Wolfsnachwuchs in Westpolen nachgewiesen

© Joachim Flachs

Gemeinsame Presseinformation von EuroNatur und IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) vom 24. August 2010


Radolfzell/Hamburg.   Mehrere der im westlichen Polen nahe der Grenze zu Deutschland lebenden Wolfsrudel haben Nachwuchs bekommen. Das belegen vom IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) und EuroNatur finanzierte Untersuchungen, die die polnische Umweltorganisation Association for Nature Wolf (AfN Wolf) in den letzten Wochen durchführte.

„Die Ergebnisse dieses Wolf-Monitorings sind sehr erfreulich,“ so Robert Kless vom IFAW-Deutschland. „Besonders vor dem Hintergrund, dass es in Westpolen bis vor wenigen Jahren kaum mehr Wolfsrudel gegeben hat.“ Heute sieht das anders aus: Ein neues Rudel hat sich in Niederschlesien im Dolno?l?skie Wald, ca. 35 Kilometer östlich der deutsch-polnischen Grenze, etabliert. Dort wurden in den letzten Jahren nur einzelne Wölfe beobachtet. Inzwischen besteht das Rudel aus zwei bis drei erwachsenen Tieren und drei bis vier Welpen. Wolfsschützerin Dr. Sabina Nowak (AfN Wolf) und ihr Team bestätigten darüber hinaus Nachwuchs bei zwei weiteren schon bekannten Rudeln in diesem Waldgebiet.

Auch weiter im Nordwesten Polens gelang der Nachweis von drei Rudeln, im Rzepin Wald östlich von Frankfurt/Oder, im Notecka Wald 70 Kilometer östlich der Grenze und im Drawskie Wald, 80 Kilometer östlich von Szczecin. Bei allen konnten in diesem Sommer Jungtiere entweder gesichtet oder durch Spuren und Fotofallen nachgewiesen werden.

Da die Wölfe in Westpolen mit denen in Ostdeutschland ein gemeinsames Vorkommen bilden, ist diese positive Entwicklung für die Zukunft der Wölfe in beiden Ländern entscheidend. Doch auch wenn das Wolfsvorkommen in Westpolen und Ostdeutschland offensichtlich stabiler wird, so ist es doch immer noch sehr isoliert. „Umso wichtiger ist es, dass wir Wildtierkorridore erhalten oder neu schaffen, die den Wölfen den Weg aus den ostpolnischen Habitaten in den Westen ebnen. Denn die wesentliche Quelle der Zuwanderung ist Ostpolen“, sagt EuroNatur-Geschäftsführer Gabriel Schwaderer.


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