Agro-Gentechnik in Sachsen-Anhalt: Verbände fordern Kurskorrektur

Die Regierung in Sachsen-Anhalt will als erstes Bundesland die sogenannte „Grüne“ Gentechnik großflächig zum Einsatz bringen. In einer gemeinsamen Erklärung fordern EuroNatur, NEULAND e.V. und fünf weitere Verbände die Landesregierung auf, ihren bisherigen Kurs zu korrigieren und die Weichen für eine bäuerliche und ökologische Landwirtschaft zu legen.

Europa braucht eine ökologisch nachhaltige und sozial verträgliche Landwirtschaft.

© Claudia Weiß


Sachsen-Anhalt setzt seit Jahren auf die Agro-Gentechnik. So fördert die Landesregierung unter anderem Freilandversuche in Üplingen im Landkreis Börde. Dort findet derzeit vom 5. bis 6. September auch die Jahrestagung von InnoPlanta statt, einem Lobbyverband für Grüne Gentechnik. Jedes Jahr treffen sich hier Vertreter verschiedener Gentechnik-Konzerne und Befürworter der Agro-Gentechnik aus ganz Europa, um sich zu vernetzen. In diesem Jahr nehmen auch Sachsen-Anhalts Landwirtschaftsminister Dr. Hermann Onko Aeikens sowie der Präsident des Landtags von Sachsen-Anhalt Detlef Gürth an der Veranstaltung teil.


In ihrer gemeinsamen Presseerklärung fordern EuroNatur, die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND), der Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM), der Deutsche Bauernbund (DBB), der Deutsche Tierschutzbund, NEULAND die Landesregierung auf, sich nicht länger in den Dienst einzelner Unternehmen und Lobbyisten zu stellen und die zustimmende Haltung zur Agro-Gentechnik zu revidieren. Sie kritisieren, dass die Agro-Gentechnik kein einziges ihrer Versprechen eingelöst hätte. Im Gegenteil: Die Erfahrungen in Südamerika und anderen Teilen der Welt haben gezeigt, dass die Agro-Gentechnik das Welthungerproblem eher verschärft als löst, Bauern in Abhängigkeiten zwingt und große Belastungen für Natur und Umwelt mit sich bringt. Außerdem lehnt ein Großteil der Verbraucher in Deutschland wie auch in Europa den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft ab.



Link zur Gemeinsamen Presseerklärung der Verbände vom 5. September

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