Die Entdeckung von zwei der Wissenschaft bisher unbekannten Schneckenarten unterstreicht die außergewöhnliche Artenvielfalt des Komarnica-Canyons und seiner Umgebung. Dies verstärkt die Forderungen nach einem langfristigen Schutz des Gebiets.
Nun für die Wissenschaft erfasst: Die bislang unbekannte Schneckenart Cochlostoma komarnica, benannt nach dem wertvollen Lebensraum, in dem sie entdeckt wurde.
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Die bedrohte Komarnica-Schlucht in Montenegro.
© Riders.meIm Nordwesten Montenegros haben Forscherteams unter der Leitung von Taxon Expeditions und unserer Partnerorganisation, der Montenegrin Ecologists Society – darunter internationale Forscherinnen, engagierte Bürgerforscher, Studierende aus Montenegro sowie lokale Naturschützerinnen – zwei neue Schneckenarten entdeckt. Dies zeigt, wie unerforscht die Artenvielfalt der Region noch ist. Die beiden winzigen Schneckenarten Cochlostoma komarnica und Cochlostoma dobrido wurden im Rahmen wissenschaftlicher Expeditionen im Komarnica-Canyon und im Durmitor-Nationalpark entdeckt. Den vollständige wissenschaftliche Artikel wurde im frei zugänglichen Journal „Biodiversity Data Journal“ veröffentlicht.
Obwohl sie nur etwa sieben Millimeter groß sind, gelten die neu entdeckten Schneckenarten als bedeutender Fund. Sie leben auf Kalksteinfelsen und wurden durch detaillierte anatomische und genetische Analysen als wissenschaftlich neu bestätigt. Diese Erkenntnisse untermauern die laufenden Bemühungen zum Schutz der Komarnica-Schlucht. Sie liegt derzeit außerhalb der Grenzen des UNESCO-Weltkulturerbes Durmitor und ist weiterhin durch Pläne für ein Wasserkraftprojekt bedroht.
„Die Entdeckung zweier neuer Arten im und um den Komarnica-Canyon verdeutlicht eindrucksvoll, dass die Naturschätze des Balkans noch lange nicht vollständig erforscht sind", sagt Dr. Amelie Huber, Projektleiterin Fließgewässerschutz bei EuroNatur. "Die Neuentdeckung unterstreicht die außergewöhnliche Artenvielfalt dieser Landschaft und betont, wie wichtig deren Schutz ist. Wenn ein einzigartiges Ökosystem erst einmal verloren ist, laufen wir Gefahr, Arten zu verlieren, bevor die Wissenschaft überhaupt die Chance hatte, sie zu dokumentieren. Diese Erkenntnisse untermauern die Forderung, die Komarnica in das Weltkulturerbe Durmitor aufzunehmen, um den langfristigen Schutz ihrer einzigartigen Biodiversität zu gewährleisten“, so Huber.