Noch ein weiter Weg für Westbalkan-Staaten

EU-Kommission legt Länderberichte zu Beitrittskandidaten vor

Bergwald in Albanien

In den Albanischen Alpen im Norden des Landes gibt es noch unberührte Wälder. Doch auch hier nehmen die illegalen Holzeinschläge zu.

© Gabriel Schwaderer
Feuchtgebiet in Albanien

Wo die albanische Vjosa in die Adria mündet, hat sie mit der Narta-Lagune ein Vogelparadies geschaffen, das national und international unter Schutz steht.

© Xhemal Xherri/PPNEA

Jährlich legt die EU-Kommission Länderberichte zu allen Beitrittskandidaten zur EU vor. Für EuroNatur sind insbesondere die Berichte zu den Westbalkan-Staaten von Interesse. Auch die aktuellen Berichte zeigen, dass alle Westbalkan-Staaten noch einen weiten Weg vor sich haben, nicht nur, aber insbesondere im Naturschutz.

Der weitere Ausbau der Wasserkraftnutzung wird in fast allen Länderberichten kritisiert. Bemängelt wird insbesondere, dass die Genehmigungsverfahren intransparent sind und Naturschutzbelange meist keine Rolle spielen. Eine Entwicklung, die EuroNatur schon länger beobachtet, schlägt sich nun auch in den Länderberichten nieder: Der illegale Holzeinschlag nimmt auf dem Balkan stark zu und die EU-Kommission fordert einige der Balkanländer dazu auf, dieses Problem zu lösen.

Besonders deutlich wird die EU-Kommission in ihrem Bericht zu Albanien: Sie kritisiert, dass die albanische Regierung im April 2021 einen Vertrag zum Bau eines internationalen Flughafens in der Vjosa-Narta-Lagune unterschrieben hat, obwohl diese durch nationale Gesetze und internationale Naturschutz-Konventionen geschützt ist. Ferner weist die EU-Kommission darauf hin, dass die Vjosa als einer der letzten Wildflüsse Europas einen wirksamen Schutz verdient. Damit bestärkt die EU-Kommission Forderungen an die albanische Regierung, die EuroNatur sowie ihre albanischen und internationalen Partnerorganisationen schon lange erheben.

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