Kranich Juula in Slano Kopovo eingetroffen

Auf ihrem langen Weg in das Winterquartier in Nordafrika hat der estnische Kranich Juula das Schutzgebiet Slano Kopovo in Serbien erreicht. Eine Forschungsgruppe der estländischen Universität Tartu hat Juula und zwei weitere Kraniche mit Sendern ausgestattet, um ihre Reise zu und von ihren Überwinterungsgebieten zu verfolgen. Auf ihrer Website zeigt die Forschungsgruppe die aktuellen Stationen der Vögel.

Die weite Niederung der Vojvodina bietet den Kranichen mit ihren ausgedehnten Ackerflächen ausreichend Nahrung.

© Bruno Dittrich

Wie Zehntausende anderer Kraniche nutzt Juula die sogenannte Adria-Zugroute auf ihrem Weg in das Überwinterungsgebiet in Nordafrika. In den ausgedehnten Flachwasserbereichen der Salzlacke Slano Kopovo findet Juula einen geschützten Schlafplatz. Die weite Niederung der Vojvodina bietet den Kranichen mit ihren ausgedehnten Ackerflächen ausreichend Nahrung, um sich für die anstrengende Weiterreise zu stärken. Das  ist dringend nötig, denn auf dem weiteren Weg Richtung Winterquartier sind ungestörte Rastplätze Mangelware: In den wenigen noch intakten Feuchtgebieten an der östlichen Adriaküste lauern Scharen von Vogeljägern den Zugvögeln auf und zwingen die Kraniche dazu, ohne Zwischenstopp über das Dinarirsche Gebirge und das Meer bis nach Afrika zu fliegen.


Da immer mehr Kraniche aufgrund des Klimawandels versuchen, in Mitteleuropa zu überwintern, werden Ausweichplätze am Mittelmeer aber immer wichtiger. Nur wenn die Überwinterer kurzzeitig an die warme Adriaküste in Albanien, Kroatien oder Montenegro ausweichen können, haben sie eine Chance, bei extrem kalten Wintereinbrüchen zu überleben.


EuroNatur setzt sich zusammen mit seinen Partnern in den Ländern dafür ein, die wertvollen Zugvogellebensräume entlang der Adria-Küste als Netzwerk aus jagdfreien Schutzgebieten zu sichern. Auf der 7. Europäischen Kranichtagung vom 14. bis 17. Oktober in Stralsund, auf der auch EuroNatur vertreten war, haben 130 Wissenschaftler und Naturschützer aus aller Welt eine Resolution zum Schutz der Kraniche in Südosteuropa verabschiedet. Ziel ist es, sichere Rastplätze zwischen der ungarischen Tiefebene und Afrika einzurichten.



Link zur Website der Kranich-Forschungsgruppe der Universität Tartu

Link zum Faltblatt „Gefährliche Reise – Kranichzug über die Adria“ (pdf-Datei, 764kB)

Link zur Resolution der 7. Europäischen Kranichtagung


Mehr über die Kampagne „Tatort Adria - Vogeljagd auf dem Balkan“

Mitmachen und dabei sein - werden Sie aktiv

Spende

Zukunft braucht Natur. Wir setzen uns für sie ein. Bitte nutzen Sie Ihre Möglichkeiten, um zu helfen. Ihre Spende ist ein wirkungsvoller Beitrag für eine lebenswerte Umwelt.

Fördermitgliedschaft

EuroNatur setzt auf langfristig angelegte Naturschutzprojekte statt Schnellschüsse. Mit Ihren regelmäßigen Spendenbeiträgen geben Sie uns die dafür nötige Planungssicherheit.

Aktuelles

Neues Braunbärenprojekt gestartet

Ein wichtiger Schritt für den Schutz der Dinariden-Pindos-Bärenpopulation: In enger Zusammenarbeit mit unseren Partnern auf dem Balkan und der…

Putins Angriffskrieg und die europäische Energiekrise

Russland ist in die Ukraine einmarschiert. Unsere Blog-Autorin Bruna Campos ist unverändert schockiert über das, was dort passiert. Krieg ist…

Vogelschützer streiten für sichere Adria-Zugroute

++ Der Vogelzug ist in vollem Gange ++ Jedes Jahr werden Tausende Zugvögel auf dem Balkan illegal getötet ++ 4. Adriatic Flyway-Konferenz tagt in…

Weltwassertag 2022: Grundwasser: „die Leber“ unserer Flüsse

In diesem Jahr steht der Weltwassertag unter dem Motto „das Unsichtbare sichtbar machen“ und legt besonderes Augenmerk auf die Bedeutung des…

Wasserkraft als Klimaretter? Ein längst überholter Mythos

Flusstäler sind fruchtbare Lebensräume für Mensch und Tier. Ihre Zerstörung – um vermeintlich klimafreundliche Wasserkraftenergie zu erzeugen – hat…

Vier Mönchsgeier in Bulgarien vergiftet

Tragödie für den Naturschutz in Bulgarien: Mehrere ausgewilderte Mönchsgeier wurden in der Nähe des Dorfes Ticha vergiftet. Ein herber Rückschlag für…

Vogelgrippe am griechischen Prespa-See

Die Vogelgrippe H5N1 grassiert in diesem Winter besonders stark. Überregionale Aufmerksamkeit erregte das tausendfache Sterben der Kraniche im…

Wälder – Eierlegende Wollmilchsäue?

Die Erwartungen an das, was Wälder leisten sollen, sind hoch. Sie sollen vielfältige Lebensräume bieten, wild-romantische Sehnsüchte erfüllen,…

Illegaler Holzeinschlag in Rumäniens Naturwäldern nimmt trotz Gerichtsdrohung zu

Neue Daten belegen, dass die Zerstörung der letzten großen verbliebenen Ur- und Naturwälder der EU in Rumänien unvermindert anhält.

BESTbelt – Mehr Energie für das Grüne Band Europa

++ Start zur Einreichung von Projektvorschlägen für EU-gefördertes Projekt "BESTbelt" ++ Initiative soll lokalen Naturschutzorganisationen den Zugang…

Letztes Webinar zu Weißstörchen

Die vierteilige Webinarreihe zum Thema „Menschliche Einflüsse auf die Ökologie der Weißstörche“ nähert sich ihrem Ende. Am Samstag, 19. Februar von…

EuroNatur startet Meinungsbeiträge zur Energiewende

Sind Atomkraft und Erdgas nachhaltige Energiequellen? Was die EU-Kommission am Silvesterabend verkündet hat, tritt nun in Kraft: Atom und Gas werden…

Flughafenbau in Albanien droht bedeutendes Feuchtgebiet zu zerstören

++ Albanische Regierung plant Flughafenbau in der Narta-Lagune ++ Mögliche Korrektur der Schutzgebietsgrenze Vjosa-Narta ++ Am 2. Februar ist…

Deutsche KfW-Bank zieht sich aus Staudammprojekt in Bosnien-Herzegowina zurück

Die deutsche Entwicklungsbank KfW hat heute bestätigt, dass sie ihre Pläne zur Finanzierung des umstrittenen Janjići-Wasserkraftwerks am Fluss Bosna…

Gestiegene Fledermauszahlen im Winterquartier

Fledermausfreunde und -schützerinnen haben die kalte Jahreszeit genutzt, um die Winterbestände von Großem Mausohr und Co. zu erfassen. Es war die…