Großdemonstration in Berlin fordert Agrarwende

Zehntausende Menschen demonstrierten am vergangenen Samstag in Berlin für eine Abkehr von der industriellen Landwirtschaft. Sie forderten die Politik auf, für eine artgerechtere Tierhaltung zu sorgen, die bäuerliche Landwirtschaft zu sichern und die Vielfalt der Kulturlandschaft zu erhalten.

Breite Allianz: In Berlin demonstrierten Tausende gegen die indrustrielle Landwirtschaft.

© EuroNatur

Unter dem Motto „Wir haben es satt!“ zogen rund 25.000 Menschen, darunter auch Vertreter von EuroNatur, vom Hauptbahnhof durch das Regierungsviertel bis vor das Kanzleramt, wo die Abschlusskundgebung stattfand. Der Protest der Demonstranten richtete sich unter anderem gegen die Massentierhaltung, Umweltschäden durch giftige Pestizide sowie die negativen Folgen der EU-Agrarpolitik für Kleinbauern in den Entwicklungsländern. Rund 70 Traktoren und Imkerfahrzeuge aus dem gesamten Bundesgebiet begleiteten den Protestzug.

In den Messehallen der Grünen Woche, die noch bis zum 27. Januar läuft, präsentierte die Branche unterdessen kerngesunde Bioschweine in idyllischen Stallnachbauten. Die Realität sieht jedoch oft anders aus. „Hinter dem schönen Schein der Messestände verbergen sich millionenfaches Tierleid, ein exorbitanter Antibiotikaeinsatz bei Masttieren und enorme Belastungen der Umwelt durch die Massentierhaltung“, kritisierte der Vorsitzende des Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland und EuroNatur-Präsidiumsmitglied Hubert Weiger in seiner Rede vor dem Kanzleramt.


Noch in diesem Jahr werden die Weichen für die künftige Ausrichtung der europäischen Agrarpolitik gestellt. „Das Signal, das die Gesellschaft an die Politik sendet, ist eindeutig: Die Agrarpolitik muss grüner und gerechter werden“, sagt EuroNatur-Projektleiterin Anne Katrin Heinrichs.

 

Link zur Website der Initiative „Wir haben es satt“

Mehr zur naturschutzpolitischen Arbeit von EuroNatur im Bereich Landwirtschaft

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