Balkanluchs im Shebenik-Jablanica-Nationalpark nachgewiesen

„Wir haben großartige Neuigkeiten“, verkündete Aleksandër Trajçe von der albanischen Naturschutzorganisation PPNEA am vergangenen Freitag in einer E-Mail an EuroNatur. Den Naturschützern gelang es zum ersten Mal, einen Balkanluchs mithilfe einer Kamerafalle im albanischen Shebenik-Jablanica-Nationalpark abzulichten.

Ertappt: Balkanluchs auf Streifzug im Shebenik-Jablanica-Nationalpark.

© PPNEA / SCOPES / BLRP

Im angrenzenden mazedonischen Jablanica-Gebirge tappte der erste Balkanluchs bereits im April 2010 in eine Fotofalle und lieferte damit den Beweis, dass die Region im mazedonisch-albanischen Grenzgebiet zum Lebensraum der bedrohten Großkatzen gehört. Auf albanischer Seite blieb dieser Nachweis trotz mehrfacher Versuche bisher aus. So ging bei umfassenden Feldstudien in den Jahren 2009 und 2011 kein einziger Luchs in die im Nationalpark aufgestellten Kamerafallen. 

„Dass uns jetzt endlich auch im albanischen Teil des Shebenik-Jablanica-Gebirgszuges ein Balkanluchs vor die Linse läuft, ist ein sehr positives Signal. Dennoch ist die Zukunft der seltenen Tiere weiterhin unsicher“, sagt EuroNatur-Geschäftsführer Gabriel Schwaderer. Zwar stellte die albanische Regierung im Mai 2008 nach intensiver Vorarbeit von EuroNatur und PPNEA 340 Quadratkilometer des ökologisch überaus wertvollen Gebirgszuges unter Schutz. Dennoch werden in diesem Gebiet immer wieder Luchse gewildert. Auch ihre wichtigsten Beutetiere, die Rehe und Gämsen, werden zu stark bejagt. So bleiben deren Populationsdichten zu gering, um dem Luchs ausreichend Nahrung zu garantieren. 

 

„Die Ausweisung des Shebenik-Jablanica-Nationalparks war ein wichtiger Schritt auf dem Weg, den Lebensraum der Balkanluchse dauerhaft zu schützen. Damit die Tiere dort aber eine sichere Zukunft haben, ist ein besseres Management des Schutzgebiets dringend erforderlich“, sagt Gabriel Schwaderer. 



Lesen Sie mehr über die EuroNatur-Projekte zum Schutz der Balkanluchse

 

 

Spende

Zukunft braucht Natur. Wir setzen uns für sie ein. Bitte nutzen Sie Ihre Möglichkeiten, um zu helfen. Ihre Spende ist ein wirkungsvoller Beitrag für eine lebenswerte Umwelt.

Fördermitgliedschaft

EuroNatur setzt auf langfristig angelegte Naturschutzprojekte statt Schnellschüsse. Mit Ihren regelmäßigen Spendenbeiträgen geben Sie uns die dafür nötige Planungssicherheit.

Aktuelles

Widerstand gegen Flughafenbau in Albanien

Trotz ständigen Drucks seitens nationaler und internationaler NGOs hält die albanische Regierung am Bau eines Großflughafens bei Vlora fest – mitten…

Auszeichnung für slowenische Flussschützerin

Die Biologin Andreja Slameršek wurde am 11. November mit dem Wolfgang Staab-Naturschutzpreis 2021 ausgezeichnet. Damit wird ihr unermüdlicher Kampf…

Albanische Gemeinde am Grünen Band Balkan ausgezeichnet

Die Kleinstadt Kukës im Nordosten Albaniens wurde als Modellgemeinde am Grünen Band ausgezeichnet. EuroNatur-Geschäftsführer Gabriel Schwaderer…

EU-Pilotprojekt stärkt Naturschutz am Grünen Band Europa

Am 9. November 1989 fiel die Berliner Mauer – der Anfang vom Ende des Eisernen Vorhangs. 32 Jahre später zielt das von der EU finanzierte Projekt…

Noch ein weiter Weg für Westbalkan-Staaten

EU-Kommission legt Länderberichte zu Beitrittskandidaten vor

Forderung: EIB muss Umwelt- und Sozialstandards verbessern

EuroNatur und Bankwatch fordern strengere Regeln bei Wasserkraftfinanzierung der Europäischen Investitionsbank.

Zeichen für die Artenvielfalt: EuroNatur-Preis an Forschende des IPBES verliehen

++ Die für den Weltbiodiversitätsrat IPBES Forschenden haben den EuroNatur-Preis 2021 erhalten ++ Wissenschaft macht auf dramatisches Artensterben…

Artenvielfalt retten: Forschende des Weltbiodiversitätsrats erhalten EuroNatur-Preis

++ Die für den Weltbiodiversitätsrat IPBES Forschenden erhalten den EuroNatur-Preis 2021 ++ Dramatisches Artensterben ist menschengemacht ++…

Zwei Studien zur Renaturierung der Save und ihrer Flussauen veröffentlicht

Zwei brandneue Studien zur Revitalisierung der Save und ihrer Auen wurden veröffentlicht und vom 19. bis 22. September im Rahmen des Projekts Sava…

Erneute Gewalt gegen Umweltaktivisten in Rumänien

In den Karpaten wurden ein Waldschützer sowie zwei Journalisten von mutmaßlichen illegalen Holzfällern brutal verprügelt. Dies ist nicht der erste…

Weißstörche und menschlicher Einfluss

Eine vierteilige Webinarreihe informiert über aktuelle Entwicklungen anthropogener Einflüsse auf das Leben von Weißstörchen. Die Auftaktveranstaltung…

Donau-Drau-Mur-Region als Biosphärenpark anerkannt

Nun ist es offiziell: Entlang der drei Flüsse Donau, Drau und Mur liegt Europas größtes Flussschutzgebiet. Auf einer Länge von 700 Kilometern…

Saline Ulcinj: 2 Jahre RAMSAR-Gebiet

Vor zwei Jahren, am 10. September 2019, wurde die Saline Ulcinj im Süden Montenegros zum RAMSAR-Gebiet erklärt, einem Feuchtgebiet von internationaler…

Fledermausquartier langfristig gesichert

++ Bauarbeiten an „Alter Brauerei“ in Franfurt/Oder abgeschlossen ++ Überwinterungsquartier für mehr als 1.200 Fledermäuse ++ Internationale…

Mönchsrobbe Kostas getötet

Die Mittelmeermönchsrobbe Kostas wurde 2018 nach einem schweren Sturm im Mittelmeer gefunden und in einer Aufzuchtstation wieder aufgepäppelt. Nach…