Positionspapier: Energiegewinnung ohne Naturzerstörung ist der Weg zur Klimaneutralität 2040

Die international tätige Naturschutzstiftung EuroNatur veröffentlicht heute ein Positionspapier, das einen neuen zukunftsfähigen Weg für Energieverbrauch, erneuerbare Energie und Energieeffizienz beschreibt.

Wasserkraftwerk Belaja im Kosovo

Kleinwasserkraftwerke haben eine besonders verheerende Bilanz: Wenig Energiegewinn, großer ökologischer Schaden.

© Ulrich Eichelmann
Uralte Buche gefällt

Jahrhunderte alte Buchen für den Kamin? Biomasse aus Wäldern ist nur in seltenen Fällen wirklich nachhaltig.

© Matthias Schickhofer

Brüssel, Radolfzell. Das Dokument zeigt eine neue Vision auf, wie die EU die ökologische Krise und die Klimakrise gleichzeitig angehen kann, indem die Nutzung von Waldbiomasse und der Wasserkraftausbau begrenzt werden und der Fokus auf Sonnenenergie, Windkraft und Geothermie gelegt wird. Dazu gehört auch, in die Energieeffizienz von Gebäuden zu investieren und „smarte, grüne Netze“ zu etablieren, mit deren Hilfe der absolute Energieverbrauch gesenkt wird.

Das Positionspapier beschreibt einen ganzheitlichen, strategischen und ökosystembasierten Zugang zum Thema Energie, das die Auswirkungen auf Arten, Lebensräume und das Klima berücksichtigt. Es wird im Vorfeld der Diskussionen über die EU-Richtlinie zu erneuerbarer Energie veröffentlicht.

„In den nächsten Monaten wird ein Entwurf für eine Erneuerbare-Energie-Richtlinie zur Stellungnahme vorliegen. Wir werden auf ein Energiesystem drängen, das mit der Natur arbeitet und nicht gegen sie“, sagt Gabriel Schwaderer, Geschäftsführer von EuroNatur. „Unser Ansatz sorgt dafür, dass die zukünftige Energieerzeugung und -nutzung unter Einbeziehung strategischer Planung zur Lösung sowohl der Klimakrise als auch der Biodiversitätskrise beitragen kann. Der Weg voran ist klar – jetzt liegt es an den Entscheidungsträgern, die Weichen zu stellen.“

Dieser Ansatz berücksichtigt:

  • Bewertung der möglichen Beiträge verschiedener Quellen erneuerbarer Energie zum Energiemix und der Kapazitäten der Ökosysteme, die Produktion dieser erneuerbaren Energien dauerhaft zu leisten, wobei die Auswirkungen anderer menschlicher Eingriffe zu berücksichtigen sind;
  • Raumplanerische Zonierung in unter anderem ökologisch sensible Gebiete und Gebiete, die keine negativen Auswirkungen für Flora und Fauna haben;
  • Strategische Umweltprüfungen für alle Planungen von Energiegewinnungsanlagen und Netzinfrastruktur – sowohl für einzelne erneuerbare Energiequellen als auch für kombinierte Pläne – um ihre Angemessenheit zu prüfen;
  • Wiederherstellung und Verbesserung der Resilienz von Ökosystemen und strikter Schutz von natürlichen Kohlenstoffsenken, wie Alt- und Naturwäldern, Feuchtgebieten, Mooren, Seegraswiesen, Algenwäldern und Brachflächen.

Sowohl die Biodiversitätskrise als auch die Klimakrise bedrohen das Wohl des Planeten, menschliche Existenzen und die Artenvielfalt. Maßnahmen gegen den Klimawandel müssen mit der Natur arbeiten, die Nutzung von fossilen Brennstoffen und Atomenergie beenden, und dabei jene erneuerbaren Energien priorisieren, die am wenigsten die Natur beeinträchtigen und am besten die ökologischen Kapazitäten berücksichtigen.

„Die Erneuerbare-Energie-Richtlinie wird den langfristigen Weg vorgeben, wie sich die EU ihre zukünftige Energieversorgung vorstellt", sagt Bruna Campos, Senior Policy Manager bei EuroNatur. "Wenn die Entscheidungsträger in der EU wirklich an eine Zukunft glauben, die sowohl die Biodiversitäts- als auch die Klimakrise bewältigt, dann braucht es echte politische Prioritäten, damit die EU im Jahr 2039 nicht mit halbgaren Maßnahmen um sich wirft und so tut, als habe sie versucht, Netto-Null-Emissionen zu erreichen.“

HIntergrundinformationen: Hier können Sie das Positionspapier (engl.) einsehen.

Rückfragen:
Anja Arning, anja.arning(at)euronatur.org, +49 7732 927213
Bruna Campos, bruna.campos(at)euronatur.org, +32 4999 39341

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