionalen Storchentagung vom 27. - 29. März in Petershagen, würdigte die internationale Umweltstiftung die konsequente Naturbewahrung in der Petershagener Weseraue mit der Auszeichnung "Vorbildliche Storchengemeinde". Durch die Naturschutzarbeit flussabwärts der Porta Westfalica brüten heute wieder Störche in sechs Ortsteilen. Vor zehn Jahren war dies nur in zwei Ortsteilen der Fall. Damals wurden die Alarmglocken geläutet und das Aktionsbündnis zum Schutz der Weißstörche im Kreis Minden-Lübbecke wurde ins Leben gerufen. Heute ist Petershagen die storchenreichste Gemeinde in Nordrhein-Westfalen. Dieser Erfolg ist um so erstaunlicher, da die Weseraue zu den westlichsten Storchenbeständen im nördlichen Mitteleuropa zählt.

"Die Menschen in Petershagen fühlen sich mit dem Storch verbunden," betont Bürgermeisterin Schmitz-Neuland. Fünf Prozent der Gemeindefläche stehen unter Naturschutz und sind als Vorrangflächen für den Storch und andere Wasservögel ausgewiesen. Eine "Storchenroute" führt Besucher entlang der 27 interessantesten Natur- und Kulturattraktionen. Eine Kamera überträgt Bilder aus dem Storchennest auf drei Bildschirme live in die Stadt. Wanderwege und Beobachtungshütten ermöglichen einen Einblick in die Naturgebiete.

Einen großen Anteil an der erfolgreichen Arbeit hat die Nordrhein-Westfalen Stiftung. Die Weseraue soll nach Worten ihres Präsidenten Franz-Josef Kniola wieder ein natürliches Gesicht bekommen. Seit ihrer Gründung vor sechzehn Jahren unterstützt diese Einrichtung den Erhalt der letzten Wildstörche des Landes. Bereits 400 Hektar konnten für den Storchenschutz um Petershagen gekauft werden. Das Projekt ist beispielhaft für die Ziele der Stiftung, weil Kultur und Natur gemeinsam gefördert werden. Dies wird besonders bei der Erhaltung des historischen Gebäudes "Haus No. 2" in Windheim deutlich, welches während der Tagung vorgestellt wurde. Hier entsteht zur Zeit ein Informationszentrum zum Thema Weißstorch, um noch mehr Menschen für den Schutz zu begeistern. Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege arbeiten Hand in Hand und nur so können die Lebensbedingungen für Mensch und Storch gleichzeitig verbessert werden.

"Die erfolgreichen Maßnahmen und die gute Zusammenarbeit von Natur- und Kulturschützern mit der Stadt Petershagen zeigen, dass es auch in Deutschland möglich ist, freilebende Weißstörche als wichtigen Indikator für die natürliche Vielfalt in der Landschaft zu erhalten.", betonte Dr. Martin Schneider-Jacoby, Artenschutz-Experte von EuroNatur. Petershagen ist die zweite Gemeinde in Deutschland, die für ihre Naturschutzarbeit zum Erhalt der letzten Storchenpaare ausgezeichnet wird. 1998 wurden die Verdienste von Rheinstetten in Baden-Württemberg gewürdigt.

 

Bei Rückfragen:

Stiftung Europäisches Naturerbe (EuroNatur)

Konstanzer Straße 22

78315 Radolfzell

Tel. (07732) 92 72-0

Fax (07732) 92 72 22

e-mail: info(at)euronatur.org

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