Binding-Preis: Im Zeichen des Grünen Bandes Europa

Ganz im Zeichen des Internationalen Jahres der Biodiversität stand die Verleihung des Großen Binding-Preises 2010, die am gestrigen Abend in Vaduz stattfand. Der Preis zählt zu den herausragenden Naturschutz-Auszeichnungen in Europa.

Die urige Flusslandschaft der Drau bildet einen wichtigen Teil des Grünen Bandes Europa.

© Martin Schneider-Jacoby

Bedeutender Naturschutzpreis zum 25. Mal verliehen


Presseinformation vom 20. November 2010


Radolfzell/Vaduz.    Ganz im Zeichen des Internationalen Jahres der Biodiversität stand die Verleihung des Großen Binding-Preises 2010, die am gestrigen Abend in Vaduz stattfand. Der Preis zählt zu den herausragenden Naturschutz-Auszeichnungen in Europa. Mit dem diesjährigen Großen Binding-Preis wurden fünf  Persönlichkeiten geehrt, die alle eines gemeinsam haben: Sie machen sich seit Jahren vorbildlich und in außerordentlichem Maße für den Schutz des Grünen Bandes stark. „Es ist ein positives Signal und macht Mut, dass die Binding-Stiftung ihren diesjährigen Großen Preis unter das Motto „Grünes Band Europa“ gestellt hat und Akteure würdigt, die sich im Rahmen dieser einzigartigen, Europa verbindenden Naturschutzinitiative besonders eingebracht haben. Die Auszeichnung ist ein Ansporn, auch weiterhin mit vereinten Kräften für den Erhalt dieses wichtigen Teils unseres europäischen Kultur- und Naturerbes zu kämpfen“, sagt Gabriel Schwaderer, Geschäftsführer der international tätigen Naturschutzstiftung EuroNatur. 

Über 12.500 Kilometer erstreckt sich das Grüne Band Europa als Korridor von Lebensräumen mit außergewöhnlicher Artenvielfalt entlang des einstigen Eisernen Vorhangs vom hohen Norden Europas bis zum Schwarzen Meer im Süden. Mittlerweile ist die faszinierende Idee - zumindest teilweise - Wirklichkeit geworden, den früheren Eisernen Vorhang in ein „Grünes Band Europa“ zu verwandeln. Zu diesem Naturschutzerfolg haben die diesjährigen Träger des Großen Binding-Preises Dr. Martin Schneider-Jacoby (Projektleiter bei EuroNatur), Borut Stumberger (früherer Präsident der Organisation DOPPS BirdLife Slowenien und Regionalkoordinator für den Zugvogelschutz in Südosteuropa bei EuroNatur), Dr. Uwe Riecken (Leiter der Abteilung Biotopschutz und -management beim Bundesamt für Naturschutz), Dr. Kai Frobel (Artenschutzreferent beim Bund Naturschutz und Initiator des Projektes „Grünes Band Deutschland“) sowie Alois Lang (früherer  Koordinator Grünes Band Europa bei der Weltnaturschutzorganisation IUCN) entscheidend beigetragen.
 
„Die Auszeichnung stärkt den Rücken aller, die am Schutz der wertvollen Naturlandschaften entlang des ehemaligen Grenzstreifens in Europa arbeiten. Im Schatten des Eisernen Vorhangs sind einmalige Lebensräume erhalten geblieben, die ohne Schutz einem steigenden Nutzungsdruck weichen müssen. Der grenzüberschreitende Naturschutz im Rahmen des Grünen Bandes Europa bietet heute Chancen für eine nachhaltige Regionalentwicklung in den ehemals abgelegen Grenzgebieten. Gerade auf dem Balkan bieten sich hier Chancen, die es zu nutzen gilt“, sagt Preisträger Dr. Martin Schneider-Jacoby. Wertvolle Auen- und Feuchtgebietslandschaften am Grünen Band Europa dauerhaft zu sichern, ist ihm ein besonderes Anliegen. So war er als Projektleiter bei der EuroNatur Stiftung gemeinsam mit Borut Stumberger bereits im Mai 1990 unmittelbar nach der politischen Wende in Europa daran beteiligt, den Donau-Drau-Nationalpark an der Grenze von Ungarn und Kroatien zu etablieren, der einen sehr wichtigen Bereich des Grünen Bandes schützt.

Hintergrundinformationen:

Das Projekt Grünes Band, das sich 1989 auf das ehemalige deutsch-deutsche Grenzgebiet beschränkte und als „Grünes Band Deutschland“ begann, wurde kurze Zeit später auf Europa ausgeweitet. Das „Grüne Band Europa“ ist eine im Jahr 2003 von EuroNatur gemeinsam mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN), dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Weltnaturschutzorganisation (IUCN) ins Leben gerufene internationale Initiative.

Der Große Binding-Preis ist mit CHF 50.000 dotiert und wird an Persönlichkeiten verliehen, die sich in außerordentlichem Maße und beispielhaft für die Ziele des Natur- und Umweltschutzes einsetzen. Mehr Informationen über die Auszeichnung und frühere Preisträger finden Sie hier.

Für Rückfragen wenden Sie sich gerne an:

EuroNatur
Konstanzer Straße 22
78315 Radolfzell
Tel.: 07732 - 92 72 10
Fax: 07732 - 92 72 22
E-Mail: info(at)euronatur.org
www.euronatur.org
Pressekontakt: Katharina Grund

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