Wieder Kahlschläge in Nationalpark Sumava geplant

Die Verwaltung des tschechischen Sumava-Nationalparks will mitten in der Kernzone des Schutzgebiets erneut Tausende Bäume abholzen, die von Borkenkäfern befallen sind. Das radikale Vorgehen ruft nun auch die EU-Kommission auf den Plan.

Ein Luchs steht im Wald

Mit den großflächigen Kahlschlägen wird auch wertvoller Luchslebensraum zerstört.

© Jörg Pukownik

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Nationalparkverwaltung am selben Ort große Flächen für den Holzeinschlag freigegeben - darunter Gebiete, in denen Eingriffe bisher streng verboten waren. Umweltaktivisten versuchten daraufhin, das Fällen der Bäume mit einer Blockade zu verhindern. Sie vermuteten, dass der Schädling nur als Vorwand diente, um wirtschaftliche Interessen der Holz- und Tourismusindustrie zu bedienen. Unterstützt wurden die Proteste gegen den Kahlschlag nicht nur von internationalen Naturschutzorganisationen wie EuroNatur, sondern auch vom tschechischen Ombudsmann Pavel Varvarovsky. Dieser bestätigte im März dieses Jahres, dass das Abholzen der Bäume im vergangenen Sommer illegal war. 

Inzwischen ist auch die EU-Kommission alarmiert: Nach einer Meldung der dpa forderte der EU-Umweltkommissar Janez Potocnik Tschechien auf, die Kahlschläge zu stoppen und das einzigartige Ökosystem nicht weiter zu gefährden. Zusammen mit dem Nationalpark Bayerischer Wald bildet der Sumava-Nationalpark eines der größten und artenreichsten Schutzgebiete Mitteleuropas und ein wichtiges Teilstück des Grünen Bandes Zentraleuropa. EuroNatur fordert daher dringend, das Naturjuwel vor der geplanten Zerstörung zu bewahren.

 

Mehr Informationen zur drohenden Zerstörung im Sumava-Nationalpark 

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