Gewinner 2026

Stößchen auf die Artenvielfalt

Höhepunkte des Fotowettbewerbs „Naturschätze Europas“

33 Jahre “Naturschätze Europas”: Bei dieser Schnapszahl darf man gerne mal anstoßen, auch auf die zwölf diesjährigen Siegerbilder, die sich aus knapp 2.850 Einsendungen durchgesetzt haben. Die Fotos zeigen zwar keine angeheiterten Elefanten oder trunkenen Seideschwänze, doch nüchtern wäre auch der falsche Begriff, um die Schönheit der Aufnahmen zu beschreiben. Machen Sie sich selbst einen Eindruck…

Hinweis: Aufgrund gleicher Punktzahl von der Jury gibt es jeweils zwei achte Plätze.
Tipp: Durch klicken auf die Bilder können Sie größere Ansichten öffnen.


Am Schlafittchen gepackt

Ein Kranich schnappt einem anderen in die Schwanzfedern
© Agnieszka Florczyk

1. Platz: Agnieszka Florczyk

Kraniche gehören zu den Vögeln, die vom Ausbruch der Vogelgrippe in den zurückliegenden Jahren besonders schwer getroffen wurden. Zu Tausenden verendeten die Vögel des Glücks an ihren Rastplätzen und Überwinterungsgebieten. Die Exemplare dieses Schwarms in Polen waren Ende Januar 2025 in bester Verfassung, einige Kraniche hatten sogar schon Frühlingsgefühle. Wer als vermeintlicher Nebenbuhler der Holden zu nahekam, musste mit einer Schwanzfeder dafür zahlen.


Sehenden Auges

Eisvogel beim Tauchgang
© Luciano Casagranda

2. Platz: Luciano Casagranda

Der Eisvogel jagt seine Beute per Fangstoß. Dabei lauern Eisvögel auf Sitzwarten über der Wasseroberfläche oder fliegen im Rüttelflug und stoßen dann mit dem Kopf voraus hinab. Die Augen des Eisvogels sind perfekt an das Tauchen angepasst: Er kann unter Wasser die Pupillen mit einer speziellen Haut schützen und so seine Augen offenhalten, um die Beute auch unter Wasser zu sehen. Eisvögel bevorzugen deshalb klares Wasser; im Trüben fischen sie erfolglos.


Tod im Goldstaub

tote Biene in Sonnenblumenblüte
© Vladislav Mitkov Tasev

3. Platz: Vladislav Mitkov Tasev

Ein wenig erinnert dieses Foto an die Gräber Hochwohlgeborener in früheren Zeiten, etwa an Pharaonen und ihre goldenen Sarkophage. Diese Honigbiene wurde in einer Sonnenblumenblüte vom Tode heimgeholt, noch während sie mit ihrer langen Zunge den Pollen aufgenommen hatte. Die Todesursache des kleinen Insekts ist unbekannt, doch der Fotograf hat ihr mit dieser Aufnahme ein künstlerisches Vermächtnis geschaffen.


Die Stadt, die Qualle und das Meer

Spiegeleiqualle vor El Campello
© Alex Basha

4. Platz: Alex Basha

Im Hintergrund sieht man die leider typische Silhouette einer spanischen Küstenlandschaft, verbaut mit Hochhäusern. Viele der Touristinnen und Urlauber, die in diesen Bettenburgen unterkommen, ahnen vermutlich nichts von den Wundern, die sich im Meer vor ihrer Hoteltür tummeln. Hier wiegt eine Spiegeleiqualle in den Wellen. Die für Badende vollkommen harmlose Quallenart kann sich im Gegensatz zu den meisten ihrer Verwandten aktiv fortbewegen.


Reflexionen eines Braunbären

Braunbär spiegelt sich im See
© Danijel Turnšek

5. Platz: Danijel Turnšek

Ein Moment, in dem alles zusammenpasst und sich zum perfekten Foto vereint: das warme Licht des Herbstes, die spiegelglatte Oberfläche des Sees, der direkte Blick des Braunbären auf sein eigenes Spiegelbild. Ob der Bär in diesem Moment über sich und sein Leben reflektiert hat? So oder so macht der Kontrast zwischen der kraftvollen Präsenz des Bären und die friedliche, fast zart anmutende Szenerie den Reiz dieses Bildes aus.


Brautgeschenk

Bartkauz füttert Weibchen in Baumhöhle
© Krzysztof Baranowski

6. Platz: Krzysztof Baranowski

Es geht noch einmal in die Nordischen Wälder, wo fern ab der Zivilisation oft nur die Stimmen der Tiere zu hören sind. In diesem Fall machte ein rufender Bartkauz den Fotografen in seinem Tarnzelt auf sich aufmerksam. Wenig später flog der Kauz mit einer erbeuteten Maus im Schnabel zu seinem Weibchen, das im Brutbaum auf ihren Eiern hockte. Bald schon wird das Männchen noch mehr Nahrung heranschaffen müssen…


Ich sehe dich!

Fuchs im Schnee
© Fabrizio Stefani

7. Platz: Fabrizio Stefani

Schon wieder ein Fuchs? Denen begegnet man doch mittlerweile selbst am Potsdamer Platz in Berlin! Diese Aufnahme des kleinen Beutegreifers, der die sanften Wintersonnenstrahlen auf einem schneebedeckten Feld genoss, hat die Jury dennoch überzeugt. Vielleicht lag es an der Intention des Fotografen? Ihm war es wichtig, den Blick des Tieres einzufangen „und so die Tiefe der dahinterstehenden Persönlichkeit zu offenbaren“. Dies ist ihm unzweifelhaft gelungen.


Verraten

Schneehase in einer Mulde
© Bertrand Muffat Joly

8. Platz: Bertrand Muffat Joly

Dieser Schneehase in den französischen Alpen ist in seiner Schneemulde eigentlich perfekt getarnt; nur seine Pfotenabdrücke verraten ihn. Schneehasen haben sich im Laufe der Evolution perfekt an die harschen Bedingungen im winterlichen Gebirge angepasst, doch die fortschreitende Klimaerwärmung erschwert das Überleben der alpinen Population, auch durch die Hybridisierung mit den immer höher aufsteigenden Feldhasen.


Observiert

Springspinne
© Kotryna Burokevičiūtė

8. Platz: Kotryna Burokevičiūtė

Fühlen Sie sich beobachtet? Mit dem Gefühl sind Sie nicht allein…Während wir mit einem Augenpaar auskommen, haben Springspinnen derer vier. Vor allem in ihren auffällig großen und nach vorn ausgerichteten Hauptaugen haben diese Vertreter der Arachnoiden einen hoch entwickelten Sehsinn. Den brauchen die kleinen agilen Jäger aber auch; der namensgebende Sprung dieser Spinnen auf ihre Beute erfordert ein hohes Maß an räumlichen Sehfähigkeiten.  


Hängepartie

Siebenpunkt-Marienkäfer klettert von Stängel zu Stängel
© Pepe Badia

10. Platz: Pepe Badia

Der richtige Moment fürs ideale Motiv währt meist nur Millisekunden und ist häufig eine Mischung aus Expertise und Erfahrung des Fotografen sowie Zufall. In diesem Fall wollte der Bildermacher eigentlich Blütenstängel fotografieren, doch der Siebenpunkt-Marienkäfer auf seiner Tour durch die violette Blütenlandschaft kam ihm durchaus gelegen. Es gelang dem Fotografen genau den Moment einzufangen, als der Käfer von einem Stängel zum anderen krabbelte – wobei dieser sich ganz schön strecken musste.
 


Süßer Zahn

Haselmaus nascht Früchte
© Konrad Funk

11. Platz: Konrad Funk

Was ist denn das für eine süße Maus, mag manch einer beim Anblick dieses Bildes denken. Doch auch wenn sie ein wenig so aussieht und die Maus sogar in ihrem Namen trägt, ist die Haselmaus taxonomisch betrachtet gar keine Maus. Sie gehört zur Familie der Bilche; ihre nächsten verwandten sind demnach der Garten- oder der Siebenschläfer, ähnliche niedliche Zeitgenossen. Neben einer Vorliebe für Beeren frisst die Haselmaus auch Samen, Knospen, Insekten und natürlich Haselnüsse.


Mit Schirm und Charme

Grasfrösche bei der Paarung mit Blatt auf dem Kopf
© Kerstin Pankratz

12. Platz: Kerstin Pankratz

Kaum eine Tierklasse leidet unter den Auswirkungen des Klimanotstands so sehr wie die Amphibien; ihnen trocknet der Lebensraum unter den Schwimmhäuten weg. An diesem Märzmorgen in einem Naturschutzgebiet im Norden Dortmunds war die Amphibienwelt allerdings in bester Ordnung. Etliche Grasfrösche haben sich hier zur Paarung versammelt, es war ein einziges Gequake, Gehüpfe und Gedränge. Die Fotografin legte sich am Gewässerrand auf die Lauer und wartete geduldig auf den perfekten Zeitpunkt.

 


Erneut mitmachen!

Auch im kommenden Jahr findet der Fotowettbewerb wieder statt (Einsendeschluss: 31. März 2027). Mehr Informationen zur Ausschreibung finden Sie in der nächsten Ausgabe des EuroNatur-Magazins und ab Mitte Dezember 2026 unter euronatur.org/foto 

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Gewinner der Vorjahre