Alarmierende Entwicklungen in der Narta-Lagune

Die einzigartige Vjosa-Delta in Albanien steht unter massivem Druck. Aktuelle Entwicklungen zeigen, dass trotz seines Schutzstatus derzeit Infrastrukturprojekte massiv vorangetrieben werden, die eines der wertvollsten Küstenökosysteme Europas irreversibel zerstören könnten. Dies widerspricht auch den Voraussetzungen für den EU-Beitritt Albaniens.

LKWs laden Steine am Strand ab LKWs laden Steine am Strand ab
© PPNEA

EuroNatur verfolgt die aktuelle Situation im Vjosa-Delta mit großer Sorge. Während der Bau des Vlora-Flughafens bereits seit Jahren in das Schutzgebiet eingreift und wertvolle Natur zerstört, beginnt jetzt eine zweite Phase der großflächigen Naturzerstörung im Vjosa-Delta: Bulldozer roden Küstenwälder, tragen Dünen ab und erschließen bislang unberührte Lebensräume. Und das alles für Luxusresorts – finanziert unter anderem von Jared Kushner, dem Schwiegersohn von US-Präsident Trump. Diese sollen nun auf der Halbinsel Zvërnec gebaut werden.

Jahrelanger Einsatz gemeinsam mit albanischen Partnern

Gemeinsam mit unserer albanischen Partnerorganisation PPNEA (Protection and Preservation of Natural Environment in Albania) und mit Riverwatch setzen wir uns seit vielen Jahren entschlossen für den Erhalt des Vjosa-Deltas ein. Unsere gemeinsame Arbeit hat dazu beigetragen, das öffentliche Bewusstsein für die ökologische Bedeutung dieser Region zu stärken und politische Prozesse kritisch zu begleiten.

Unser Engagement im Vjosa-Delta ist geprägt von enger Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren, wissenschaftlicher Expertise und internationaler Vernetzung. Zusammen mit PPNEA dokumentieren wir die Auswirkungen von Bauprojekten, setzen uns für effektiven Schutzstatus ein und bringen unsere Expertise in nationale und europäische Entscheidungsprozesse ein, denn eines ist klar: Was aktuell in der Narta-Lagune geschieht, ist gesetzeswidrig, denn die Bauarbeiten finden ohne Genehmigungen und ohne eine Umweltverträglichkeitsprüfung statt. Diesbezüglich erwarten wir auch von der Europäischen Union eine deutliche Positionierung. Bislang haben sich nur vereinzelte Parlamentsabgeordnete zu den aktuellen Entwicklungen in Albanien geäußert.

Mit der EU getroffene Vereinbarungen werden von der albanischen Regierung mit Füßen getreten. Die Europäische Union muss nun dringend den Druck auf die Regierung in Tirana erhöhen, damit die Naturzerstörung in einem der wichtigsten Naturgebiete Europas sofort gestoppt wird.

Portrait Gabriel Schwaderer
Gabriel Schwaderer, Geschäftsführer EuroNatur

Klare Haltung: Gewaltfreiheit und Dialog

Angesichts der zugespitzten Situation vor Ort erreichen uns Berichte über zunehmende Spannungen. EuroNatur stellt klar: Wir rufen alle Beteiligten zu gewaltfreiem Widerstand und besonnenem Handeln auf. Wir verurteilen jede Form von Gewalt – unabhängig davon, von welcher Seite sie ausgeht.

Nachhaltiger Natur- und Umweltschutz kann nur im Dialog und auf Grundlage rechtsstaatlicher Prinzipien gelingen. Einschüchterung, Eskalation und Gewalt gefährden nicht nur Menschen, sondern auch die Chancen auf konstruktive Lösungen.

Jetzt handeln: Schutz der Narta-Lagune sicherstellen

Die aktuellen Entwicklungen machen deutlich, dass der Schutz des Vjosa-Deltas dringend gestärkt werden muss. Wir fordern:

  • einen sofortigen Stopp aller naturgefährdenden Bauprojekte in und um die Lagune
  • die konsequente Einhaltung nationaler und internationaler Schutzverpflichtungen
  • transparente Entscheidungsprozesse unter Beteiligung der Zivilgesellschaft
  • langfristige Strategien zum Erhalt des gesamten Vjosa-Deltas

EuroNatur wird sich gemeinsam mit PPNEA weiterhin mit aller Kraft für den Schutz dieses einzigartigen Naturraums einsetzen.

Auch Sie können aktiv werden: 

  • Bitte teilen Sie unsere Beiträge in den Sozialen Medien und verbreiten Sie die Informationen über die Umweltfrevel in Albanien.
  • Folgen Sie uns und unseren Partnern, damit Sie in dieser Sache auf dem neusten Stand bleiben.
  • Bitte unterzeichnen Sie die Petition gegen die aktuellen Bauvorhaben und teilen Sie diese in Ihrer Familie oder Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis.
  • Am Samstag, 20. Juni ist ein großer internationaler Protest im Vjosa-Delta angekündigt. Falls Sie zu diesem Zeitpunkt in der Region sein sollten, nehmen Sie daran teil und solidarisieren Sie sich mit den Menschen vor Ort, die sich gegen die verheerenden Pläne von Jared Kushner und Edi Rama stellen.

So helfen Sie mit, dieses einzigartige Naturgebiet für kommende Generationen zu bewahren.

Mitmachen und dabei sein - werden Sie aktiv
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