Von England bis in die Türkei – ein Netzwerk für Vielfalt
Mit der Initiative „Europäische Storchendörfer“ hat EuroNatur eine Bewegung aufgebaut, um dem Verlust von Lebensräumen für Störche in Europa etwas entgegenzusetzen. Seit 1994 hat die EuroNatur-Stiftung 16 Dörfer in 16 europäischen Ländern für ihr Engagement für Weißstörche und Naturschutz mit dem Titel „Europäisches Storchendorf“ ausgezeichnet. Kandidaten für den Titel sind Dörfer oder Gemeinden mit örtlichen Storchenkolonien, die sich vorbildhaft für den Schutz von Meister Adebar in ihren Gemeinden einsetzen. Die Menschen vor Ort haben viel Zeit und Energie in den Storchenschutz investiert, beispielsweise durch eine Umstellung auf extensive Landwirtschaft oder den Schutz großflächiger Feuchtgebiete. Mit dem Titel „Europäisches Storchendorf“ werden diese Gemeinschaften international als besondere Stätten des Natur- und Kulturerbes gewürdigt. So arbeiten wir daran, erfolgreiche Ansätze zum Naturschutz im Allgemeinen und zum Weißstorchschutz im Besonderen zu fördern.
Von Feuchtwiesen bis Steppen – Lebensraumvielfalt in Europa
In ihrer vollen Bandbreite verkörpern die europäischen Storchendörfer die Vielfalt an Wiesen und Weideland in Europa – von den Feuchtwiesen in den Dörfern Čigoć oder Rühstädt in den Flussauen der Save bzw. Elbe bis zu den Steppen rund um Malpartida de Cáceres in der Extremadura. Seit dem Jahr 2004 trifft sich das europaweite Netzwerk jährlich in einem der Storchendörfer, um Lösungen für einen richtungsweisenden Weißstorchschutz zu entwickeln.
Storchenschützerinnen und -schützer beim Treffen im polnischen Storchendorf Pentowo
© EuroNaturWas macht ein Dorf zum europäischen Storchendorf?
Der Titel „Europäisches Storchendorf“ wird für beispielhaften Weißstorchschutz verliehen. Viele Kriterien fließen in die Entscheidung über seine Vergabe an ein Dorf ein; einige von ihnen sind im Folgenden aufgeführt. Die Liste ist keineswegs vollständig. Ein einzelnes Dorf erfüllt nicht unbedingt alle Punkte, aber alle europäischen Storchendörfer arbeiten daran, auf den folgenden Gebieten besser zu werden:
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Große Storchenkolonie
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Naturschutzgebiet
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"Weißstorch-Event"
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Kooperation
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Naturschutzmaßnahmen
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Umweltbildung
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Pressearbeit
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weitere Aktivitäten
Maßnahmen des Netzwerks
EuroNatur, seine Partner und die europäischen Storchendörfer arbeiten gemeinsam für den Schutz des Weißstorchs und seiner Lebensräume, insbesondere Feuchtwiesen und Weiden. Wir tun dies auf vielfältige Weise, unter anderem durch:
- Die Förderung der Ausweitung des Netzwerks europäischer Storchendörfer durch die Suche und Ernennung von Gemeinden, die diese Idee unterstützen, und die Beratung aller Mitglieder des Netzwerks.
- Die Organisation regelmäßiger Treffen von Delegierten der europäischen Storchendörfer, um Ideen, Erfahrungen und Ansätze zum Storchenschutz auszutauschen.
- Die Anregung und Unterstützung von Projekten zu unterschiedlichen Themen, z. B. zur Umweltbildung, zur Förderung von nachhaltigem Tourismus oder zur Renaturierung von Habitat.
- Die Arbeit für den Schutz artenreicher Wiesen und Weiden in Europa durch die Realisierung konkreter Projekte vor Ort und durch Lobbyarbeit auf EU-Ebene.
- Die Schaffung von Perspektiven für eine nachhaltige Entwicklung der verschiedenen storchenfreundichen Gemeinden, um die Lage der Störche langfristig zu verbessern.
Die europäischen Storchendörfer: Verantwortung und Chancen
Bei den alljählichen Storchendorftreffen stehen der Austausch und die Arbeit zum Schutz der Weißstörche im Vordergrund.
© Ilka Beermann
Aber auch nette Freizeitaktivitäten, wie hier eine Kutschfahrt in Polen, kommen bei den Zusammenkünften nicht zu kurz.
© Ilka Beermann
Nach längerer Pause wurde zuletzt 2025 das Knepp Estate/Storrington in England als Europäisches Storchendorf ausgezeichnet. Die Initiative lebt und ist offen für Bewerbungen weiterer Dörfer...
© Anja ArningDas Netzwerk europäischer Storchendörfer trifft sich jährlich in einem Mitgliedsdorf, um den europaweiten Austausch zwischen den Dörfern zu fördern. Jedes Dorf schickt mindestens einen Englisch sprechenden Delegierten zu den Jahrestreffen und übernimmt zu einem Zeitpunkt selbst die Organisation eines solchen Treffens (falls nötig, mit Unterstützung von EuroNatur, anderen Partnern und Dörfern), denn das Netzwerk kann nur durch die Mitwirkung und den Austausch engagierter Menschen lebendig bleiben. Die europäischen Storchendörfer ruhen sich nicht auf ihrem Titel aus, sondern bemühen sich darum, auf nationaler Ebene Beispiele für erfolgreiche Praxis und Botschafter für den Weißstorch- und Naturschutz zu werden (oder zu bleiben). Dazu ergreifen die Dörfer proaktiv Maßnahmen zur Realisierung von Naturschutzmaßnahmen (zusammen mit ihren Partnern), initiieren solche Maßnahmen und tragen zu ihrer Finanzierung bei.
Eine Mitgliedschaft im Netzwerk europäischer Storchendörfer ist eine ausgezeichnete Gelegenheit zur nachhaltigen Entwicklung eines Dorfes, insbesondere im ländlichen Raum. Die Dörfer erhalten eine Menge Aufmerksamkeit in den lokalen und nationalen Medien, die dafür genutzt werden kann, einen naturnahen Tourismus zu fördern. EuroNatur und seine Partner unterstützen die Dörfer und ihre jeweiligen NGO-Partner bei einer Vielzahl von Maßnahmen zum Naturschutz im Allgemeinen und zum Weißstorchschutz im Besonderen – sowohl technisch als auch, wo immer nötig und möglich, finanziell. Jedes Dorf profitiert von der Erfahrung aller anderen Dörfer im Netzwerk europäischer Storchendörfer auf verschiedenen Gebieten, zum Beispiel im Naturschutz, beim nachhaltigen Tourismus oder in der Umweltbildung. Die jährlichen Treffen stellen zusammen mit regelmäßigen Kontakten per Telefon, E-Mail und Social Media, gemeinsamen Initiativen und Projekten sicher, dass die europäischen Storchendörfer nicht eine Ansammlung lose verbundener Storchenfans sind, sondern ein begeistertes und lebendiges Netzwerk von Storchenenthusiasten und Naturschützern in ganz Europa!
Bewerbungsinfos zum Europäischen Storchendorf (engl.)
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