ARD und „Die Zeit“ machen Tatort Adria sicherer

Die Auswirkungen der Berichte deutscher Medien geben neue Hoffnung, für Moorente & Co.

© Andreas Hafen

Im Herbst 2011 berichteten „Die Zeit“ und anschließend das „ARD-Europamagazin“ über den organisierten Vogelmord im Naturpark Hutovo Blato in Bosnien-Herzegowina. Die Redakteure begleiteten EuroNatur-Projektleiter Dr. Martin Schneider-Jacoby an die östliche Adria und schauten ihm beim Monitoring der illegalen Vogeljagd über die Schulter. Zu dieser Zeit trafen sich sonntags im Naturpark Hutovo Blato noch bis zu mehr als 100 Vogeljäger, um gemeinsam mit Motorbooten eine Treibjagd auf die rastenden Wasservögel zu veranstalten.  

Der ARD-Bericht vom 5. November 2011 wurde von der bosnischen EuroNatur-Partnerorganisation „Nase Ptice“ (Unsere Vögel) für eine Kampagne an alle zuständigen Behörden gesandt. Daraufhin wurden bei mehreren Razzien Gewehre beschlagnahmt und Polizei sowie Grenzschutz führen seither regelmäßig Kontrollen durch. „Seitdem wagt sich kein Jäger mehr auf den Svitava-See im Naturpark Hutovo Blato“, bestätigt EuroNatur-Projektleiter Dr. Martin Schneider-Jacoby nach einer Inspektion vor Ort.

Die positiven Auswirkungen zeigen sich deutlich: Fast 10.000 Tiere - und damit doppelt so viele wie zu Beginn der Jagdperiode und eine fünffach so große Zahl wie während des ARD-Drehtermins im Herbst 2011 - wurden bei der IWC auf dem Svitava-See gezählt. Besonders erfreulich ist auch, dass sich über 1.800 der seltenen Zwergscharben am Abend zum Schlafen auf dem See versammelten. Das sind etwa zwei Prozent des Weltbestandes. Außerdem konnten neun verschiedene Entenarten beobachtet werden. Darunter auch 38 Individuen der gefährdeten Moorente.

„Die Zahlen zeigen klar, welche Bedeutung der Naturpark Hutovo Blato für den Schutz der Artenvielfalt hat. Einheimische und Parkverwaltung sind froh, dass der Naturschutz durch die Berichte in den deutschen Medien gestärkt wurde. Für EuroNatur ist dieser Erfolg ein erster wichtiger Schritt auf dem langen Weg, den Vogelzug an und über die Adria sicherer zu machen“, sagt Martin Schneider-Jacoby. In vielen anderen Schutzgebieten in Kroatien, Montenegro und Albanien werden die Vögel immer noch rücksichtslos geschossen. Auch Hutovo Blato ist – trotz der positiven Effekte der Medienberichterstattung – nach wie vor nicht gesichert. Denn noch erhält der Naturpark im Monat nur 2.400 Euro von der Kantonsregierung in Mostar, um die Gehälter für 19 Mitarbeiter zu bezahlen. Regelmäßige Kontrollen sind somit, zumindest durch den Naturpark, schwer durchführbar. 

Link zum ARD-Beitrag "Vogelmord im Naturpark" vom 5.11.2011

Link zum Beitrag "Massaker im Naturpark" in der Zeit vom 30.9.2011

Mehr über die Arbeit von EuroNatur gegen die Vogeljagd auf dem Balkan


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