Wir brauchen Milliarden, um die biologische Vielfalt zu schützen, doch die EU gibt Milliarden dafür aus, sie zu zerstören

Die EU sieht sich mit einer jährlichen Finanzierungslücke im Bereich der biologischen Vielfalt in Höhe von fast 19 Milliarden Euro konfrontiert. Gleichzeitig schaden EU-Ausgaben in Höhe von 34 bis 49 Milliarden Euro der Natur – das entspricht etwa dem Doppelten der Finanzierungslücke.

Graphik mit Finanzierungslücke für Biodiversität in der EU

Die EU sieht sich mit einer jährlichen Finanzierungslücke im Bereich der biologischen Vielfalt in Höhe von fast 19 Milliarden Euro konfrontiert. Gleichzeitig schaden EU-Ausgaben in Höhe von 34 bis 49 Milliarden Euro der Natur – das entspricht etwa dem Doppelten der Finanzierungslücke.

© IEEP & Trinomics / WWF

Ein neuer Bericht von EuroNatur, erstellt durch Eunomia – „The Cost of Biodiversity Inaction: What it Means for the EU Economy“ (zu dt.: Die Kosten der Untätigkeit im Bereich der biologischen Vielfalt: Und was das für europäische Wirtschaft bedeutet; Zusammenfassung hier verfügbar) – zeigt, dass Investitionen in Europas Natur eine ökologische Notwendigkeit darstellen. Gleichzeitig stellen sie eine große wirtschaftliche Chance dar. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Schließung der Finanzierungslücke im Bereich der biologischen Vielfalt der EU jährlich wirtschaftliche Vorteile in Höhe von 150 Milliarden Euro bringen und zusätzlich 560.000 Arbeitsplätze schaffen könnte. Trotz dieses Potenzials sieht sich die EU nach wie vor mit einer jährlichen Finanzierungslücke von fast 19 Milliarden Euro im Bereich der biologischen Vielfalt konfrontiert. Die derzeitigen Investitionen reichen bei weitem nicht aus, um die EU-Biodiversitätsstrategie für 2030 umzusetzen.

Gleichzeitig könnten EU-Ausgaben in Höhe von 34 bis 49 Milliarden Euro der biologischen Vielfalt aktiv schaden, beispielsweise durch Subventionen, die zum Verlust von Lebensräumen, zur Verschlechterung von Ökosystemen und zum Druck auf Arten beitragen; dies entspricht etwa dem Doppelten der Finanzierungslücke.

Der Verlust der biologischen Vielfalt gefährdet nicht nur die Natur, sondern auch die europäische Wirtschaft. Gesunde Ökosysteme sind für Schlüsselbereiche wie Fischerei oder Land-, Forst- und Wasserwirtschaft von entscheidender Bedeutung. Daher ist der Naturschutz unerlässlich für die langfristige Widerstandsfähigkeit Europas. Die Wahl zwischen Natur und Wirtschaft ist somit eine falsche Dichotomie, da beide gesunde Ökosysteme benötigen, um in einer lebenswerten Zukunft gedeihen zu können.

Ein wichtiger Schritt zur Schließung der Finanzierungslücke wäre die Umwidmung schädlicher Subventionen zur Finanzierung der biologischen Vielfalt. EuroNatur fordert daher eine Reform schädlicher Subventionen, eine stärkere Integration der biologischen Vielfalt in die EU-Politik und einen strategischeren Einsatz öffentlicher Mittel, um private Investitionen für den Naturschutz und die Renaturierung zu mobilisieren.

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