Stromschlag, illegale Tötung, Lebensraumverlust: Störche als Symbol für die Gefahren für Zugvögel

++ Viele Gefahren für den Weißstorch lauern auf seinem Zugweg ++ Am 9. Mai ist Weltzugvogeltag ++ Im bulgarischen Belozem findet das 23. Treffen der Europäischen Storchendörfer statt ++

Zwei Storchennester und Störche auf dem Kirchturm der Kirche von Belozem in Bulgarien.

Im bulgarischen Belozem findet das diesjährige Storchendorftreffen statt. Das Dorf wurde 2005 als Europäisches Storchendorf ausgezeichnet.

© Gunter Willinger
Das Dach einer Schule mit zwei Storchennestern auf den beiden Schornsteinen. Auf dem Dach stehen mehrere Störche.

Wo die Kinder Belozems die Schulbank drücken, sind auch die Weißstörche nicht weit. Auf dem Dach des Schulgebäudes ziehen gleich mehrere Storchenpaare ihre Jungen groß.

© Green Balkans
Ein toter Storch hängt in einer Stromleitung.

Verendeter Weißstorch an einer Stromleitung: Ungesicherte Stromleitungen stellen eine tödliche Gefahr für Störche dar, sei es durch einen letalen Stromschlag oder durch Strangulation.

© Matthias Putze

Radolfzell, Belozem. Anlässlich des Weltzugvogeltags am 9. Mai richtet die international tätige Naturschutzstiftung EuroNatur den Blick auf einen der bekanntesten Zugvögel Europas: den Weißstorch. Während es der Vogelart in Westeuropa derzeit wieder besser geht, stagnieren die Bestände im Osten des Kontinents. Das liegt auch an den Gefahren auf dem längeren Zugweg, denen die „Ostzieher“ unter den Störchen ausgesetzt sind. So werden viele Weißstörche auf der Zugroute über dem Nahen Osten illegal abgeschossen. 

Passend zum internationalen Zugvogeltag findet vom 7. bis 9. Mai 2026 das alljährliche Treffen des Netzwerks der Europäischen Storchendörfer (ESVN) im bulgarischen Storchendorf Belozem statt. Mit rund 40 Brutpaaren gilt Belozem als eines der storchenreichsten Dörfer Südosteuropas. Beim diesjährigen ESVN-Treffen kommen Vertreterinnen und Vertreter von Storchendörfern aus zahlreichen Ländern zusammen, um Erfahrungen im Storchenschutz auszutauschen, neue Projekte zur Umweltbildung vorzustellen und gemeinsame Strategien für den Schutz des Weißstorchs entlang seiner Zugrouten zu entwickeln.

„Zugvögel wie der Weißstorch verbinden Lebensräume, Länder und Kulturen. Ihr Schutz gelingt nur gemeinsam – genau dafür steht das Netzwerk der Europäischen Storchendörfer“, sagt Dr. Justine Vansynghel, Projektleiterin bei EuroNatur. „Die Treffen der Storchendörfer zeigen, wie wichtig die Vernetzung und der Austausch von Ideen für den erfolgreichen Naturschutz vor Ort sind – sie ersetzen aber nicht die Verantwortung der Politikerinnen und Politiker in Hinsicht auf die Durchsetzung von Maßnahmen zum Schutz der Zugvögel.“

Ein besonderer Höhepunkt bei diesem Treffen ist die Teilnahme der internationalen Gäste am 20. Jubiläum des Weißstorch-Festivals in Belozem – ein öffentliches Fest mit Storchenführungen, kulturellem Programm und Einblicken in lokale Naturschutzprojekte. Ebenfalls geplant ist die Freilassung eines besenderten Weißstorches, dessen Zugstrecke mithilfe des GPS-Senders später wissenschaftlich verfolgt werden kann. Die so gewonnen Daten liefern wertvolle Erkenntnisse über Zugrouten, Rastplätze und Gefahren, wie Elektrokution oder illegale Tötung für die Art auf ihrem Zug in die Überwinterungsgebiete und zurück.

Mit dem Treffen in Belozem unterstreicht das Europäische Netzwerk der Storchendörfer, dass lokales Engagement und internationale Zusammenarbeit untrennbar zusammengehören – ganz im Sinne des Weltzugvogeltags.


Hintergrundinformationen:

Initiative „Europäische Storchendörfer“: Seit 1994 zeichnet EuroNatur Dörfer und Gemeinden als „Europäisches Storchendorf“ aus, in denen viele Störche leben und die sich besonders für den Storchenschutz einsetzen. Damit schafft EuroNatur eine wachsende Allianz für den Schutz der Schreitvögel und setzt einen Gegenpol zum steigenden Lebensraumverlust für Weißstörche in Europa. Belozem, zentral im Süden Bulgariens gelegen, wurde 2005 ausgezeichnet. 

Der Weltzugvogeltag wird jedes Jahr an zwei Samstagen im Mai und Oktober gefeiert, um auf die Notwendigkeit der internationalen Zusammenarbeit beim Zugvogelschutz hinzuweisen. Zu den Veranstaltungen gehören unter anderem Vogelfestivals, Bildungsprogramme, Filmvorführungen und Exkursionen. Dieses Jahr steht der Tag unter dem Motto „Jeder Vogel zählt – Deine Beobachtungen sind wichtig!“ und weist damit auf die Bedeutung von Citizen Science hin.


Kontakt: 
Christian Stielow, | christian.stielow(at)euronatur.org |+49 7732 – 927215
 

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