Biomasse

Ambivalente Energiequelle

© Lutz Ribbe
Landwirt Michal Gogol produziert mit Schilfbriketts einen klimaneutralen Brennstoff. © Lutz Ribbe

Die Nutzung von Biomasse ist aus Sicht von EuroNatur kritisch zu betrachten: Einerseits kann diese wichtigen Beitrag leisten, um unsere heutige Energieversorgung von fossilen Energien auf regenerative Energien umzustellen. Positive Beispiele dafür sind z.B. die Verbrennung von Holzpellets oder Hackschnitzeln, die Biogasproduktion aus Gülle oder die Gewinnung von Treibstoffen aus zucker- und stärkehaltigen Ackerfrüchten, Darüber hinaus kann sie auch eine wichtige Rolle bei der wirtschaftlichen Entwicklung des ländlichen Raums spielen.

 

Falsch verstandener Klimaschutz
Andererseits ist die Nutzung  von Biomasse nicht vorbehaltlos zu begrüßen. Denn zum Teil sind die Maßnahmen eine ernsthafte Bedrohung für die Artenvielfalt und schaden dem Klima mehr, als sie ihm nutzen, wie z.B. der Import von Palmöl, der zur Zerstörung der besonders artenreichen Regenwälder in den Tropen beiträgt.
Anstatt mit hohem Energieaufwand Biomasse in flüssige Brennstoffe umzuwandeln, sollten wir die Biomasse lieber direkt nutzen. Aber auch hier ist Vielfalt gefragt: Es gilt dabei, auf verschiedene Lösungen zu setzen, die aber alle dezentral arbeiten und sich auf den stationären Einsatz beschränken. Der Anbau der Biomasse muss dabei immer ökologisch verträglich erfolgen.

Link zur Stellungnahme von EuroNatur zum Biomasseaktionsplan der Bundesregierung (pdf-Datei, 118kb)



© EuroNatur
Experten in ihrem Element: Besichtigung eines Leindotter-Felds im Mischfruchtanbau in Polen. © EuroNatur

Die bessere Alternative

Alternative Wege schlägt EuroNatur mit seinem Projekt in der Narew-Region in Polen ein. Seit 2008 laufen erfolgreiche Anbauversuche, bei denen Leindotter in Mischkultur ausgesät wird. Ziel ist es, Biomasse mit möglichst geringem Energieeinsatz und ohne Umweltbelastung zu gewinnen. Die Ölsaaten sollen dann in  Mühlen gepresst und das gewonne Öl regional genutzt und vermarktet werden. Besonders sinnvoll ist die Nutzung des Pflanzenöls als Kraftstoff für die Traktoren der Bauern der Region. Der energieintensive und teure Weg über die Raffinerien entfällt und sämtliche Prozesse bleiben in bäuerlicher Hand.

Lesen Sie mehr zum EuroNatur-Projekt „Energie aus Ölpflanzen“

Link zu den EuroNatur-Projekten in der Narew-Region

Sie wollen helfen?

Spende

Zukunft braucht Natur. Wir setzen uns für sie ein. Bitte nutzen Sie Ihre Möglichkeiten, um zu helfen. Mit Ihrer Spende leisten Sie einen wirkungsvollen Beitrag für eine lebenswerte Umwelt.

Fördermitgliedschaft

EuroNatur setzt auf langfristig angelegte Naturschutzprojekte statt Schnellschüsse. Mit Ihren regelmäßigen Spendenbeiträgen geben Sie uns die dafür nötige Planungssicherheit.

Aktuelles

Auszeichnung für einen Fluss-Schützer aus Leidenschaft

++ EuroNatur-Preis 2018 geht an Roberto Epple ++ Gründungspräsident des European Rivers Network engagiert sich seit Jahrzehnten für naturnahe Flüsse...

Blue Heart im Europaparlament

Filmvorführung im Brüsseler EU-Parlament: Am Mittwoch, den 27. Juni wurde die Dokumentation „Blue Heart“ gezeigt. Bei der anschließenden Debatte...

Vier Jahre erfolgreicher Storchenschutz

Zahlreiche Erfolge für Europas Weißstörche wurden im Projekt zum Erhalt von Feuchtwiesen und -weiden erreicht. Das über die letzten vier Jahre...

Über 120.000 Stimmen gegen Wasserkraft

++ Petition gegen die Finanzierung von Staudammprojekten auf dem Balkan von mehr als 120.000 Menschen unterschrieben ++ Gestern erfolgte Übergabe der...

Baustopp für Kraftwerk an der Valbona

Hoffnungsvolle Nachricht für die albanische Valbona: Die Bauarbeiten am Wasserkraftwerk Dragobia im Valbona-Nationalpark müssen laut Urteil des...

Wildfluss Vjosa in Albanien erhielt hohen Besuch

Vertreter der Berner Konvention haben die Vjosa besucht und sich vor Ort ein Bild davon gemacht, inwiefern die Wasserkraftpläne die Ziele der Berner...

Historische Annäherung zwischen Mazedonien und Griechenland

Der Namensstreit um Mazedonien könnte schon bald der Vergangenheit angehören.

Die „Tapferen Frauen von Kruščica“ erringen Sieg gegen den Bau eines Wasserkraftwerks

Frauen blockieren seit über 300 Tagen Baustelle in Bosnien-Herzegowina - Gericht hebt Baugenehmigung auf

Erneuter Wortbruch der montenegrinischen Regierung im Fall Saline Ulcinj

++ Naturschutzorganisationen starten internationale Petition ++ Gefordert wird der sofortige Schutz der Saline Ulcinj in Montenegro ++ Wiederaufnahme...

Filmvorführung der Dokumentation „Blue Heart“

++ Filmscreening am Donnerstag, 28. Juni um 20 Uhr im K9 in Konstanz über Staudammprojekte auf dem Balkan ++ Ausbau von Wasserkraft bedroht das Blaue...

Waldzerstörung in Rumänien: Großangelegte Razzia der Anti-Mafia-Behörde angelaufen

Die Anti-Mafia-Staatsanwaltschaft in Bukarest geht endlich gegen die mafiösen Strukturen der rumänischen Holzindustrie vor. Bei einer Razzia wurden...

Rumäniens Urwälder: Kampf für Ende des Holzeinschlags in Nationalparks

++ Protestaktion in der Wildnis des Domogled Nationalparks macht Öffentlichkeit auf Umweltdrama in den Karpaten aufmerksam ++

Illegale Jagd bedroht Zugvögel

Am 12. Mai ist Weltzugvogeltag ++ 2018 als Jahr der Vögel ausgerufen ++ EuroNatur kämpft für die Einhaltung der Gesetze zum Schutz der Zugvögel

Dokumentarfilm "Blue Heart" feiert Weltpremiere

Am stillgelegten Idbar-Staudamm in Bosnien-Herzegowina hat der Film "Blue Heart" seine Weltpremiere gefeiert und die Zuschauer begeistert.

Hoffnung für die Saline Ulcinj

Wird der jahrelange Einsatz von EuroNatur und ihren Partnern für eine Unterschutzstellung der Saline Ulcinj endlich belohnt? Der zuständige Minister...

Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Zur Datenschutzerklärung