Luchsschutz in Europa

Die Pinselohren brauchen unsere Hilfe

Scheu, geschickt, geschmeidig und einzelgängerisch ist der Luchs. Damit er in Europa überleben und sich wieder ungestört ausbreiten kann, bedarf es intensiver Schutzmaßnahmen. Gemeinsam mit international anerkannten Luchsexperten und ausgewählten Partnern in den betreffenden Ländern setzt sich EuroNatur für die Luchse in Europa ein.

Wodurch sind Luchse in Europa bedroht?

Zwar ist der Luchs, was seinen Lebensraum angeht, flexibel. Voraussetzung für sein Überleben sind aber unzerschnittene Landschaften und ein ausreichendes Angebot an Beutetieren. Beides ist in Europa Mangelware geworden. Hilflos sind die streng geschützten Katzen auch dann, wenn Wilderer ihnen und ihrer Beute nachstellen.

Wo macht sich EuroNatur für die Luchse stark?

Ein wichtiger Schwerpunkt unserer Arbeit liegt auf dem südwestlichen Balkan. Vermutlich gibt es hier nur noch höchstens rund 35 Balkanluchse -  eine Unterart des Eurasischen Luchses und gleichzeitig eine der seltensten Katzen der Erde. Die letzten intakten Lebensräume für den Balkanluchs finden sich nicht nur in den artenreichen Wäldern Mazedoniens, sondern decken sich vermutlich auch weitgehend mit dem Verlauf des Grünen Bandes zwischen Albanien und Mazedonien, sowie zwischen Albanien, Montenegro und dem Kosovo. Aber auch in Deutschland und Österreich machen wir uns für den Schutz der Luchse stark.

Was unternimmt EuroNatur für den Schutz der Luchse in Europa?

  • Bewahren, was noch da ist: Wir setzen uns dafür ein, die wenigen überlebensfähigen Luchspopulationen zu erhalten.
  • Für Nahrung sorgen: Nicht nur der Schutz der Luchse, sondern auch ihrer Beutetiere ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Projekte.
  • Lebensräume erhalten: Wir arbeiten daran, den Biotopverbund "Grünes Band Balkan" als Linie des Lebens und Lebensraum für den Luchs weiter zu stärken. Vor allem in den gebirgigen Grenzregionen von Albanien, Montenegro, Mazedonien und Kosovo treiben wir die Ausweisung grenzüberschreitender Schutzgebiete voran. Damit erhalten wir nicht nur Lebensräume für den Balkanluchs, sondern auch ganz besondere Schatzkammern der ökologischen Vielfalt.
  • Wertvolle Datengrundlagen schaffen: Die systematische Bestandserfassung der Luchse bildet die Grundlage für erfolgreiche Schutzkonzepte
  • Populationen verbinden: Um dem großen Raumbedarf der Luchse gerecht zu werden, müssen vorhandene Lebensräume nicht nur erhalten, sondern auch miteinander verbunden werden. Durch den Erhalt ökologischer Korridore ermöglichen wir den genetischen Austausch zwischen einzelnen Luchspopulationen.
  • Brücken bauen: Das Verkehrswegenetz der Menschen wird das Wanderwegenetz der Luchse möglicherweise schon bald auch in den letzten großflächigen und unzerschnittenen Wäldern Europas durchtrennen. Wir erarbeiten Lösungen, wie sich die negativen Auswirkungen der Landschaftszerschneidung auf Wildtiere so gering wie möglich halten lassen. Lesen Sie hier mehr.
  • Konflikte im Vorfeld entschärfen: Wir schaffen die Grundlage dafür, dass sich Luchse in Europa wieder ausbreiten können und bereiten die Bevölkerung darauf vor (dazu gehören u.a. die Erarbeitung von Managementplänen, Aufklärungsmaßnahmen, Beratung von Viehhaltern etc.).
  • Wilderei bekämpfen: Indem wir das Netzwerk aus Fachkräften und Kooperationspartnern immer dichter weben, schaffen wir Voraussetzungen, die Luchse vor illegaler Jagd zu schützen.
  • Perspektiven schaffen - für Mensch und Luchs: In Luchslebensräumen auf dem Balkan sorgen wir für eine nachhaltige Entwicklung der Region. Unsere Aufgabe ist es, den Menschen vor Ort Perspektiven zu geben, die mit der Natur in Einklang stehen.

Projektbericht Luchs 2014-2015

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Steckbrief Eurasischer Luchs

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Balkanluchs - die Letzten seiner Art

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EuroNatur-Projekte zum Schutz der Luchse in Europa

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