Gemeinsam gegen den Vogelmord

Heute beginnt in Larnaca auf Zypern die dreitägige Konferenz gegen den Vogelmord in Europa. Veranstaltet wird sie vom Europarat und dem zyprischen Innenministerium, in Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission, dem Europäischen Jagdverband und BirdLife. EuroNatur nimmt an der Tagung teil, um über den Vogelmord auf dem Balkan entlang des Adria-Zugwegs zu berichten.

Angschossener Rotschenkel in der Saline Ulcinj in Montenegro.

© EuroNatur

Gesetze wie die Berner Konvention und die Vogelschutzrichtlinie der Europäischen Union schreiben eine starken Schutz und eine nachhaltige Nutzung der Vögel in Europa vor. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus: Mit den Beständen zahlreicher Vogelarten ging es in den letzten Jahren kontinuierlich bergab. Neben dem zunehmenden Verlust an Lebensräumen gefährden vor allem die Abschüsse auf den Zugwegen viele Vogelarten. Nicht nur innerhalb der Europäischen Union hat die Vogeljagd bedrohliche Ausmaße angenommen. Insbesondere entlang des Adria-Zugwegs (Adriatic Flyway) ist die Situation dramatisch. Bis vor wenigen Jahren wusste man noch kaum etwas über diese Zugroute, die quer über den Balkan und die Adria und Süditalien bis nach Nordafrika führt. EuroNatur hat die Lage in den Balkanländern in den letzten fünf Jahren umfassend untersucht. Dabei zeigte sich, dass die Vogeljagd in sämtlichen dieser Gebiete ein oft unterschätztes Problem ist: Fehlende Schutzbestimmungen für wichtige Vogellebensräume, die Missachtung bestehender Gesetze sowie die illegale Jagd in Schutzgebieten stehen in beinahe allen Ländern entlang des Adriatic Flyway auf der Tagesordnung.

Auch innerhalb der Europäischen Union besteht der Vogelschutz oft nur auf dem Papier: Viele Vertragsstaaten setzen die EU-Vogelschutzrichtlinie nur unzureichend um. Die Konferenz hat sich daher zum Ziel gesetzt, umfassende Maßnahmen zu entwickeln, um den Vogelmord in Europa einzudämmen und die Vogelbestände in Europa langfristig zu sichern.


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