Lob und Tadel für Klimaschutzpläne der Regierung

Die Landwirtschaft ist in Deutschland für fast 15 Prozent der Treibhausgas-Emissionen verantwortlich.

© EuroNatur

Presseinformation vom 19. Juni 2008

 

Radolfzell. Das von der Bundesregierung beschlossene Klimaschutzpaket ist bei der Naturschutzstiftung EuroNatur auf ein geteiltes Echo gestoßen. „Positiv ist, dass ein vergleichsweise ambitioniertes Paket auf den Weg gebracht wurde. Bislang hat kein anderer Industriestaat beschlossen, seine CO2-Emissionen bis zum Jahr 2020 um 35 Prozent zu reduzieren. Deutschland könnte in dieser Hinsicht eine Vorreiterrolle einnehmen, und dies würde sich auch positiv auf die Wirtschaft auswirken“, so EuroNatur-Präsident Prof. Dr. Hartmut Vogtmann.

EuroNatur begrüßt die im Klimaschutzpaket vorgesehenen Anstrengungen, den CO2-Ausstoß aus stationären Quellen wie Häusern und Kraftwerken zu reduzieren.„Zwar sind etwa beim Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung, beim Emissionshandel oder der Altbausanierung noch sehr viel ehrgeizigere Zielsetzungen nötig. Dennoch hat das federführende Bundesumweltministerium mit dem Klimaschutzpaket weit mehr Engagement gezeigt, als andere Ministerien, betonte Vogtmann und kritisierte damit besonders Bundeslandwirtschaftsminister Seehofer. Dieser habe die Zeichen der Zeit nicht nur verschlafen, er blockiere die Klimaschutzmaßnahmen sogar. Der EuroNatur-Präsident wies darauf hin, dass die Landwirtschaft in Deutschland für fast 15 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich ist. „Dennoch blockt Seehofer derzeit im Rahmen des „Gesundheits-Checks“ der Agrarpolitik die Vorschläge der EU-Kommission, mehr Fördermittel zugunsten von Klima- und Naturschutzmaßnahmen umzuschichten. Hier ist Bundeskanzlerin Merkel gefordert, ihren Agrarminister auf Kurs zu bringen“. Es könne nicht sein, dass unter deutscher EU-Präsidentschaft Klimapolitik in Europa voran gebracht werde und in der Folge ein deutscher Fachminister eine derartige Blockadehaltung einnehme. Kritik äußerte Vogtmann auch in Richtung Bundesverkehrsminister Tiefensee: „Die durch den Verkehr verursachten CO2-Emissionen geraten völlig aus dem Ruder, doch von einer klimafreundlichen Verkehrspolitik ist Herr Tiefensee noch meilenweit entfernt“. Vogtmann forderte in diesem Zusammenhang, die Pläne der Bundesregierung zur Beimischung von Agro-Kraftstoffen zu Benzin und Diesel zu stoppen. Längst habe sich gezeigt, dass damit keine Klimareduktionen, wohl aber neue Naturbelastungen bewirkt würden.

 
Rückfragen:

Stiftung Europäisches Naturerbe (EuroNatur)

Konstanzer Straße 22

78315 Radolfzell

Tel.: 07732 - 92 72 10

Fax: 07732 - 92 72 22

E-Mail: info(at)euronatur.org

www.euronatur.org

Pressekontakt: Katharina Grund

Ansprechpartner: Lutz Ribbe

mobil 0170-4125767

Spende

Zukunft braucht Natur. Wir setzen uns für sie ein. Bitte nutzen Sie Ihre Möglichkeiten, um zu helfen. Ihre Spende ist ein wirkungsvoller Beitrag für eine lebenswerte Umwelt.

Fördermitgliedschaft

EuroNatur setzt auf langfristig angelegte Naturschutzprojekte statt Schnellschüsse. Mit Ihren regelmäßigen Spendenbeiträgen geben Sie uns die dafür nötige Planungssicherheit.

Aktuelles

Vielfalt der Natur im Fokus

Internationaler Fotowettbewerb „Naturschätze Europas 2022“ startet

Berner Konvention hat Verbrechen an der Natur im Blick

Staudämme, Kraftwerke, Flughäfen: Zahlreiche Beschwerden von Naturschutzorganisationen gegen zerstörerische Projekte auf dem Balkan

Positionspapier: Energiegewinnung ohne Naturzerstörung ist der Weg zur Klimaneutralität 2040

Die international tätige Naturschutzstiftung EuroNatur veröffentlicht heute ein Positionspapier, das einen neuen zukunftsfähigen Weg für…

Widerstand gegen Flughafenbau in Albanien

Trotz ständigen Drucks seitens nationaler und internationaler NGOs hält die albanische Regierung am Bau eines Großflughafens bei Vlora fest – mitten…

Auszeichnung für slowenische Flussschützerin

Die Biologin Andreja Slameršek wurde am 11. November mit dem Wolfgang Staab-Naturschutzpreis 2021 ausgezeichnet. Damit wird ihr unermüdlicher Kampf…

Albanische Gemeinde am Grünen Band Balkan ausgezeichnet

Die Kleinstadt Kukës im Nordosten Albaniens wurde als Modellgemeinde am Grünen Band ausgezeichnet. EuroNatur-Geschäftsführer Gabriel Schwaderer…

EU-Pilotprojekt stärkt Naturschutz am Grünen Band Europa

Am 9. November 1989 fiel die Berliner Mauer – der Anfang vom Ende des Eisernen Vorhangs. 32 Jahre später zielt das von der EU finanzierte Projekt…

Noch ein weiter Weg für Westbalkan-Staaten

EU-Kommission legt Länderberichte zu Beitrittskandidaten vor

Forderung: EIB muss Umwelt- und Sozialstandards verbessern

EuroNatur und Bankwatch fordern strengere Regeln bei Wasserkraftfinanzierung der Europäischen Investitionsbank.

Zeichen für die Artenvielfalt: EuroNatur-Preis an Forschende des IPBES verliehen

++ Die für den Weltbiodiversitätsrat IPBES Forschenden haben den EuroNatur-Preis 2021 erhalten ++ Wissenschaft macht auf dramatisches Artensterben…

Artenvielfalt retten: Forschende des Weltbiodiversitätsrats erhalten EuroNatur-Preis

++ Die für den Weltbiodiversitätsrat IPBES Forschenden erhalten den EuroNatur-Preis 2021 ++ Dramatisches Artensterben ist menschengemacht ++…

Zwei Studien zur Renaturierung der Save und ihrer Flussauen veröffentlicht

Zwei brandneue Studien zur Revitalisierung der Save und ihrer Auen wurden veröffentlicht und vom 19. bis 22. September im Rahmen des Projekts Sava…

Erneute Gewalt gegen Umweltaktivisten in Rumänien

In den Karpaten wurden ein Waldschützer sowie zwei Journalisten von mutmaßlichen illegalen Holzfällern brutal verprügelt. Dies ist nicht der erste…

Weißstörche und menschlicher Einfluss

Eine vierteilige Webinarreihe informiert über aktuelle Entwicklungen anthropogener Einflüsse auf das Leben von Weißstörchen. Die Auftaktveranstaltung…

Donau-Drau-Mur-Region als Biosphärenpark anerkannt

Nun ist es offiziell: Entlang der drei Flüsse Donau, Drau und Mur liegt Europas größtes Flussschutzgebiet. Auf einer Länge von 700 Kilometern…