Mitte Mai wurde in Serbien ein 57-jähriger Mann festgenommen. Er soll verantwortlich sein für die gezielte Tötung eines seltenen Mönchsgeiers. Die Ermittlung der Polizei und die Festnahme in diesem Fall ein wichtiges Signal, nämlich dass einige Behörden im Land das Thema Wildtierkriminalität ernst nehmen.
Das hochtoxische Gift muss schnell gewirkt haben. Unmittelbar neben dem mit dem Gift präpariertem Köder ist der Mönchsgeier verendet.
© Slobodan Marković
Immer wieder fallen Mönchs- und andere Geierarten ausgelegten Giftködern zum Opfer. Artenschutzbemühungen werden dadurch konterkariert.
© Slobodan MarkovićNahe Svrljig im Osten Serbiens ist ein streng geschützter Mönchsgeier (Aegypius monachus) gezielt vergiftet worden. Das Tier gehörte zu einem internationalen Wiederansiedlungsprogramm für die in der Region lange Zeit ausgestorbene Art. Naturschützerinnen und Ornithologen unserer serbischen Partnerorganisation BPSSS fanden den toten Geier neben einem präparierten Kadaver, der offenbar mit einem hochgiftigen Insektizid behandelt worden war.
Umgehend schalteten die Vogelschützer die Behörden ein. Kurz darauf versuchte ein Verdächtiger, Beweise zu beseitigen, indem er die Kadaver entfernte. Die Polizei konnte diese jedoch sicherstellen und nahm einen 57-jährigen Mann fest. Ihm werden unter anderem Umweltverbrechen und Strafvereitelung vorgeworfen.
Der Fall verdeutlicht erneut das Ausmaß illegaler Vergiftungen in Serbien: „Seit dem Jahr 2000 sind mehr als 3.000 Wildtiere von Vergiftungen betroffen. Solche Vorfälle gefährden die aufwendigen Bemühungen zur Wiederansiedlung bedrohter Arten massiv“, sagt Dr. Justine Vansynghel, Projektleiterin Vogelschutz bei EuroNatur. „Die strafrechtliche Konsequenz wird vermutlich auf eine Geld-, bzw. Freiheitsstrafe auf Bewährung hinauslaufen. Die Behörden haben in diesem Fall schnell und entschlossen reagiert; darauf haben unsere Partner von BPSSS jahrelang hingearbeitet“, so Vansynghel.