Fakten und Zahlen
- Ort:
- Türkei, Marmararegion, Provinz Bursa, Landkreis Karacabey; Eskikaraağaç liegt im Nordwesten der Türkei nahe der Stadt Bursa auf einer kleinen Halbinsel im Uluabat-See.
- Population:
-
5 - 10
Min. und max. Anzahl der Brutpaare seit dem Jahr 2000
500
Einwohner im Jahr 2017 - Weißstorch auf Türkisch:
- Leylek
- Nistplätze:
- Strommasten mit Plattformen. Bis 2003 gab es einige Nester auf Häusern. Nach und nach sind alle Paare auf die Plattformen auf Strommasten im Dorf gewechselt. In manchen Jahren versucht ein Paar, ganz oben auf der Moschee zu brüten.
- Veranstaltungen:
- Storchenfestival Eskikaraağaç jeden Mai/Juni seit 2005
Kontakt
Franziska Arici - Agraringenieurin, ehrenamtliche Leitung des Projekts „Storchenfreundliche Dörfer rund um den Uluabat-See“, Leiterin des Projekts „Revitalisierung von Feuchtwiesen und Weiden als Nahrungsangebot für den Weißstorch“
franzi(at)ttmail.com
Mehmet Vural - 2. Bürgermeister der Gemeinde, Co-Organisator des jährlichen Storchenfestivals und des Weidenprojekts
mehmetvural(at)karacabey.bel.tr
Alper Tüydeş
PR-Referent des Kreises Karacabey und Naturfotograf
Webseite der Gemeinde: www.karacabey.bel.tr
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Der alte Mann und der Storch
Adem Yilmaz ist ein Fischer im Dorf Eskikaraağaç. Vor 16 Jahren landete ein Storch auf seinem Boot und fing den Fisch, den Adem ihm zuwarf. Nach und nach wurden Adem und der Storch gute Freunde. Immer wenn Adem zum Fischen ausfährt, begleitet ihn der Storch und steht mit auf dem Boot. Am Ende jedes Winters wartet Adem ungeduldig darauf, dass sein Freund vom Vogelzug zurückkehrt. Hoffentlich werden sie noch viele Jahre zusammen zum Fischen ausfahren.
Schauen Sie hier einen kurzen Film von Adem und dem Storch.
Landschaft und Lebensraum
Das Dorf Eskikaraağaç liegt auf einer sehr kleinen Halbinsel im Uluabat-See. Der Uluabat-See ist groß (9 x 23 km), flach und liegt in der Marmararegion. 1998 wurde er als Ramsar-Gebiet ausgewiesen. In seiner Nähe liegen der Kuşcenneti-Nationalpark und das geschützte Delta des Kocaçay. Der Wasserstand schwankt im Verlauf des Jahres. Das Ufer ist teils Grasland oder mit Röhricht bedeckt, an manchen Stellen mit Seerosen. Nicht weit entfernt gibt es eine gemischte Kolonie aus Reihern, Zwergscharben und Kormoranen auf Ulmen. Hinter dem See liegt verwahrlostes Weideland, das dem Staat gehört. Es wird im Frühjahr überschwemmt und fällt im Sommer und Herbst vollständig trocken. Hinter den Weiden steigen bewirtschaftete Ackerflächen hügelan. Die Feldfrüchte wechseln langsam von Getreide zu Gemüse und Obst wie Oliven, Pfirsichen und Walnüssen. Ein breiter, offener Bewässerungskanal läuft die Hänge entlang. Auf den trockenen und steinigen Spitzen den umliegenden Hügel wachsen kleine Büsche. Neben den brütenden Störchen suchen auch übersommernde und weiterziehende Störche und ein paar Schwarzstörche nach Nahrung und ruhen sich in dieser Gegend aus. Purpurreiher, Zwergdommeln, Wasserrallen, Zwergscharben, Knäkenten, Moorenten, Haubentaucher, Zwergtaucher und Blässhühner brüten in der dichten Vegetation an der Uferlinie. Weißbart-Seeschwalben brüten auf Seerosenblättern. Krauskopfpelikane, Seidenreiher, Silberreiher, Sichler, Kuhreiher und Graureiher kommen zur Nahrungssuche hierher. Der Uluabat-See ist auch die Heimat von Brutkolonien von Zwergscharben, Nachtreihern, Rallenreihern und Löfflern.
Naturschutzmaßnahmen
- Alle unisolierten Stromleitungen rund um das Dorf sind eine potenzielle Bedrohung für die Störche und jedes Jahr passieren Unfälle. Auch übersommernde und weiterziehende Störche und Krauskopfpelikane, die in der Gegend Nahrung suchen und sich ausruhen, sterben jedes Jahr durch Stromschlag oder Kollision. An den gefährlichsten Stellen sind die aufrecht stehenden Isolatoren mit Hauben abgedeckt worden und einige Leitungen wurden mit Flaggen markiert. Aber noch ist keine vollständige Sicherung erreicht. Das Projekt „Storchenfreundliche Dörfer rund um den Uluabat-See“ bemüht sich um eine möglichst rasche Verbesserung der Situation.
- Eine wichtige Folge der Naturschutzaktivitäten in Eskikaraağaç ist das Verbot der Vogeljagd um das Dorf herum und am nahegelegenen Seegebiet, wo tausende Enten im Winter Nahrung suchen und rasten.
- das Projekt „Revitalisierung von Feuchtwiesen und Weiden als Nahrungsangebot für den Weißstorch“
Lokale Akteure und EuroNatur-Partner
Der Bürgermeister von Bursa, die Abteilung Naturschutz der Stadt Bursa, Verein für die Ermächtigung und Entwicklung von Frauen im Dorf Eskikaraağaç (EKADER), Gouverneursamt Karacabey, die Dorfverwaltung, Kreisdezernat für Bildung, staatliche Wasserbehörde der Türkei (Devlet Su İşleri / DSI), der regionale Verteilnetzbetreiber für Strom (Uludağ Elektrik Dağitim A.Ş. / UEDAŞ), Eliztaş Elektrik (regionales Stromunternehmen), Bursa-Uludağ-Universität, Polizei, Fischereigenossenschaft
