Flutkatastrophe auf den Philippinen ist Folge des Raubbaus an der Natur

Überschwemmungen und Schlammlawinen sind Folge von Abholzung und Monokulturen. Anpflanzung naturnaher Wälder kann Katastrophen verhindern.

Presseinformation vom 3. Dezember 2004

Manila/Stuttgart. "Die katastrophalen Überschwemmungen und Schlammlawinen, welche jetzt auf den Philippinen mehrere Hundert Menschenleben forderten, sind die Folge jahrzehntelanger Abholzungen und Monokulturwirtschaft", sagte Claus-Peter Hutter, Präsident der auf den Philippinen mit Regenwaldschutz-Projekten engagierten Umweltstiftung EuroNatur. Es sei heute notwendiger denn je, abgeholzte Regenwaldflächen zu rehabilitieren.

Nach Zerstörung der ursprünglichen Regenwälder und anschließender Monokulturwirtschaft mit Kokospalmen besteht die Gefahr, dass bei Taifunen - welche auf den Philippinen natürlicherweise häufig auftreten - noch mehr Hänge großflächig abrutschen, betont man bei EuroNatur.

Nur die Anpflanzung naturnaher Wälder könne die Böden fixieren und ähnliche Unglücksfälle verhindern helfen, sagte Hutter. Gemeinsam mit der Leyte State University und der Universität Hohenheim hat man bei EuroNatur damit begonnen, großflächig Sekundärwälder aufzubauen, bei denen naturnahe Waldwirtschaft mit landwirtschaftlicher Produktion kombiniert wird. Es gelang innerhalb weniger Jahre, aus Kokos-Monokulturen artenreiche Wälder entstehen zu lassen, in denen Früchte angebaut, Bambus und Rattan gewonnen und Weichhölzer geerntet werden. In einigen Jahren können sogar Harthölzer geerntet werden. Bisher haben die erzielten Erfolge noch keine ausreichende Verbreitung gefunden, weshalb eine verstärkte Aufklärung der Bevölkerung erforderlich sei. Außerdem sei es notwendig, den Menschen Landnutzungsrechte einzuräumen, damit sie aus eigenem Interesse naturschonend wirtschaften. Dadurch würden auch die Korallenriffe - Kinderstube zahlreicher Fische und damit Basis für den regionalen Fischfang - vor Verschlammung geschützt.

EuroNatur kündigte an, die mit Hilfe der deutschen Lufthansa und DaimlerChrysler begonnenen Renaturierungsmaßnahmen als Beispiel für vorbeugenden Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung fortzusetzen. EuroNatur-Tropenwaldexperte Prof. Dr. Friedhelm Göltenboth bezeichnete die Situation für alle Monokulturbereiche im ostasiatischen Raum als fünf Minuten vor Zwölf. In den meisten Fällen sei das Holz der Kahlschläge in die Industrieländer gewandert. Darum dürfe sich die internationale Staatengemeinschaft nun nicht aus der Verantwortung stehlen, sondern müsse sich an Aufforstungsmaßnahmen und Umweltprogrammen beteiligen.

Weitere Informationen zum Philippinen-Projekt von EuroNatur in Englisch.

 

Für Rückfragen:

Stiftung Europäisches Naturerbe (EuroNatur)

Geschäftsstelle Ludwigsburg

Bahnhofstr. 35

71638 Ludwigsburg

Tel.: 07141-920321

Fax: 07141-901183

E-Mail: ludwigsburg(at)euronatur.org

www.euronatur.org

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