Endlich: EU verbietet Bleischrot in Feuchtgebieten

Eine gute Nachricht für Europas Wasservögel: Die Jagd in Feuchtgebieten mit giftigem Bleischrot wird verboten. So werden jährlich in der EU etwa 1,5 Millionen Wasservögel vor dem vollkommen unnötigen Tod durch Bleivergiftung bewahrt. EuroNatur und ihre Partnerorganisationen in ganz Europa haben seit Jahren entschieden für das Verbot gekämpft.

Knäkenten-Erpel auf Wasser

<p>Millionen Wasservögel, darunter seltene Arten wie die Knäkente, dürften vom Verbot profitieren.</p>

© René Bürgisser

Am 3. September haben die EU-Staaten einer Vorlage der Europäischen Kommission zugestimmt, die Jagd mit Bleischrot in Feuchtgebieten zu verbieten. Dem ging eine jahrelange Diskussion voraus, bei der sich die deutsche Bundesregierung unrühmlich hervortat: Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft blockierte das Vorhaben Anfang Juli mit seiner Enthaltung. In den vergangenen Wochen forderte ein breites Bündnis aus Naturschutzverbänden, darunter auch EuroNatur, Ministerin Julia Klöckner wiederholt zum Einlenken auf.

Dr. Stefan Ferger, Zugvogel-Projektleiter bei EuroNatur, begrüßt die Entscheidung aus Brüssel: „Das Verbot von Bleischrot in Feuchtgebieten rettet jährlich Millionen von Vögeln das Leben und bewahrt unsere Ökosysteme vor dem Eintrag von Tonnen von hochgiftigem Blei! Es ist ein Etappensieg der Vernunft und der Wissenschaft im Sinne des Natur- und Verbraucherschutzes – auf den konsequenterweise nun ein generelles Verbot von Bleimunition in allen Lebensräumen folgen muss!“

Das Verbot soll den massenhaften und qualvollen Vergiftungstod vor allem von Wasservögeln beenden. Insbesondere Gänse und Enten nehmen die winzigen Bleischrotkörner aus dem Wasser und im Uferbereich auf. Sie halten den tödlichen Schrot für Steinchen, die sie zur Verdauung benötigen. Auch etliche Aasfresser wie der Seeadler verenden nach dem Verzehr der kontaminierten Beute.

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