EuroNatur fordert bessere Zukunft für bedrohte Nutztierrassen

Perfekt an ein Leben im Überschwemmungsgebiet angepasst: Turopolje-Schweine in den kroatischen Save-Auen.

© Katharina Grund

ELBARN-Expertentreffen in Bulgarien
 
Presseinformation vom 6. Mai 2009

 
Radolfzell.  Jeden Monat stirbt derzeit eine Nutztierrasse aus. Schon heute bilden weltweit nur sehr wenige Rassen den Großteil des Nutztierbestandes. Dadurch wird der Genpool erheblich dezimiert, und die Wiederstandsfähigkeit sowie die Anpassungsfähigkeit der Nutztiere gegenüber Krankheiten und Änderungen der Lebensbedingungen nimmt ernsthaft ab. EuroNatur drängt massiv darauf, den Schutz der an die vielfältigen Landschaften Europas angepassten Nutztierrassen zu intensivieren. Nur mit Diepholzer Moorschnucke, Ungarischem Steppenrind, Turopolje-Schwein und Posavina-Pferd ist eine nachhaltige Nutzung der Kulturlandschaften Europas möglich. Die Rassen sollen nicht nur in Tierparks und Zoos überleben, sondern vor allem als wichtige Gestalter der Kulturlandschaften genutzt werden. Um dies zu erreichen, hat EuroNatur das von der Europäischen Union kofinanzierte Projekt ELBARN („Europäisches Arche- und Rettungs-Netzwerk“ oder englisch „European Livestock Breeds Ark and Rescue Net“) gemeinsam mit SAVE und zahlreichen Partnerorganisationen gestartet. 

Vom 7. bis 10. Mai 2009 organisiert EuroNatur in Blagoevgrad in Bulgarien ein Expertentreffen für Südosteuropa. Dort ist die Vielfalt traditioneller Nutztierrassen noch bedeutend größer als in Mitteleuropa. Aber besonders durch den Intensivierungsdruck der Landwirtschaft sind diese Rassen mehr und mehr bedroht. Ziel ist es, für Südosteuropa einen Aktionsplan zum effizienten Schutz bedrohter Nutztierrassen zu erarbeiten. In der Folge sollen insbesondere in Albanien, Bulgarien und Rumänien konkrete Maßnahmen für ihren Erhalt entwickelt werden.

Mit Hilfe des Projektes ELBARN soll ein europaweites Netzwerk zur Rettung seltener Nutztierrassen entstehen. Dazu gehört unter anderem, dass Tiere in Archehöfen aufgenommen werden, deren Halter ihren eigenen Hof aufgeben mussten und keinen geeigneten Ersatz gefunden haben. Außerdem sollen Informationen zu den Tierrassen, ihrem Vorkommen und den geschätzten Beständen zusammengetragen und regelmäßig aktualisiert werden.
 

Hintergrundinformationen:

  • Das Gesamtprojekt ELBARN ist eine von der Europäischen Union geförderte Aktion in Zusammenarbeit mit den Nicht-Regierungs-Organisationen EuroNatur (Deutschland), SAVE Foundation (Deutschland), GEH (Deutschland), SLE (Belgien), RARE (Italien).
  • www.elbarn.net
  • Mehr über das Projekt ELBARN
  • Mehr zum Projekt ELBARN auf den Seiten der Europäischen Komission


Rückfragen:
EuroNatur
Konstanzer Straße 22
78315 Radolfzell
Tel.: 07732 - 92 72 10
Fax: 07732 - 92 72 22
E-Mail: info@euronatur.org
www.euronatur.org
Ansprechpartner: Dr. Martin Schneider-Jacoby
Pressekontakt: Katharina Grund



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