++ Die Gemeinde Ulcinj und das Umweltministerium von Montenegro haben am 30. Januar einen Vertrag zur Gründung der Schutzgebietsverwaltung für die Saline Ulcinj unterschrieben ++ Dieser Schritt ist eine wichtige Grundlage für ein effektives Management des Schutzgebiets ++ Am 2. Februar ist Weltfeuchtgebietstag (World Wetlands Day) ++
Die Saline Ulcinj ist eines der ökologisch wertvollsten Feuchtgebiete an der östlichen Adria. Der heutige World Wetlands Day macht auf die Schutzbedürftigkeit von Feuchtgebieten weltweit aufmerksam.
Am Freitag wurde der Vertrag zur Gründung der Schutzgebietsverwaltung vom montenegrinischen Umweltminister Damjan Ćulafić (rechts im Bild) sowie Genci Nimanebgu, Bürgermeister der Gemeinde Ulcinj, unterzeichnet. Nun können endlich konkrete Schutzmaßnahmen im Gebiet umgesetzt werden.
© CZIP
Flamingos und andere Arten werden von den Schutzmaßnahmen, die nun endlich konsequent angegangen werden können, profitieren.
© Peter SacklRadolfzell, Ulcinj. Gute Nachrichten für die Saline Ulcinj in Montenegro, einem der wichtigsten Rastgebiete für Zugvögel entlang der Adria-Zugroute. Endlich ist der Vertrag zur Gründung der Schutzgebietsverwaltung des 2019 als Naturpark ausgewiesenen Salzgartens unterzeichnet. Dadurch kann der Schutz, den die Saline Ulcinj seither formal genießt, auch in der Fläche durch konkrete Maßnahmen umgesetzt werden.
EuroNatur und ihre montenegrinischen Partner CZIP und MSJA haben lange für die Unterschutzstellung der Saline gekämpft und seit 2019 konsequent den Aufbau einer Schutzgebietsverwaltung gefordert. „Wir sind froh, dass dieser überfällige Schritt vollzogen ist“, sagt Dr. Stefan Ferger, Programmleiter Zugvogelschutz bei der international tätigen Naturschutzstiftung EuroNatur. „Die Schutzgebietsverwaltung muss die im Managementplan vorgesehenen Maßnahmen nun schnellstmöglich umsetzen. Dazu braucht sie eine kompetente Leitung, engagierte Mitarbeitende und die nötigen finanziellen Mittel. Wir erwarten, dass die montenegrinische Regierung und die Gemeinde Ulcinj rasch die nötigen Schritte für den tatsächlichen Aufbau der Schutzgebietsverwaltung in die Wege leiten“, so Ferger. EuroNatur und ihre Partner werden den Prozess, infolge dessen die Implementierung der Schutzgebietsverwaltung auch eine Bedingung für den angestrebten Beitritt Montenegros zur Europäischen Union ist, kritisch begleiten und den Schutz der Saline Ulcinj weiterhin nach Kräften unterstützen.
Auf die Bedeutung von intakten Feuchtgebieten wie Seen, Flusssystemen oder Salinen macht jedes Jahr der World Wetlands Day aufmerksam. In diesem Jahr steht er unter dem Motto „Feuchtgebiete und überliefertes Wissen: das kulturelle Erbe feiern“. „Das Motto des diesjährigen Weltfeuchtgebietstags passt hervorragend zur Saline Ulcinj“, sagt Gabriel Schwaderer, Geschäftsführer von EuroNatur. „In der Saline Ulcinj greifen Naturschutz und kulturelles Erbe ineinander, weil die mehr als hundert Jahre währende Salzgewinnung eine vom Menschen geschaffene Kulturlandschaft hervorgebracht hat, die zu einem der wertvollsten Rast- und Brutgebiete für Zugvögel entlang der Adria zählt. Auch deshalb streben wir die Wiederaufnahme eines nachhaltigen Salzabbaus in Ulcinj an, der Naturschutz und lokale Wertschöpfung verknüpft“, so Schwaderer.
Hintergrundinformationen:
- Weltfeuchtgebietstag 2026: Der World Wetlands Day macht auf die Bedrohung von Feuchtgebieten weltweit aufmerksam und wird jedes Jahr am 2. Februar gefeiert.
- Das Salinenareal von Ulcinj in Montenegro, das zum Bojana-Buna-Delta gehört, ist mit 1.500 Hektar eine der größten Salinen im Mittelmeerraum – und eines der wichtigsten Brut-, Rast- und Überwinterungsgebiete für Zugvögel an der östlichen Adriaküste. EuroNatur engagiert sich mit ihren montenegrinischen Partnern CZIP (BirdLife Montenegro) sowie MSJA (Martin Schneider Jacoby Association) und internationalen Verbündeten seit vielen Jahren für den Schutz des Salzgartens an der Adria. Auch auf Druck unserer Kampagne „Save Salina“ hat die Regierung in Podgorica die Saline Ulcinj 2019 als Schutzgebiet ausgerufen. Kurz darauf erfolgte die Ausweisung als Ramsar-Gebiet.
Rückfragen: Christian Stielow, Mail: christian.stielow(at)euronatur.org, Tel.: +49 (0)7732 – 92 72 15