Zeichen für die Artenvielfalt: EuroNatur-Preis an Forschende des IPBES verliehen

++ Die für den Weltbiodiversitätsrat IPBES Forschenden haben den EuroNatur-Preis 2021 erhalten ++ Wissenschaft macht auf dramatisches Artensterben aufmerksam ++ Biodiversitätskrise eine Gefahr für die Menschheit ++

Dr. Eszter Kelemen, Prof. Dr. Josef Settele und Dr. Yunne-Jai Shin haben heute den EuroNatur-Preis 2021 erhalten.

© Gerald Jarausch

Im weißen Saal des Schlosses auf der Mainau hat EuroNatur-Präsident Prof. Dr. Thomas Potthast den drei Forschenden des IPBES den EuroNatur-Preis übergeben.

© Gerald Jarausch

Radolfzell, Insel Mainau. Die Forscherinnen und Forscher, die Expertisen für den Weltbiodiversitätsrat IPBES (Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services) erstellen, haben am heutigen 14. Oktober 2021 den EuroNatur-Preis erhalten. Stellvertretend für ihre Kolleginnen und Mitstreiter haben Dr. Eszter Kelemen (Ungarn), Dr. Yunne-Jai Shin (Frankreich) und Prof. Dr. Josef Settele (Deutschland) den Preis auf der Insel Mainau entgegengenommen.  

In seiner Laudatio stellte EuroNatur-Präsident Prof. Dr. Thomas Potthast zunächst die immensen Auswirkungen der Biodiversitätskrise heraus. Unzählige Tier und Pflanzenarten sind bereits unwiederbringlich verloren, viele weitere stehen vor der Ausrottung und all das aufgrund der rücksichtslosen Lebensweise der Menschen. „Die Arbeit der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Rahmen des IPBES ermöglicht es den politischen Entscheidungsträgern, die komplexen Mechanismen besser zu verstehen und wirksamer gegen den anhaltenden Verlust der biologischen Vielfalt und die Zerstörung von Lebensräumen vorzugehen. Es werden sowohl Informationen über den Zustand und die Gründe der Biodiversitätskrise als auch mögliche Zukunftsszenarien zur nachhaltigen Transformation vorgelegt. Deshalb ist ihre Arbeit motivierender denn je für unser Engagement für eine gemeinsame Zukunft von Menschen und anderen Lebewesen und der Biosphäre“, so Thomas Potthast.

Die Rolle der Forschenden als Erklärende in einer immer komplexer werdenden globalisierten Welt hob die Vizepräsidentin der EuroNatur Stiftung, Dr. Anna-Katharina Wöbse, hervor. „Mit Ihrer inklusiven, transparenten und verständlichen Wissenschaftskommunikation begegnen Sie zudem der grassierenden Wissenschaftsskepsis und politischen Kurzsichtigkeit.“ Auch diese Leistung soll die Auszeichnung mit dem EuroNatur-Preis würdigen.

„Das Besondere an der Arbeit des Weltbiodiversitätsrats ist die enge Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen aller Forschungsfelder aus allen Ecken der Welt auf ein gemeinsames Ziel hin: Der Politik die Informationen zu liefern, wie sich die Entwicklungen der Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen realistisch einschätzen lassen und ihre Rolle und Verantwortung in der Vergangenheit und in der Zukunft zu zeigen. Diese Arbeit ist enorm wichtig, um eine wissenschaftliche Grundlage zu liefern, wie wir der Biodiversitätskrise begegnen können. Wir müssen uns bewusst sein, dass der Verlust jeder Art für uns Menschen potenziell zukunftsschädigend ist. Dass dieses ehrenamtliche Engagement mit dem EuroNatur-Preis ausgezeichnet wird, bedeutet für alle Beteiligten eine große Wertschätzung“, sagte Prof. Dr. Josef Settele im Namen der Ausgezeichneten.


Hintergrundinformationen:

  • EuroNatur-Preis: Frühere Preisträger sind u.a. die Gemeinde Mals in Südtirol, Dr. Mario F. Broggi, Jonathan Franzen, Dr. Luc Hoffmann, Gudrun Steinacker und die „mutigen Frauen von Kruščica“. Der EuroNatur-Preis ist undotiert. Mit ihm werden herausragende Leistungen für den Naturschutz, der Menschen und Natur verbindet, gewürdigt. Der EuroNatur-Preis 2021 wurde am Donnerstag, 14. Oktober 2021 um 17 Uhr auf der Bodenseeinsel Mainau verliehen.
  • Der Weltbiodiversitätsrat: Der Weltbiodiversitätsrat IPBES (Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services), 2012 gegründet, ist ein zwischenstaatliches Gremium der UN mit Sitz in Bonn. Er hat die Aufgabe, die Politik zum Thema biologische Vielfalt und Ökosystemleistungen wissenschaftlich zu beraten. Hierfür nominieren die Mitgliedsstaaten des Weltbiodiversitätsrats Expertinnen und Experten zur Erstellung der Berichte.
  • Weitere Informationen und Bildmaterial in Druckqualität finden Sie im Downloadbereich unter: https://data.euronatur.org/index.php/s/Pt93UyQ7kijajWB  Am Donnerstag, 14 Oktober ab ca. 21 Uhr sind dort noch weitere aktuelle Fotos von der Preisverleihung verfügbar.

Rückfragen: Anja Arning, Mail: anja.arning(at)euronatur.org, Tel.: +49 (0)7732 – 92 72 13

Mitmachen und dabei sein - werden Sie aktiv

Spende

Zukunft braucht Natur. Wir setzen uns für sie ein. Bitte nutzen Sie Ihre Möglichkeiten, um zu helfen. Ihre Spende ist ein wirkungsvoller Beitrag für eine lebenswerte Umwelt.

Fördermitgliedschaft

EuroNatur setzt auf langfristig angelegte Naturschutzprojekte statt Schnellschüsse. Mit Ihren regelmäßigen Spendenbeiträgen geben Sie uns die dafür nötige Planungssicherheit.

Aktuelles

EuroNatur-Preis lenkt den Fokus auf Waldzerstörung und den Ukraine-Krieg

++ Waldschützerinnen und Waldschützer erhalten den EuroNatur-Preis 2022 ++ Krieg gegen die Ukraine und dessen Folgen erschweren die Arbeit von…

Enttäuschende Kompromisse nach Abstimmung im EU-Parlament

Nach der Abstimmung in Straßburg über die Erneuerbare-Energie-Richtlinie (RED) überwiegt die Enttäuschung. Die Abgeordneten haben es versäumt,…

Letzte Geier in Bulgarien ausgewildert

++ Zwei weibliche Mönchsgeier im bulgarischen Balkangebirge ausgewildert ++ Erfolgreiches Projekt ist nach sieben Jahren ausgelaufen ++ Am 3.…

Umweltverbände legen Kernforderungen für ein Aktionsprogramm Oder vor

Oder-Katastrophe als Chance für eine ökologische Revitalisierung nutzen.

Oder-Katastrophe: Ursachen lückenlos aufklären und Sanierung der Oder sicherstellen

Das Fischsterben in der Oder ist menschengemacht, so viel steht fest. Entschiedene Schritte sind jetzt gefragt.

Dürre in der Saline Ulcinj

Trockenheit und unzureichendes Wassermanagement haben die Saline Ulcinj in Montenegro nahezu austrocknen lassen. Dennoch können Naturschützer der…

Vorläufiger Bericht der Neretva-Wissenschaftswoche

Die ersten Ergebnisse der Wissenschaftswoche an der Neretva liegen vor und wurden in einem Bericht zusammengefasst. Er liefert erste Eindrücke,…

Storchendorftreffen im serbischen Taraš

Endlich wieder persönlich zusammenkommen: Nach zwei Jahren Covid-Zwangspause haben sich Vertreter aus sieben Europäischen Storchendörfern in Taraš…

Hohes Risiko bei Investionen in Wasserkraft auf dem Balkan

Große Wasserkraft-Neubauprojekte in Südosteuropa (1) sind mit massiven Investitionsrisiken behaftet und haben niedrige Realisierungsraten. Das zeigt…

Auszeichnung für Waldschützer und Waldschützerinnen aus Deutschland und der Ukraine

++ EuroNatur-Preis 2022 geht an Antje Grothus, Fedir Hamor und die Organisation Free Svydovets ++ Europas letzte Urwälder stehen unter enormen Druck…

Einzigartige Flusslandschaft am Südrand Mitteleuropas

Mit dem neuen EuroNatur-WWF-Reiseführer „Mur, Drau und Donau – Leben durch Flussdynamik“ lernen Natururlauber den Südosten Mitteleuropas von seiner…

Saline Ulcinj als Staatseigentum eingetragen

Der Salzgarten im Süden Montenegros ist als Staatsland ins Kataster der Stadt Ulcinj eingetragen worden. Damit ist die Eigentumsfrage, um die es…

Die Erforschung der Unbekannten: Wissenschaftswoche am Oberlauf der Neretva

Rund 50 internationale Wissenschaftlerinnen und Flussschützer haben eine Woche lang die obere Neretva untersucht. Die Daten sollen dabei helfen,…

Aufmerksamkeit für RED4Nature-Kampagne

Mit gleich zwei öffentlichkeitswirksamen Aktionen haben Künstlerinnen und EuroNatur-Mitarbeiterinnen am 22. und 23. Juni in Brüssel für Aufmerksamkeit…

Albanische Regierung unterzeichnet Erklärung zur Errichtung eines Vjosa-Wildflussnationalparks

++ Albanien markiert wichtigen Schritt für den Schutz der Vjosa ++ Regierung signiert Absichtserklärung für Europas ersten Wildfluss-Nationalpark ++