Alles Müller oder was?

EU-Millionen für Arbeitsplatzvernichtung

Presseinformation vom 3. Mai 2004

Umweltstiftung EuroNatur kritisiert Millionenförderung

der Theo Müller GmbH & Co. KG

Radolfzell. Massive Kritik an der jüngst von der EU-Kommission beschlossenen, höchsten Agrarsubvention der letzten drei Jahre hat die Umweltstiftung EuroNatur geübt: weit über 30 Millionen Euro gehen dabei für den Ausbau des Molkereistandortes im sächsischen Leppersdorf an die Müller-Milch-Gruppe. Die EU begründet die Millionen-Förderung unter anderem damit, dass mit der Erweiterung der Molkerei 144 Arbeitsplätze neu geschaffen würden.

Was die Begründung der EU-Kommission verschweigt: Mit der Inbetriebnahme der Erweiterung in Leppersdorf wird Müller-Milch die Standorte in Vienenburg am Harz sowie im westfälischen Amelunxen schließen. Allein in Vienenburg werden rund 150 Arbeitsplätze abgebaut und der bislang dort hergestellte, berühmte "Harzer Käse" wird zukünftig im Sachsen produziert. "Wenn 30 Millionen Euro dafür ausgegeben werden, dass unter dem Strich mehr Arbeitsplätze vernichtet als neu geschaffen werden, dann ist das keine sinnvolle Wirtschaftsförderung, sondern eine Schweinerei", erklärte der umweltpolitische Sprecher von EuroNatur, Lutz Ribbe.

Ribbe fürchtet, dass die Bauern im Oberharz mittelfristig Probleme bekommen werden, ihre Milch zu verkaufen, da die Einsammlung durch weit entfernt liegende Molkereien nicht rentabel sei. Landschaftsbild und natürliche Vielfalt im Oberharz könnten durch einen Rückgang der Milchwirtschaft erheblichen Schaden nehmen.

Die Umweltstiftung EuroNatur erinnerte daran, dass Theo Müller, Alleingesellschafter und Chef bei Müller-Milch erst kürzlich seinen Wohnsitz in die Schweiz verlegt hat, weil ihm die Steuerlast in Deutschland zu hoch sei. "Auffällig" sei Müller auch beim Deutschen Bauernverband geworden, so Ribbe weiter. Der DBV wirft Müller vor, mit seiner Unternehmenspolitik einen unglaublichen Preisdruck auf die Bauern auszuüben. "Es muss endlich Schluss sein mit Subventionen, die letztlich zur Zerstörung der Vielfalt in unserer Kulturlandschaft führen", forderte EuroNatur. Der Bund der Steuerzahler und die Rechnungshöfe sollten klären, ob solche Zuweisungen überhaupt im Einklang mit geltendem Recht stünden.

 

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