Malpartida de Cáceres, Spanien, 1997

© Gabino Cisneros

Fakten und Zahlen

Ort:
Extremadura, Westspanien, nahe der portugiesischen Grenze
Population:
142 – 212
Min. und max. Anzahl der Brutpaare seit dem Jahr 2000
4.500
Einwohner im Jahr 2017
Weißstorch auf Spanien:
Cigüeña blanca
Nistplätze:
auf Gebäudedächern (vor allem der Kirche), künstliche Kolonie auf Masten, auf Felsen
Veranstaltungen:
jährliche „Storchenwoche“ im Frühjahr, Ökotourismus

Kontakt

Gemeinde Malpartida de Cáceres
Plaza Mayor, 30
10910 Malpartida de Cáceres (Cáceres), Spain


+34  927 275 003
alcaldia(at)malpartidadecaceres.es  
www.malpartidadecaceres.es

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Landschaft und Lebensraum

Kunstliebende Vögel!

© Gabino Cisneros

Malpartida de Cáceres liegt in einem steppenähnlichen Gebiet, einer hügeligen Landschaft mit verstreuten, riesigen Granitblöcken. Das Klima wird bestimmt von unregelmäßigem Niederschlag und langen und trockenen Sommern. Unter diesen Bedingungen sind kleine Wasserreservoire für die lokale Tierwelt sehr wichtig: Dort gibt es das ganze Jahr über Wasser, weil die Granitböden sein Versickern in tiefere Schichten verhindern. Granitblöcke und Wasser bedeuten reichhaltige Ökosysteme mit Rückzugsräumen und Nahrung für die örtliche Fauna und Flora. Das Naturdenkmal Los Barruecos drei Kilometer südlich des Dorfes ist das beste Beispiel für einen solchen Lebensraum: eine spektakuläre Landschaft mit riesigen Felsblöcken und vier künstlichen Seen. Die Störche dieser einzigartigen Kolonie nisten auf den Felsen. In der Nähe von Malpartida gibt es zwei Naturschutzgebiete: die Sierra de San Pedro – Heimat des seltenen Spanischen Kaiseradlers und einer großen Kolonie von Mönchsgeiern – und Llanos de Cáceres y Sierra de Fuentes, wo Steppenvögel wie die Großtrappe und Zwergtrappe leben. Die Zahl der Störche in Malpartida ist seit 1990 rapide angestiegen, von 58 auf 212 Paare im Jahr 2009. Der Hauptgrund war eine große Mülldeponie nahe Malpartida. Störche fanden dort leicht Nahrung und änderten ihre Nahrungsgewohnheiten und Zugrouten. Die Dorfbewohner in Malpartida litten unter einer hohen Belastung ihrer Gebäude durch das Gewicht von Storchennestern. Im Jahr 2009 wurde die offene Deponie geschlossen und durch eine neue ersetzt, in der Müll recycelt oder behandelt wird. In der Folge ist die Anzahl der Storchenbrutpaare dabei, sich auf ein natürlicheres Niveau einzupendeln. Im Jahr 2016 gab es in Malpartida 151 Storchennester.

Kunstliebende Störche

Im Jahr 1998 wurde eine sieben Meter hohe Kunstskulptur im Garten des Museums Vostell Malpartida aufgestellt (das Museum liegt im Schutzgebiet Los Barruecos nahe des Dorfes). Bereits ein paar Tage später begann ein Storch damit, ein Nest auf der Skulptur zu bauen. Die Museumsleitung befürchtete, dass die Störche das Avantgarde-Kunstwerk beschädigen könnten, daher wurde das Nest entfernt. Aber im nächsten Jahr kamen die Störche wieder. Diesmal war es nicht nur ein Storch: Es wurden drei Nester gebaut. Der deutsche Künstler Wolf Vostell, der Schöpfer der Skulptur, hatte Verständnis für das Interesse der Störche an seinem Schaffen und gab die Anweisung, die Nester nicht anzurühren – im Einklang mit seinem Motto „Leben ist Kunst und Kunst ist Leben“. Heute sind vier Storchennester fester Teil der Skulptur.

Nistplätze

Es gibt drei Storchenkolonien in der Gemeine: 1. eine städtische Kolonie im Dorf mit Storchennestern auf Gebäudedächern, vor allem auf der Kirche und in ihrer unmittelbaren Umgebung. 2. „Storchenfeuchtgebiet“, eine künstliche Kolonie auf Masten – dieses Feuchtgebiet besteht aus drei Wasserreservoirs, die mithilfe von EuroNatur-Fördermitteln angelegt wurden. 3. eine Kolonie im Schutzgebiet Los Barruecos mit Storchennestern auf riesigen Granitblöcken.

Veranstaltungen und Tourismus

  • Jährliche Storchenwoche im Frühjahr: Seit 1990 veranstaltet die Gemeinde jedes Frühjahr (üblicherweise etwa Mitte April) die sogenannte Semana de las Cigüeñas („Storchenwoche“) –   sieben Tage voller Umweltbildung, Vorträge, Konferenzen und Ausstellungen, einschließlich der Verleihung des „Silbernen Storches, eines internationalen Fotowettbewerbs und Umwelttouren.
  • Ökotourismus in Las Barruecos: Informationszentrum, Restaurant und verschiedene markierte Wege – darunter ein barrierefreier –; außerdem liegt in Las Barruecos das Museum für zeitgenössische Kunst „Vostell Malpartida“ in einer alten Wollfabrik.

Naturschutz

  • Umweltbildung für Schulen
  • Naturschutz in den Nistgebieten der Störche
  • Schaffung und Schutz von Nahrungsgebieten
  • Förderung des Ökotourismus

Video über Malpartida de Cáceres

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Lokale Akteure und EuroNatur-Partner

Gemeinde Malpartida de Cáceres, Grund- und weiterführende Schulen, SEO/BirdLife (spanische Vogelschutzorganisation), Manuel Giraldo (Ranger der regionalen Umweltschutzbehörde)

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