Cap Blanc

Robbenparadies vor der Küste Mauretaniens

© Pablo Fernández de Larrinoa/CBD-Habitat
Dank der Schutzmaßnahmen geht es mit den Mönchsrobben am Cap Blanc wieder aufwärts. © Pablo Fernández de Larrinoa/CBD-Habitat

Eine stürmische See und steile Felsklippen kennzeichnen das Cap Blanc, eine Halbinsel an der mauretanischen Atlantikküste. Dort ist heute die größte Kolonie der Mittelmeer-Mönchsrobbe zu finden. Die sturmgepeitschte Steilküste des Cap Blanc bietet zwar keine idealen Lebensbedingungen für die Art. Doch die Höhlen, die das Meer in den Fels gefressen hat, sind für Menschen nur schwer zugänglich und werden von den Mittelmeer-Mönchsrobben als wertvolle Rückzugsräume genutzt.

Positive Entwicklung und neue Gefahren
EuroNatur unterstützt seit Ende der neunziger Jahre den Schutz dieser Mönchsrobben- Kolonie. Erfahrene Robbenschützer der spanischen EuroNatur-Partnerorganisation CBD-Hábitat sind ständig präsent am Cap Blanc. Ihrem Einsatz und der Bereitschaft der lokalen Fischer, im Bereich der Mönchsrobben-Höhlen auf den Fischfang zu verzichten, ist es zu verdanken, dass die Bestände der Mönchsrobben kontinuierlich zunehmen. Trotz dieser erfreulichen Entwicklung ist das langfristige Überleben der Mönchsrobbenkolonie bei weitem noch nicht gesichert. Eine gerade in den letzten Jahren zunehmende Bedrohung ist die illegale industrielle Fischerei nahe der Schutzzone. Die Fisch-Trawler schöpfen nicht nur die Nahrung der Mönchsrobben ab. Die Gefahr ist darüber hinaus groß, dass die Meeressäuger in die Netze geraten und ertrinken.


Wie unterstützt EuroNatur seine Projektpartner beim Schutz der Mönchsrobben am Cap Blanc?

  • Die Mönchsrobben im Auge behalten: Tägliche Kontrollen der Klippen und die Videoüberwachung der von Mönchsrobben besiedelten Höhlen tragen dazu bei, in Not geratene Tiere retten zu können.
  • Wissenslücken schließen: Mithilfe von Kamerafallen wird das Verhalten der Mönchsrobben untersucht, um mehr über die Ökologie der Tiere zu erfahren.
  • Lebensräume erweitern: Mit dem Aufbau einer Wachstation nördlich des bisherigen Robbenschutzgebiets können die Meeressäuger auch an diesem Küstenabschnitt besser vor illegalen Fischereiaktivitäten und anderen Störungen geschützt werden.
  • Perspektiven schaffen: Fortbildungsmaßnahmen für die Fischer und Hilfe beim Aufbau von Infrastruktur verbessern die Arbeits- und Lebensbedingungen der lokalen Bevölkerung und schaffen Akzeptanz für das Schutzprojekt.
  • Vertrauen aufbauen: Gemeinsam mit unserem Partner CBD Habitat betreiben wir Aufklärungsarbeit, um die Akzeptanz der Mönchsrobben bei der Bevölkerung weiter zu steigern.



Was wir bereits erreichen konnten – Eine Auswahl wichtiger Erfolge:

  • Gemeinsam mit unserer spanischen Partnerorganisation CBD Habitat haben wir in den letzten Jahren erreicht, dass es mit den scheuen Meeressäugern langsam wieder aufwärts geht.
  • Im Jahr 2001 wurde am Cap Blanc ein Robbenschutzgebiet  ausgewiesen. Das Schutzgebiet umfasst sechs Kilometer Felsenküste im Bereich der Höhlen und den davor liegenden Meeresabschnitt bis zu einem Kilometer Breite.
  • Im Oktober 2009 kam ein Mönchsrobben-Junges am offenen Strand außerhalb einer sicheren Höhle zur Welt. Die letzten Nachweise über ein solches Ereignis stammen aus dem 15. Jahrhundert.
  • Die Mönchsrobben verlieren langsam ihre Angst und verstecken sich nicht mehr in den Höhlen, sondern finden sich in größeren Gruppen am Strand ein, um zu ruhen oder ihre Jungen zu säugen.
  • Inzwischen akzeptieren die lokalen Fischer die Schutzzone und es kommt zu immer weniger Verstößen.


Partner: CBD Habitat, OceanCare

Förderung: EuroNatur-Spender und –Paten, OceanCare, Mava-Stiftung

Faltblatt „Die letzten ihrer Art - Mönchsrobben am Cap Blanc“

Zum Download (298 KB)

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