EU-Kommission reagiert auf Bärenjagd in Slowenien

Einfuhr von Bärentrophäen untersagt

Presseinformation vom 26. Februar 2003

Stuttgart. Die Proteste hatten Erfolg: Jetzt hat die Europäische Union die Einfuhr von Bärentrophäen aus Slowenien untersagt. Wie jetzt die internatio­nale Umweltstiftung EuroNatur mitteilte, sei dies die richtige Reaktion der EU auf die jüngst bekannt gewordenen Abschüsse von mehr als 100 Bären in Slowenien.

Trotz massiver internationaler Proteste, die von internationalen Naturschutzorganisationen wie Euro­natur koordiniert worden sind, ist die slowenische Regierung von der Entscheidung, in diesem Winter­halbjahr mehr als 100 Bären zum Abschuss freizuge­ben, noch nicht abgerückt.

EuroNatur-Geschäftsführer Gabriel Schwaderer inter­pretiert die Entscheidung der EU-Kommission so: "Slowenien begründet den nicht zu akzeptierenden Bärenabschuss damit, dass die Bären zunehmend Haustiere reißen würden. Zum Glück folgt die EU-Kommis­sion dieser Argumentation nicht. Das nun gültige Einfuhrverbot für Bärentrophäen lässt eher vermuten, dass die EU-Kommission davon ausgeht, dass Slowenien so viele Abschüsse genehmigt, um sie teuer an ausländische Bärenjäger zu verkaufen."

Slowenien hatte für die noch bis zum 30. April 2003 dauernde Jagdsaison den Abschuss von 104 Bären genehmigt. Insgesamt leben nach Angaben von Euronatur nur etwa 400 Tiere in Slowenien. In anderen europäischen Ländern wie Spanien oder Italien wird ein sehr großer Aufwand betrieben, um die Bären vor dem Aussterben zu bewahren. Nach Angaben von Euronatur setzt die slowenische Regierung mit den Abschussgenehmigungen einen wertvollen Teil des europäischen Naturerbes leichtfertig aufs Spiel. Zudem verstoße die slowenische Entscheidung gegen internationale Abkommen wie die Berner Konvention, die auch von Slowenien unterzeichnet wurde.

 

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