Weißstorchschutz in Europa

Schwarz-weiße Segelflieger

Störche verhalten sich wie Segelflugzeuge: Sie nutzen warme Aufwinde (Thermik) und lassen sich ohne Flügelschlag in große Höhen tragen. Von hier aus gleiten sie über große Entfernungen zum Fuß einer neuen Thermik. Im aktiven Ruderflug könnten die eleganten Großvögel die langen Strecken in die Überwinterungsgebiete nicht bewältigen. Fehlende Aufwinde sind der Grund, warum Störche nicht direkt über das Mittelmeer nach Afrika fliegen. Die riesige Wassermasse bildet für die ziehenden Störche eine unüberwindliche Barriere, da das Wasser sich nicht so stark erwärmt wie das Land und sich hier entsprechend keine Thermik ausbildet.

Wo ziehen Störche?

Störche ziehen auf zwei Routen in ihre Winterquartiere. Eine sogenannte Zugscheide trennt Ostzieher von den Westziehern. Diese verläuft mitten durch Deutschland (von Holland bis zum Harz; dort knickt sie nach Süden zu den Alpen hin ab). Die westliche Zugroute führt über die Iberische Halbinsel nach Marokko und von dort nach Zentralafrika. Die östliche Zugroute führt über den Balkan, den Golf von Iskenderun, die Länder des Nahen Ostens nach Ost-, Zentral- und Südafrika. 

Wodurch sind Störche in Europa bedroht?

Wo Störche leben, ist die Qualität des Lebensraums hoch. Hier erfolgt die landwirtschaftliche Nutzung immer noch so, dass eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten überleben kann und ein üppiges Nahrungsangebot aus Heuschrecken, Eidechsen und anderen Beutetieren vorhanden ist. Doch es ist vor allem die veränderte Landnutzung, die den Weißstorch in Europa bedroht: Großflächige Weiden werden in Europa immer unrentabler mit der Folge, dass ein Großteil dieser wertvollen Storchenlebensräume nach und nach verloren geht. Offenes, feuchtes Grasland, das heißt traditionell bewirtschaftete, extensiv genutzte Wiesen und Weiden sind in Europa mittlerweile Mangelware. Heute werden die Wiesen meist zum falschen Zeitpunkt oder zu oft im Jahr gemäht. Dabei verwenden die Bauern Hochleistungsmaschinen, die Fröschen, Eidechsen, Mäusen und Maulwürfen den Garaus machen und damit auch dem Storch die Lebensgrundlage entziehen.

Was macht EuroNatur?

  • Storchenlebensräume schützen: Wir schaffen überzeugende Modellprojekte um zu zeigen, wie sich artenreiche Wiesen und Weiden in Europa dauerhaft erhalten lassen, um den Störchen in der Kulturlandschaft ausreichend Lebensraum zu bieten. 
  • Gesetzliche Grundlagen verbessern: Durch naturschutzpolitische Lobbyarbeit auf EU-Ebene setzten wir uns dafür ein, die Rahmenbedingungen für einen Erhalt der artenreichen Wiesen- und Weidenlandschaften in Europa zu verbessern. 
  • Positive Vorbilder stärken: Wir zeichnen Dörfer oder Gemeinden, in denen die Störche in Kolonien leben und die sich besonders für den Storchenschutz engagieren als „Europäische Storchendörfer“ aus und machen sie so international als besonderes Kultur- und Naturerbe bekannt.

Steckbrief Weißstorch

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Initiative "Europäische Storchendörfer

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EuroNatur-Projekte zum Storchenschutz in Europa

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