Erster Balkanluchs im Kosovo geblitzt!

Eine kleine Sensation: das erste Fotofallenbild eines Balkanluchses im Kosovo.

© BLRP

Große Freude bei EuroNatur-Partner ERA (Environmentally Responsible Action group): Mithilfe einer Fotofalle gelang es dem Luchsteam der kosovarischen Naturschutzorganisation vor wenigen Tagen erstmals,  einen Balkanluchs im Bjeshket e Nemuna Nationalpark  im Grenzgebiet zu Montenegro nachzuweisen.

 

Bislang waren Augenzeugenberichte die einzigen Hinweise dafür, dass im Kosovo noch Balkanluchse durch die Wälder streifen. Das Foto der Kamerafalle liefert nun den ersehnten Nachweis. Insgesamt weniger als 50 Exemplare dieser Unterart des Eurasischen Luchses leben derzeit auf dem Balkan – die meisten vermutlich im Mavrovo-Nationalpark in Mazedonien. Die Luchsexperten von ERA arbeiten nun mit Hochdruck daran, die Herkunft des abgelichteten Luchses zu klären. „Wir haben die Hoffnung, dass es im Bjeshket e Nemuna Gebirge noch eine eigenständige, bislang unbekannte Population des Balkanluchses gibt. Es wäre jedoch auch denkbar, dass es sich bei dem Tier um einen abgewanderten Luchs aus dem Mavrovo-Nationalpark handelt“, erläutert EuroNatur-Projektleiter Thies Geertz.

 

Parësim Sanaja und  Bardh Sanaja von ERA sind eines der drei neu formierten Teams von Luchsschützern, die im Rahmen des Programms zur Rettung des Balkanluchses (BLRP) in Montenegro und dem Kosovo im Einsatz sind. In mehreren Workshops lernten die Naturschützer die für die Feldarbeit nötigen Fertigkeiten. Seit Mitte 2014 sind sie einsatzbereit und haben begonnen, an geeigneten Stellen im Bjeshket e Nemuna Nationalpark Kamerafallen aufzustellen. „Dass es dem Luchsteam von ERA nun so schnell gelungen ist, einen Luchs nachzuweisen, ist ein großer Erfolg“, sagt Thies Geertz.

Lesen Sie mehr über die EuroNatur-Projekte zum Schutz der Balkanluchse
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Balkan Lynx Recovery Programme (BLRP)

Im Jahr 2006 hat EuroNatur gemeinsam mit den Partnerorganisationen KORA (Koordinierte Forschungsprojekte zur Erhaltung und zum Management der Raubtiere in der Schweiz), MES (Macedonian Ecological Society) und PPNEA (Protection and Preservation of Natural Environment in Albania) das „Balkan Lynx Recovery Programme“(BLPR), ein Projekt zum Schutz des Balkanluchses, ins Leben gerufen. Gemeinsam entwickelten die Organisationen ein ausgeklügeltes Schutzprogramm, dessen Ziel es ist, das Überleben des Balkanluchses und den Erhalt seines Lebensraums dauerhaft zu sichern, und gleichzeitig auch für die Menschen in der Region Perspektiven zu schaffen.

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