Erste Erfolge im Kampf gegen die Vogeljagd auf dem Balkan

Neuerdings ist die Jagd auf Vögel auch in Montenegro im Frühjahr verboten. Foto: Nachtreiher.

© Ulf Doerner

Montenegro verkürzt Jagdzeit

Presseinformation vom 9. Juni 2009

 

Radolfzell.   Erste Erfolge im Kampf gegen die Vogeljagd auf dem Balkan hat die Naturschutzstiftung EuroNatur zu melden. Montenegro hat seine Jagdzeit deutlich verkürzt. „Mit der Änderung des Jagdgesetzes hat Montenegro einen wichtigen Schritt in Richtung EU-Beitritt gemacht“, sagt EuroNatur-Projektleiter Dr. Martin Schneider-Jacoby. Nach dem EU-Staat Slowenien ist es nun das zweite Land an der östlichen Adria, das die Vogeljagd mit dem 15. Januar einstellt und damit eine Forderung der EU-Vogelschutzrichtlinie umsetzt. Bislang war die Jagd auf Vögel in Montenegro bis 15. März erlaubt. Das neue Gesetz verbietet die Jagd in dieser empfindlichen Phase des Heimzuges in die Brutgebiete. Damit sollen Störungen in Rastgebieten vermieden und rastende bzw. in Richtung Deutschland oder anderer Länder durchziehende Zugvögel entsprechend der EU-Vogelschutzrichtlinie geschützt werden. Dies umzusetzen, war eine der Forderungen von EuroNatur an die Regierungen der Länder an der östlichen Adria. 

Im Rahmen der Kampagne „Tatort Adria – Vogeljagd auf dem Balkan“ hat EuroNatur in den letzten Monaten den internationalen Druck auf die Länder entlang der Adria-Zugroute (Adriatic Flyway) erhöht. Denn Schätzungen von EuroNatur zufolge fallen an der östlichen Adria Vogeljägern jährlich mehr als zwei Millionen Zugvögel zum Opfer. Ein Höhepunkt der Kampagne war die „1. Adriatic Flyway-Konferenz“, die im April 2009 im montenegrinischen Ort Ulcinj stattfand. Vertreter aus der Region und für den Zugvogelschutz in Europa bedeutender Institutionen wie Ramsar-Konvention, African-Eurasian Waterbird Agreement (AEWA), BirdLife International und Wetlands International hatten dort gemeinsam mit EuroNatur klare Forderungen an die verantwortlichen Politiker der Region formuliert. In der „Ulcinj-Erklärung“ fordern sie die Anpassung der Jagd- und Naturschutzgesetze an EU-Standards ebenso wie die Überwachung dieser Vorschriften. „Die montenegrinische Regierung hat mit der Änderung des Jagdgesetzes ein positives Signal gesetzt“, so Schneider-Jacoby. Dennoch bleibt noch viel zu tun. EuroNatur fordert einen konsequenten Jagdstopp während des Heimzuges und während der Brutzeit, also mindestens vom 15. Januar bis zum 1. Oktober. Dringend notwendig sind auch Kontrollen der Einhaltung der Jagdgesetze.

Hintergrundinformationen:

  • Mehr zur EuroNatur-Kampagne „Tatort Adria – Vogeljagd auf dem Balkan“, Hintergrundpapiere und Informationen zur Adriatic Flyway-Konferenz finden Sie hier.
  • Für weitere Informationen, Fotomaterial und Interviews steht Ihnen Vogelexperte und EuroNatur-Projektleiter Dr. Martin Schneider-Jacoby gerne zur Verfügung.

EuroNatur
Konstanzer Straße 22
78315 Radolfzell
Tel.: 07732 - 92 72 10
Fax: 07732 - 92 72 22
E-Mail: info@euronatur.org
Internet: www.euronatur.org
Ansprechpartner: Dr. Martin Schneider-Jacoby
Pressekontakt: Katharina Grund

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