Größter Urwald Mitteleuropas wächst

Findet im Wildnisgebiet Dürrenstein reichlich alte Bäume: der Weißrückenspecht.

© Alfred Limbrunner

Seit gestern steht es fest: Österreichs einziges Wildnisgebiet wird um rund 1.000 Hektar erweitert. Eingebracht wird die zusätzliche Fläche von den Bundesforsten. Diese Entscheidung bedeutet einen Meilenstein für den Naturschutz. Denn mit der Ausweitung des im Raum Dürrenstein gelegenen Schutzgebietes werden einmalige Naturräume rund um einen der letzten und größten Urwälder Mitteleuropas gesichert. Der Rothwald ist ein Fichten-Tannen-Buchen-Urwald von rund 500 Hektar Ausdehnung. Seit der letzten Eiszeit blieb er von menschlicher Nutzung verschont. Auch die Waldbestände des Erweiterungsgebietes befinden sich in einem naturnahen Zustand und sind mit rund 200 Jahren überdurchschnittlich alt. Besonders der hohe Anteil an Totholz bietet einer außergewöhnlichen Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten wertvollen Lebensraum, darunter seltene Käfer- und Vogelarten wir der Alpenbock und der Weißrückenspecht.

Das in den nördlichen Kalkalpen gelegene Wildnisgebiet Dürrenstein wurde im Rahmen eines LIFE-Projektes in den Jahren 1997-2001 auf Initiative des Landes Niederösterreich gemeinsam mit Grundeigentümern wie den Österreichischen Bundesforsten ins Leben gerufen. Seit Ende 2002 ist die Gesamtfläche des Wildnisgebietes als Naturschutzgebiet dauerhaft gesichert. 2003 wurde es nach den strengen Kriterien der Weltnaturschutzorganisation IUCN als erstes Wildnisgebiet Österreichs der Kategorie I anerkannt.

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