Offener Brief an Edi Rama: Sazan unangetastet lassen!

Mehr als 40 Umwelt- und Naturschutzorganisationen aus 28 Ländern fordern in einem offenen Brief an Albaniens Premierminister Edi Rama und Umweltminister Sofjan Jaupaj einen sofortigen Stopp des geplanten Luxusresorts auf der Insel Sazan. Das im Januar 2025 als „strategische Investition“ genehmigte Projekt sieht umfangreiche bauliche Eingriffe auf der einzigen Insel Albaniens vor und bedroht ein ökologisch herausragendes Schutzgebiet.

Blick über die Insel Sazan. Man sieht wie die Natur ehemalige Gebäude und Terrassen zurück erobert.

Auf diese grünen Hügel hat Jared Kushner ein Auge geworfen.

© Xhemal Xherri
Meer vor Sazan

Das Meer um Sazan hat einen hohen ökologischen Wert. Die Folgen der von Kushner geplanten Bauten hätten für das Ökosystem sehr wahrscheinlich verheerende Folgen.

© Lisa Leschinski

Sazan ist Teil des Karaburun–Sazan-Meeresnationalparks und genießt nationalen und internationalen Schutz. Die umliegenden Gewässer sind von großer Bedeutung für die marine Artenvielfalt; unter anderem kehren die hier lange Zeit verschwundenen Mönchsrobben allmählich wieder zurück. Bereits der Bau des Resorts würde mit dem Lärm, dem erheblichen Schiffsverkehr sowie der Umwelt- und Lichtverschmutzung das sensible Ökosystem massiv beeinträchtigen.

Die Organisationen, darunter EuroNatur und viele unserer Partnerorganisationen, sehen zudem einen klaren Widerspruch zu Albaniens internationalen Verpflichtungen und zum laufenden EU-Beitrittsprozess. Wir fordern im offenen Brief daher die sofortige Aussetzung des Projekts, die vollständige Unterschutzstellung auch des terrestrischen Teils von Sazan sowie die konsequente Einhaltung internationaler Naturschutzabkommen. „Die albanische Regierung muss dieses einzigartige Naturerbe für kommende Generationen bewahren, statt Luxus-Tourismusprojekte zu fördern, von denen auch die Menschen in der Region kaum profitieren werden“, sagt EuroNatur-Geschäftsführer Gabriel Schwaderer.

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