Grünes Band Europa

Vom Eisernen Vorhang zur Linie des Lebens

<p> </p><p> </p><p> </p><p>                EuroNatur-Geschäftsführer Gabriel Schwaderer und Spase Shumka von PPNEA</p><p> </p><p> </p><p> </p>

Naturschutz über Grenzen hinweg: EuroNatur-Geschäftsführer Gabriel Schwaderer im Gespräch mit dem albanischen Projektpartner Spase Shumka (PPNEA)

© Annette Spangenberg

Über 12.500 Kilometer erstreckt sich das Grüne Band als Korridor von Lebensräumen mit außergewöhnlicher Artenvielfalt entlang des einstigen Eisernen Vorhangs vom hohen Norden Europas bis zum Schwarzen Meer im Süden. Mittlerweile ist die faszinierende Idee, den früheren Eisernen Vorhang in ein „Grünes Band Europa“ zu verwandeln, zumindest teilweise, Wirklichkeit geworden.

Wie Perlen an einer Kette

Jahrzehntelang trennte der Eiserne Vorhang Ost und West. Im Norden Europas zieht er sich noch heute zwischen Finnland und der ehemaligen Sowjetunion entlang. Bis zum Jahr 1989 teilte er Deutschland und verlief quer über den Balkan bis hinunter zum Schwarzen Meer. Für die Menschen war der Eiserne Vorhang eine unüberwindbare Barriere. Die Natur hingegen profitierte davon, dass der Grenzstreifen von intensiver menschlicher Nutzung weitgehend verschont blieb. Hier reihen sich - wie kostbare Perlen an einer Kette - urige Wälder und Sümpfe, artenreiche Kulturlandschaften sowie wilde Gebirgs- und Flusslandschaften aneinander, wie sie in Europa sonst kaum noch zu finden sind. Für zahlreiche bedrohte Tier- und Pflanzenarten bietet das Grüne Band Europa wertvolle Lebensräume. Wölfe, Bären, Luchse, Adler und Zugvögel wie Löffler und Kranich sind nur einige davon.

Fotogalerie

Zum Öffnen der Galerie klicken Sie bitte auf eines der Bilder.

Welche Gefahren drohen der Natur am Grünen Band Europa?

Mit der Schonzeit für die Natur ist es seit der politischen Wende Anfang der 1990er Jahre vorbei. Seit der Eiserne Vorhang fiel, drohen die artenreichen Wälder im ehemaligen Grenzgebiet von Straßen zerschnitten, urige Flusslandschaften durch Flussbegradigungen vernichtet und nahezu unberührte Gebirgslandschaften von Holzeinschlag und Skitourismus zerstört zu werden. Wertvolle Rückzugsräume für Europas Großsäuger wie Wolf, Bär und Luchs sind in Gefahr. Artenreiche Feuchtgebiete sowie Rastplätze für Zugvögel drohen nach und nach zu verschwinden.

Grünes Band Europa – Europas größte Naturschutzinitiative

Ziel der Initiative „Grünes Band Europa“ ist es, das europäische Naturerbe entlang des einstigen Eisernen Vorhangs in seiner Vielfalt für kommende Generationen zu sichern. Das Projekt, das sich 1989 auf das ehemalige deutsch-deutsche Grenzgebiet beschränkte und als „Grünes Band Deutschland“ begann, wurde kurze Zeit später auf Europa ausgeweitet. Das „Grüne Band Europa“ ist eine im Jahr 2003 von EuroNatur gemeinsam mit dem Bundesamt für Naturschutz, dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland und der Weltnaturschutzorganisation (IUCN) ins Leben gerufene internationale Initiative.

Durch Anklicken des Vorschaubildes wird eine PDF-Datei von einer externen Quelle eingebunden. Dadurch wird Ihre IP-Adresse an den externen Server übertragen. Weitere Details finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Broschüre „10 Jahre Grünes Band Europa“ (Englisch)

Zum Download (3 MB)

Artikel "Linie des Lebens statt Eiserner Vorhang" im EuroNatur-Magazin 3-2016, S. 20

Zum Download (6 MB)

Faltblatt "Grenzen trennen, Natur verbindet. Schutz für das Grüne Band Europas"

Zum Download (243 KB)

Interview mit der nordmazedonischen Naturschützerin Daniela Zaec

Mehr erfahren

EuroNatur-Projekte am Grünen Band Europa

Erfahren Sie mehr

Englischsprachige Website der Initiative Grünes Band Europa

Mehr erfahren

Mitmachen und dabei sein - werden Sie aktiv:

Spende

Zukunft braucht Natur. Wir setzen uns für sie ein. Bitte nutzen Sie Ihre Möglichkeiten, um zu helfen. Mit Ihrer Spende leisten Sie einen wirkungsvollen Beitrag für das Grüne Band Europa.

Fördermitgliedschaft

EuroNatur setzt auf langfristig angelegte Naturschutzprojekte statt Schnellschüsse. Mit Ihren regelmäßigen Spendenbeiträgen geben Sie uns die dafür nötige Planungssicherheit.

Aktuelles

Schlechte Saison für Störche

++ Nur wenige flügge Jungen in Europas Storchendörfern ++ Wetterextreme machen Weißstörchen zu schaffen ++ Erhalt von Feuchtgrünland bedeutet Klima-...

Endlich: EU verbietet Bleischrot in Feuchtgebieten

Eine gute Nachricht für Europas Wasservögel: Die Jagd in Feuchtgebieten mit giftigem Bleischrot wird verboten. So werden jährlich in der EU etwa 1,5...

Rendezvous mit Wasserfledermaus und Co.

Traditionell findet am letzten Wochenende im August die europaweite „Bat Night“ statt. Auch unsere Partner in Frankfurt an der Oder luden am 28....

Siegerbilder des EuroNatur-Fotowettbewerbs gekürt

Rund 3.400 Bilder von Europas Natur sind in diesem Jahr bei der Jury eingegangen – die Auswahl der zwölf besten Fotos kann sich sehen lassen.

Aktivisten in Serbien legen Hand an gegen Wasserkraft

In der Region Stara Planina haben Einwohner des Dorfes Rakita zusammen mit Umweltschützern die Rohre eines im Bau befindlichen Wasserkraftwerks...

Premiere in Kroatien: Tiervergifter vor Gericht

Anfang des Jahres sind mehrere Wild- und Haustiere in Kroatien vergiftet worden. Nun wurde offiziell Strafanzeige gegen eine 52-jährige Person...

Gemeinde Mals streitet für eine Landwirtschaft ohne Pestizide

++ Südtiroler Gemeinde setzt sich seit sechs Jahren für ein Pestizidverbot ein ++ Insektizide, Herbizide etc. gefährden die Lebensgrundlage von...

Fischarten im Mittelmeerraum durch Wasserkraftboom gefährdet

++ Neue Studie belegt: Wasserkraftwerke haben verheerenden Einfluss auf Fischbestände in Flüssen rund um das Mittelmeer ++ Zahlreiche Arten sind vom...

Verbot von Bleischrot scheitert an Julia Klöckners Ministerium

Das europaweite Verbot von Jagd mit Bleischrot an Gewässern ist vergangene Woche gescheitert – am Widerstand des Bundesministeriums für Ernährung und...

EU Kommission warnt Rumänien: Illegale Abholzung stoppen oder Klage vor Gericht

Die Europäische Kommission fordert die rumänischen Behörden auf, unverzüglich gegen die illegale Abholzung von Ur- und Naturwäldern in rumänischen...

Petition zur Rettung der rumänischen Paradieswälder übergeben

++ Über 122.000 Unterschriften an Staatssekretäre des rumänischen Umweltministeriums überreicht ++ Forderung nach umfassendem Schutz der Ur- und...

Vorläufiges Aus für Kleinwasserkraftwerke in Bosnien-Herzegowina

++ Parlament verhängt historische Entscheidung für Flüsse in Bosnien-Herzegowina ++ Baustopp für Wasserkraftprojekte ++

Großer Erfolg für Europas Flüsse

Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) bleibt in ihrer aktuellen Fassung erhalten, das hat Virginijus Sinkevičius, EU-Umweltkommissar,...

Saline Ulcinj: Ein Jahr lang unter Naturschutz – wenig geschehen

Die Saline Ulcinj in Montenegro wurde vor einem Jahr zum Naturpark erklärt – ein großer Erfolg für uns und unsere Partner. Was auf dem Papier gut...

In Albanien blüht der illegale Tierhandel

Ausgestopfte Balkanluchse, Braunbären in Käfigen, Wildgerichte auf der Speisekarte: Trotz eines Jagdverbots werden in Albanien etliche Wildtiere...

Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Zur Datenschutzerklärung