Natura 2000-Gebiete in Gefahr

Ungarns Naturschützer sind in Sorge: Die neue Regierung plant, das Natura 2000-Schutzgebietsnetz des Landes einer kritischen Prüfung zu unterziehen. Bei einem Treffen mit Vertretern von Nichtregierungsorganisationen am 25. Juni bestätigte der Staatssekretär Mihaly Varga, dass damit auch die Ausweisung einiger neuer Natura 2000-Schutzgebiete in Frage stehe.

Artenreiche Blumenwiesen sind im Natura 2000-Schutzgebiets-Netz streng geschützt.

© Anton Laut


Eine Sprecherin des ungarischen Verbändenetzwerks „Ceeweb for Biodiversity“ äußerte die Vermutung, dass die Regierung damit auf die vielfache Kritik von betroffenen Bauern und Landbesitzern reagiert: Die Behörden hatten diese häufig nur unzureichend oder gar nicht informiert, wenn ihr Land als Natura 2000-Schutzgebiet ausgewiesen wurde. Den Ausweisungsprozess noch einmal von vorne aufzurollen, sei aber wenig zielführend, um auf diese Mängel in der Informationspolitik zu reagieren. Nach Einschätzung von CEEweb entsprechen die ausgewählten Flächen nicht nur den Anforderungen der EU-Richtlinie, sondern beinhalten auch die ökologisch wertvollsten Gebiete des Landes. Die Verbände rufen die Regierung dringend auf, dem Druck der mächtigen Landwirtschaftslobby nicht nachzugeben und im Zuge der Neubearbeitung der Gebietsausweisung keine Flächen aus dem geplanten Schutzgebiets-Netzwerks herauszunehmen.

Zur Presseinformation von CEEweb for Biodiversity über die geplante Revision der Natura 2000-Gebiete (pdf-Datei, 64kb, englisch)

Spende

Zukunft braucht Natur. Wir setzen uns für sie ein. Bitte nutzen Sie Ihre Möglichkeiten, um zu helfen. Ihre Spende ist ein wirkungsvoller Beitrag für eine lebenswerte Umwelt.

Fördermitgliedschaft

EuroNatur setzt auf langfristig angelegte Naturschutzprojekte statt Schnellschüsse. Mit Ihren regelmäßigen Spendenbeiträgen geben Sie uns die dafür nötige Planungssicherheit.

Aktuelles

Vielfalt der Natur im Fokus

Internationaler Fotowettbewerb „Naturschätze Europas 2022“ startet

Berner Konvention hat Verbrechen an der Natur im Blick

Staudämme, Kraftwerke, Flughäfen: Zahlreiche Beschwerden von Naturschutzorganisationen gegen zerstörerische Projekte auf dem Balkan

Positionspapier: Energiegewinnung ohne Naturzerstörung ist der Weg zur Klimaneutralität 2040

Die international tätige Naturschutzstiftung EuroNatur veröffentlicht heute ein Positionspapier, das einen neuen zukunftsfähigen Weg für…

Widerstand gegen Flughafenbau in Albanien

Trotz ständigen Drucks seitens nationaler und internationaler NGOs hält die albanische Regierung am Bau eines Großflughafens bei Vlora fest – mitten…

Auszeichnung für slowenische Flussschützerin

Die Biologin Andreja Slameršek wurde am 11. November mit dem Wolfgang Staab-Naturschutzpreis 2021 ausgezeichnet. Damit wird ihr unermüdlicher Kampf…

Albanische Gemeinde am Grünen Band Balkan ausgezeichnet

Die Kleinstadt Kukës im Nordosten Albaniens wurde als Modellgemeinde am Grünen Band ausgezeichnet. EuroNatur-Geschäftsführer Gabriel Schwaderer…

EU-Pilotprojekt stärkt Naturschutz am Grünen Band Europa

Am 9. November 1989 fiel die Berliner Mauer – der Anfang vom Ende des Eisernen Vorhangs. 32 Jahre später zielt das von der EU finanzierte Projekt…

Noch ein weiter Weg für Westbalkan-Staaten

EU-Kommission legt Länderberichte zu Beitrittskandidaten vor

Forderung: EIB muss Umwelt- und Sozialstandards verbessern

EuroNatur und Bankwatch fordern strengere Regeln bei Wasserkraftfinanzierung der Europäischen Investitionsbank.

Zeichen für die Artenvielfalt: EuroNatur-Preis an Forschende des IPBES verliehen

++ Die für den Weltbiodiversitätsrat IPBES Forschenden haben den EuroNatur-Preis 2021 erhalten ++ Wissenschaft macht auf dramatisches Artensterben…

Artenvielfalt retten: Forschende des Weltbiodiversitätsrats erhalten EuroNatur-Preis

++ Die für den Weltbiodiversitätsrat IPBES Forschenden erhalten den EuroNatur-Preis 2021 ++ Dramatisches Artensterben ist menschengemacht ++…

Zwei Studien zur Renaturierung der Save und ihrer Flussauen veröffentlicht

Zwei brandneue Studien zur Revitalisierung der Save und ihrer Auen wurden veröffentlicht und vom 19. bis 22. September im Rahmen des Projekts Sava…

Erneute Gewalt gegen Umweltaktivisten in Rumänien

In den Karpaten wurden ein Waldschützer sowie zwei Journalisten von mutmaßlichen illegalen Holzfällern brutal verprügelt. Dies ist nicht der erste…

Weißstörche und menschlicher Einfluss

Eine vierteilige Webinarreihe informiert über aktuelle Entwicklungen anthropogener Einflüsse auf das Leben von Weißstörchen. Die Auftaktveranstaltung…

Donau-Drau-Mur-Region als Biosphärenpark anerkannt

Nun ist es offiziell: Entlang der drei Flüsse Donau, Drau und Mur liegt Europas größtes Flussschutzgebiet. Auf einer Länge von 700 Kilometern…